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Freund erfüllt privater Darlehensvertrag nicht

| 15. Februar 2012 18:30 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von


Ich habe einem Freund ? (70 Jahre) vor 2 Jahren
€ 10.000,-- geliehen. Dafür hat er mir einen privaten Darlehensvertrag unterschreben. Den er aber nicht erfüllt (mtl. Rückzahlung). Vor einem Jahr hat er geheiratet (keine Gütertrennung).
Was passiert mit meinen Ansprüchen wenn er verstirbt. ?? Und wie gehe ich am Besten vor um mein Geld zu bekommen.

15. Februar 2012 | 20:30

Antwort

von


(2)
Am Festungsgraben 1
10117 Berlin
Tel: 030-40004999
Web: http://www.recht-bw.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Auswirkungen auf Darlehensansprüche bei Heirat und Tod

Die Tatsache, dass Ihr Freund geheiratet und keine Gütertrennung vereinbart hat, wirkt sich nicht auf Ihren Darlehensrückzahlungsanspruch aus. Der geschlossene Darlehensvertrag betrifft nur Sie beide.

Im Falle des Todes des Freundes können Sie Ihren Rückzahlungsanspruch gegen die Erben weiter verfolgen. Bei einem Erbantritt übernehmen die Erben sowohl das Vermögen als auch die Schulden und somit sind die Erben auch für Ihren Rückzahlungsanspruch aus dem Darlehensvertrag verantwortlich. Diese Regelung findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch in § 1922 unter dem Rechtsbegriff „Gesamtrechtsnachfolge".

2. Weiteres Vorgehen

Wenn Sie schreiben, dass Ihr Freund die monatliche Rückzahlung nicht oder nicht mehr leistet, dann besteht die Möglichkeit zur sofortigen Kündigung des Vertrags. In diesem Fall ist der offene Gesamtbetrag zur sofortigen Rückzahlung fällig.

Zunächst stellt sich die Frage, was in Ihrem schriftlichen Darlehensvertrag zwischen Ihnen vereinbart ist.

Wenn in Ihrem Darlehensvertrag keine besonderen Regelungen, insbesondere zu den Möglichkeiten einer Kündigung des Darlehensvertrages getroffen wurden, dann gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Der Darlehensvertrag kann außerordentlich fristlos gekündigt werden, wenn in den Vermögensverhältnissen des Darlehensnehmers (also Ihres Freundes) eine wesentliche Verschlechterung eintritt oder einzutreten droht und dadurch die Rückzahlung des Darlehens gefährdet wird, § 490 Abs. 1 BGB . Unter eine solche Verschlechterung fällt auch die Nichtzahlung von Darlehensraten trotz Fälligkeit.

Ich würde Ihnen jetzt empfehlen, zunächst ein Schreiben an Ihren Freund zu schicken, in welchem Sie erklären, dass Sie fristlos, hilfsweise ordentlich das Darlehen kündigen. In diesem Schreiben sollten Sie unbedingt eine Frist zur Zahlung setzen und geben Sie dabei ein ganz konkretes Datum an, beispielsweise bis zum 01.März 2012. Fordern Sie ihn auf, den restlichen Darlehensbetrag an Sie zurückzuzahlen. Geben Sie auch Ihre Bankverbindung an.

Unterschreiben Sie die Kündigung, zeigen Sie das Schreiben einem Zeugen, der dann den Inhalt kennt und dabei ist, wie Sie dieses Schreiben in einen Umschlag eintüten. Übergeben Sie das Kündigungsschreiben in der Postfiliale (Einschreiben mit Rückschein) oder persönlich am besten mit diesem Zeugen bei Ihrem Freund. Sie sind für den Zugang der Kündigung verantwortlich, da es sich dabei juristisch gesehen um eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung handelt.

Läuft die Frist ohne Zahlung ab, können Sie die Forderung gerichtlich durchsetzen. Hierfür steht Ihnen zum einen der Mahnbescheid zur Verfügung. Dieser hat den Vorteil, dass er vergleichsweise wenig kostet und Sie ihn selbst beim Amtsgericht an Ihrem Wohnort beantragen können.

Sie können aber auch eine Klage erheben, dazu müssen Sie jedoch einen Anwalt beauftragen, wenn der geschuldete Betrag mehr als 5.000,00 EUR beträgt. Eine solche Klage muss dann vor dem Landgericht erhoben werden und dort herrscht Anwaltszwang nach § 78 ZPO .

Schließlich möchte ich noch daraufhin weisen, dass bei der Durchsetzung eines Anspruchs immer auf die Verjährung geachtet werden muss. Das bedeutet, Sie haben vielleicht einen Anspruch, aber wegen zu langen Zuwartens kann der Anspruch nicht mehr durchgesetzt werden, weil er verjährt ist. Ich würde Ihnen in jedem Fall raten, mit der Kündigung und auch mit der anschließenden Geltendmachung Ihres Rückzahlungsanspruchs keine weitere Zeit verstreichen zu lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Anja Härtel, Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Anja Härtel

Bewertung des Fragestellers 15. Februar 2012 | 22:34

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