Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fristlose Kündigung Mietvertrag wegen nicht fachgerecht ausgeführte Eigenarbeiten

| 21.02.2008 18:53 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe in Bayern Mietswohnungen. Einer der Mieter verursacht im Schnitt jährlich einen Wasserschaden. Dieses Jahr war es leider wieder so weit. Ich habe die Schadensursache feststellen lassen. Aus dem Gutachten ist ersichtlich, dass der Mieter den Schaden durch nicht fachgerecht ausgeführte Eigenarbeiten verursacht hat. Bei diesem Schaden handelt es sich um Allmählichkeitsschaden. Dadurch kam es in dieser Wohnung auch zu Schimmelbildung. Der Mieter hat wegen Schimmel die Miete um 30% gemindert.

Meine Fragen:
1.) Ich habe aufgrund der bisherigen Wasserschäden wegen Unzumutbarkeit und andauernde Vertragsverletzung gekündigt. Jetzt hat mir ein Bekannter erzählt, dass selbst in diesem Fall die Kündigung vom Gericht nicht akzeptiert wird, wenn der Mieter nicht einlenkt bzw. nicht ausziehen will. Stimmt das so? Sind Ihnen zutreffende Urteile bekannt, die mir weiterhelfen könnten oder muss ich wirklich zu sehen, wie der Mieter mein Eigentum zerstört.
2.) Da die Miete wegen Schimmel gemindert wurde liegt eine Mietminderung vor. Ist die Kündigung trotzdem vor dem Hintergrund der Mietminderung gültig? Ich habe erfahren, dass einem Mieter nicht gekündigt werden darf, so lange eine Mietminderung vorliegt, unabhängig davon, aus welchem Grund auch immer gekündigt wurde.

Besten Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

zu 1:
Um wegen einer oder mehrerer Vertragsverletzungen dem Mieter erfolgreich kündigen zu können, müsste der Mieter schon vorsätzlich oder wenigstens grob fahrlässig gegen die Vertragspflichten verstoßen haben. Leider sind Ihre Angaben etwas vage, so dass die Ausführungen, der Mieter habe unfachmännische Eigenarbeiten ausgeführt, nicht zu einer abschließenden Beurteilung ausreichen.

Eine versehentliche Beschädigung (die man ja hier annehmen nuss) reicht nicht für eine Kündigung. Man müsste also im Rahmen einer Räumungsklage dahingehend argumentieren, dass aufgrund der wiederholten Beschädigungen, aus denen der Mieter wohl nichts gelernt hat, dem Vermieter das Festhalten an dem Mietvertrag nicht zumutbar ist, selbst wenn die einzelne Beschädigung nur versehentlich erfolgt ist.

Es gibt leider hier keine repräsentative Rechtssprechung, da jeder Einzelfall wieder neu durch das Gericht bewertet und entschieden wird. Was zumutbar ist und was nicht, läßt sich leider nicht allgemeingültig klären, sondern hängt auch vom subjektiven Empfinden des entscheidenden Richters ab.

Erfolgsaussichten sehe ich in Ihrem Fall aber durchaus!

Ungeachtet dessen steht Ihnen natürlich Schadensersatz zu. Der Mieter muss sämtliche Schäden ersetzen, und den entsprechenden Schadensersatz sollten Sie auch umgehend einfordern.


zu 2:
Der Mieter kann nicht die Miete mindern, wenn er den Minderungsgrund selbst herbeigeführt hat. Durch das Gutachten können Sie beweisen, dass der Mieter schuld an dem Schimmel ist. Sie sollten daher umgehend die Mietminderung zurückweisen und die ausstehende Miete nachfordern.

Ist der Mieter insgesamt 2 Monatsmieten im Rückstand, so können Sie auch deswegen fristlos kündigen.

Selbstverständlich können Sie auch während einer Mietminderung das Mietverhältnis kündigen, wenn ein entsprechender Grund vorliegt. Ansonsten könnte ja jeder Mieter durch eine (ungerechtfertigte) Mietminderung eine Kündigung verhindern. Insbesondere in Ihrem Fall ist das kein Problem, da der Mieter den Mietminderungsgrund selbst verursacht hat, die Mietminderung folglich nicht zulässig ist, und die daher fehlende Mietzahlung einen zusätzlichen Kündigungsgrund liefert. Wie oben bereits ausgeführt, allerdings erst dann, wenn die Gesamtsumme zwei Monatsmieten erreicht oder übersteigt.

Insgesamt würde ich Ihnen empfehlen, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen, falls es zu einer Räumungslage kommt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben. Sollten Sie eine Rückfrage haben, so können Sie gerne die Nachfragefunktion benutzen.

Darüber hinaus stehe ich Ihnen natürlich auch gerne für eine weitergehende Beauftragung zur Verfügung, um Ihre rechtlichen Interessen in dieser Angelegenheit durchzusetzen.


Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Für die erste Orientierung sehr gut. Vielen herzlichen Dank. "