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Freigrenze Grunderwerbsteuer beim Erwerb mehrerer Grundstücke in Kaufvertrag

22.01.2021 10:48 |
Preis: 70,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

wir, meine Frau und ich planen mehrere nicht zusammenliegende landwirtschaftliche Grundstücke zu kaufen. Sie liegen alle mindestens 500 Meter auseinander. Als Kaufpreis haben wir 2 Euro je qm vereinbart. Wir werden zu jeweils der Hälfte im Grundbuch stehen. Damit wäre die Freigrenze 5000 Euro je Grundstück fällig bevor Grunderwerbsteuer fällig wird.

Im unserem einen Kaufvertrag haben wir nun eine Liste mit allen 8 Grundstücken und den Grössen. Darunter steht der Kaufpreis insgesamt. Also alle Flächen addiert und ausmultipliziert mit QM Preis. Jedoch nicht der Einzelpreis je Grundstück.

Der Kaufpreis von 6 der 8 Einzelflächen liegt unter der Freigrenze von 5000 Euro.

Frage:
Reicht dies im Kaufvertrag so aus, damit das Finanzamt erkennt, dass nur 2 der 8 Grundstücke Grunderwerbsteuerflichtig sind?
Oder soll es noch detailierter aufgeführt werden mit Einzelpreis je Grundstück, damit man es auf einen Blick erkennt? Wir möchten hinterher Diskussionen mit dem FA vermeiden, wenn es zur Grunderwerbsteuerberechnung kommt.



22.01.2021 | 14:21

Antwort

von


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01326 Dresden & Köln
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Sehr geehrte Ratsuchende,

wie Sie es machen, machen Sie es falsch. Bitte nicht mißverstehen die Antwort, aber vor folgendem Hintergrund dann doch zu verstehen:

Das Finanzamt hat immer ein Interesse daran, das Steueraufkommen zu erhöhen und würde und wird Gründe finden, bei der Steuergestaltung von Ihnen Ansätze zu monieren, welche die höhere Steuerpflicht auslösen würde. Damit wären Sie im Einspruchsverfahren und würden sich lange streiten. Ich glaube auch, daß Sie den Streit gewinnen könnten, habe aber Ihre Frage so verstanden, wie Sie einen Streit mit dem Finanzamt überhaupt im Vorfeld schon vermeiden können.

Mein Rat ist folgender und in der Praxis vom Steuerbürger kaum bekannt und auch bei Steuerberatern nicht unbedingt Standard, obwohl dieser "Trick" genau das lösen kann, was der Steuerbürger doch verhindern will...das unnötige spätere Diskutieren über unterschiedliche Rechtsauffassungen.

Zur Sache zunächst in Kürze selber: Ihre Vorgehensweise halte ich für eigentlich rechtens. Gleichzeitig würde ich aber noch genauer und auf den ersten Blick ersichtlich festhalten, worauf es Ihnen ankommt und welche Grundstücke wie involviert sind oder nicht.

Und jetzt die Lösung:

Machen Sie das Finanzamt zu Ihrem Berater und greifen Sie auf die Auskunftspflicht des Finanzamtes aus § 89 II Abgabenordnung ( AO ) zurück. Das Finanzamt muss Ihnen mitteilen, ob Ihr Vorhaben so möglich ist oder auch nicht, so daß Sie dann nachjustieren können. Beim Finanzamt ist dieser Antrag sehr unbeliebt, aber er muss zeitnah verbeschieden werden.

Die Auskunftspflicht regelt wie folgt in Absatz 2 aus § 89 AO :

"Die Finanzämter und das Bundeszentralamt für Steuern können auf Antrag verbindliche Auskünfte über die steuerliche Beurteilung von genau bestimmten, noch nicht verwirklichten Sachverhalten erteilen, wenn daran im Hinblick auf die erheblichen steuerlichen Auswirkungen ein besonderes Interesse besteht. Zuständig für die Erteilung einer verbindlichen Auskunft ist die Finanzbehörde, die bei Verwirklichung des dem Antrag zugrunde liegenden Sachverhalts örtlich zuständig sein würde. Bei Antragstellern, für die im Zeitpunkt der Antragstellung nach den §§ 18 bis 21 keine Finanzbehörde zuständig ist, ist auf dem Gebiet der Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, abweichend von Satz 2 das Bundeszentralamt für Steuern zuständig; in diesem Fall bindet die verbindliche Auskunft auch die Finanzbehörde, die bei der Verwirklichung des der Auskunft zugrunde liegenden Sachverhalts zuständig ist. Über den Antrag auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft soll innerhalb von sechs Monaten ab Eingang des Antrags bei der zuständigen Finanzbehörde entschieden werden; kann die Finanzbehörde nicht innerhalb dieser Frist über den Antrag entscheiden, ist dies dem Antragsteller unter Angabe der Gründe mitzuteilen."


Ich denke mit diesem Rat fahren Sie am besten, weil eine eigene Überzeugung von mir und von Ihnen niemals ausreichen würde, einem späteren Streit mit dem Finanzamt aus dem Weg zu gehen. Mit dieser Vorgehensweise muss das FA sich also inhaltlich verbindlich festlegen und muss sich später dann auch daran halten.

Ist das nicht mal eine coole und so unerwartete Antwort?

Mit besten Grüssen

Fricke
RA und Dipl. Kfm.


ANTWORT VON

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