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Fristlose Kündigung des Mieters - Muß ich erst schriftlich abmahnen?


07.12.2009 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
im Sommer diesen Jahres habe ich auf Bitten eines Bekannten die Wohnung meiner Tochter, die bereits 1/2 Jahr leer stand, an seine Bekannten vermietet (Pärchen, unverheiratet).
Die Miete kommt nur stockend und wird nicht überwiesen. Mehrfach habe ich nun schon Ärger mit den anderen Parteien im Haus gehabt wegen Ruhestörung (laute Musik), Licht anlassen oder nicht trennen des Mülls. Ich selber wohne nicht in diesem Haus.
Auch habe ich trotz mehrfacher Ermahnungen bisher die im Mietvertrag vereinbarte Kaution nicht erhalten - mündlich angemahnt.

Gestern wurde der Mieter nun unter Polizeiaufgebot abgeführt. Zum einen weil er seine Strafe nicht bezahlt oder abgesessen hat, zum anderen weil er Haschpflanzen in seiner Wohnung kultiviert und anschließend verkauft hat. Der Fall liegt nun bei der Kripo. Hausdurchsuchung erfolgte.

Seine Freundin wohnt ebenfallfs in der Wohnung, wurde aber nicht verhaftet. Sie gilt als Mitwisserin. Nun sind beide wieder in der Wohnung.

Lt. Mietvertrag: Kündigung findet nach Vorschriften BGB 573 ff Anwendung.

Ist in diesem Fall eine fristlose Kündigung möglich? Auf was muß ich achten? Oder besteht nur die Möglichkeit einer normalen Kündigung?

Leider habe ich das Fehlen der Kaution oder die nur schleppende Zahlungsmoral immer nur mündlich angefordert.
Muß ich erst schriftlich abmahnen? Und dann kündigen?
Würde mich über eine Info freuen.




Sehr geehrte Ratsuchende,

sicherlich wäre es hinsichtlich der Abmahnungen besser gewesen, diese schriftlich zu machen.

Nicht nur, um diese beweisen zu können. Auch muss sicher feststehen, dass es zu weiteren Vertragsverletzungen nach diesen Abmahnungen gekommen ist.

Hier liegt aber auch noch der Cannabis-Anbau vor und das rechtfertigt die fristlose Kündigung. Es ist Ihnen nicht zuzumuten das Mietverhältnis bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist fortzusetzen (AG Hamburg, Az.: 518 C 359/07; Amtsgericht Köln, Az.: 219 C 554/07)

Wenn der Mieter so planmäßig die Wohnung nutzt, verstößt er nach diesen Entscheidungen in schwerwiegender Art und Weise gegen seine mietvertraglichen Pflichten. Das müssen Sie als Vermieterin nicht hinnehmen, so dass in der Gesamtschau betrachtet, die fristlose Kündigung zulässig sein wird.

Beachten sie, dass Sie alle Kündigungsgründe im Kündigungsschreiben aufführen müssen; ein Nachschieben "vergessener" Gründe ist nahezu unmöglich.

Ich würde Ihnen daher raten, diese Kündigung von einem Kollegen vor Ort fertigen zu lassen. Denn auch bei Verletzungen der Formalien kann es sein, dass dann Ihre an sich begründete Kündigung unwirksam wird.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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