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Fremde Dateien mit Zweifelhaften Inhalt in meiner Cloud

| 12.08.2015 20:42 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


23:26
Am Samstag bemerkte ich auf meinem Microsoft OneDrive einen Ordner, den ich nicht selber dahin gestellt habe. ER ist auf meinem Rechner auch nicht vorhanden. Der Order hatte den Namen "Inzest Storries - Erotic Comics". Er enthielt mehrere Unterordner mit Titeln wie "Mother-Son" und so weiter. In diesen Unterordner waren durchnummerierte jpg Dateien (1.jpg,2.jpg,..)

Ich habe die Bilder nicht angeschaut und den Ordner sofort gelöscht.
Danach habe ich mein Passwort geändert und den gesamten Inhalt des Accounts ebefalls gelöscht. (Auch aus dem OneDrive Papierkorb)

Ich bin am Überlegen, ob ich Anzeige stellen soll.
Meine Befürchtung ist folgende:
Wenn im Ordner Illegale Bilder waren und ich Anzeige erstatte, wird die Polizei das sicher an Microsoft weitergeben. Was ist, wenn sich herausstellt, das die Bilder nicht über den Webaccount hochgeladen wurden (weil z.B. jemand mein Passwort geknackt hat) sondern von meiner IP kommen (z.B. WLan wurde geknackt oder durch einen Virus auf meinem Rechner).
Die Polizei kommt doch dann recht bald zu mir und beschlagnahmt alles. Sie werden auf meinem Rechner zwar nichts finden, da ich keine solchen Dateien habe, aber ich wüsste nicht wie ich die Frage beantworten soll, wie es möglich sein soll, das der Täter das WLan Passwort und den Microsoft Account geknackt hat. Eventuell ein Trojaner?)
Meine Sorge ist, das ich mit meinem Willen, der Polizei zu helfen selber Ärger bekomme

Vielen Dank für Ihre hilfe

seppiii
12.08.2015 | 22:08

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:


Falls es sich bei den Bildern tatsächlich um verbotene Pornographie gehandelt hat, so haben Sie alles richtig gemacht. Durch die sofortige Löschung der Daten kann man Ihnen eine Straftat, insbesondere den Besitz verbotener Pornographie, nicht vorwerfen.

Einer Strafanzeige gegen Unbekannt stehe ich aber sehr skeptisch gegenüber. Da Sie sich nicht vergewissert haben, welchen Inhalt die Dateien hatten, wird die Polizei womöglich schon gar keinen Anfangsverdacht annehmen. Falls ein Anfangsverdacht hingegen angenommen werden sollte, ist es keineswegs ausgeschlossen, dass Sie ins Visier der Ermittler geraten. Denkbar wäre dann insbesondere eine Anordnung der Herausgabe Ihres PCs.

Rechtlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, Strafanzeige gegen Unbekannt zu erstatten und freiwillig Informationen bzw. Informationsträger an die Polizei weiterzuleiten. Realistischerweise würde ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ohnehin im Sande verlaufen und wahrscheindlich eingestellt. Aus diesem Grunde rate ich gegenwärtig von einer Strafanzeige ab.

Empfehlen möchte ich aber, dass Sie nachträglich ein genaues Protokoll erstellen. Hierin sollten Sie insbesondere festhalten, was vorgefallen ist und welche Maßnahmen Sie unternommen haben (Auffinden, Löschung, Passwortänderung, etc.). Auf diese Weise können Sie bei künftigen Vorfällen genau nachvollziehen, ob Ähnlichkeiten vorliegen. Sollte es nicht bei diesem einmaligen Vorfall blieben, so würde eine Strafanzeige Sinn ergeben.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 12.08.2015 | 22:13

Haben sie vielen Dank für die schnelle Antwort. Vor allem die Aussage, das ich richtig gehandelt habe, beruhigt mich doch sehr.
Was geschieht aber, wenn Microsoft einen Filter hatte und dieser Filter diese Dateien als Illegal festgestellt hat und nun eine amerikanische Behörde gegen mich klagt, bzw. der deutschen Polizei "einen Tipp" gibt.
Dann steht doch irgendwann eine Hausdurchsuchung an.
Was mache ich dann?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.08.2015 | 23:26

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Sowohl von Google als auch von Microsoft ist in der Tat bekannt, dass Accounts auf verbotene Inhalte hin gescannt werden. Etwaige Informationen werden an die US-Behörden weitergegeben. Diese wenden sich wiederum an die deutschen Strafverfolgungsbehörden, insbesondere an die Zentralstelle gegen Kinderpornographie des BKA.

Sollte es in diesem Zusammenhang tatsächlich unverhofft zu Ermittlungsmaßnahmen gegen Sie kommen, so sollten Sie umgehend einen Verteidiger einschalten und bis auf weiteres keine Angaben machen.

Letztlich tragen die Strafverfolgungsbehörden die volle Beweislast dafür, dass Sie eine Straftat begangen haben. Aus diesem Grunde sollten Sie sich keine allzu großen Sorgen machen.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 12.08.2015 | 22:52

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"Die erste Antwort wurde sehr kompetent beantwortet. Bin mal gespannt auf die Nachfrage"
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 12.08.2015
5/5,0

Die erste Antwort wurde sehr kompetent beantwortet. Bin mal gespannt auf die Nachfrage


ANTWORT VON

(81)

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60311 Frankfurt
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