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Freigestellt ob AN weiter auf dem Projekt arbeiten will - Arbeitsverweigerung?

| 28.07.2009 00:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Guten Tag
ich habe eine dringende Frage: meinem Freund, seit drei Jahren Unternehmensberater mit unbefristetem Vertrag, wurde die Kündigung nahegelegt, da die Firma die Fluktuation erhöhen möchte und ihn jetzt aus persönlichen Gründen in den Bewertungen so degradiert hat, das er nicht befördert wird und damit das ungeschriebene Soll nicht erfüllt. Bisher hat er aber noch nicht gekündigt und wurde auch nicht gekündigt.
Jetzt hat ihm der Projektleiter frei gestellt, ob er nach dieser Nachricht noch bis 31.07 auf seinem jetzigen Projekt arbeiten möchte oder noch zwei Wochen länger - der Kunde würde ihn gern verlängern. Das Projekt endet normalerweise Ende Juli und im Normalfall würde mein Freund dann ein neues Projekt suchen und wenn er nicht wieder gleich eines findet auch eine Weile ohne Projekt sein und trotzdem weiter von seiner Firma bezahlt werden. Die Frage ist: Kann es ihm als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden, wenn er nun sagt, dass er nicht länger als 31.07 auf diesem Projekt arbeiten möchte? Sein Chef stellt ihm die Entscheidung zwar frei, aber ich fürchte, sein Arbeitgeber sucht gerade nach Kündigungsgründen damit er ihn los wird. Und dann heißt es womöglich: der wollte ja nicht arbeiten als man ihn gefragt hat, also wozu soll man so jemanden halten? Kann das passieren?
Vielen Dank für Ihre Hilfe

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Die Gepflogenheiten in der Firma, in der Ihr Freund beschäftigt ist, unterscheiden sich sicherlich deutlich von den Vorgängen in klassischen handels,- Dienstleistungs- und Industriebetrieben. Sie schreiben:

//Das Projekt endet normalerweise Ende Juli und im Normalfall würde mein Freund dann ein neues Projekt suchen und wenn er nicht wieder gleich eines findet auch eine Weile ohne Projekt sein und trotzdem weiter von seiner Firma bezahlt werden.//

Ist diese Vorgehensweise arbeitsvertraglich vereinbart, oder ist sie zumindest betriebsüblich? Wird Ihr Freund beweisen können, dass diese Vorgehensweise gängige Praxis ist? Denn an diesem Punkt würde ich als erstes einhaken, wenn ich verantwortlich wäre und ihn loswerden wollte.

Ihr Freund sollte sich seinen Arbeitsvertrag und die sonst geltenden Regeln dieses Betriebes sorgfältig durchlesen und verinnerlichen, um klarzubekommen, was seine Pflichten am Ende eines Projekts sind, und um nicht Anlaß zu bieten, wegen Vertragsverletzung abgemahnt oder gar gekündigt zu werden.

//Jetzt hat ihm der Projektleiter frei gestellt, ob er nach dieser Nachricht noch bis 31.07 auf seinem jetzigen Projekt arbeiten möchte oder noch zwei Wochen länger//

Auch hie die Frage: Gibt es diese Aussage schriftlich? Kann Ihr Freund das (anderweitig) zweifelsfrei beweisen? Falls nicht, würde ich eine solche Aussage mit äußerster Vorsicht geniessen ...


//der Kunde würde ihn gern verlängern. //

Das ist - in diesem schwierigen, mit Fallen gespicktem Umfeld - doch sehr positiv.

Auch wenn mangels Kenntnis des Arbeitsvertrages und anderer Umstände vieles unklar ist neige ich doch eindeutig dazu, zu raten, das Projekt zu Ende zu bringen, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Motivation und Engagement zeigen - bis zum Schluß

2. Der Kunde äussert einen Wunsch - zahlende Kunden sind das Lebenselixier jedes Unternehmens - und Kundenorientierung zu zeigen hat, insbesondere bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage, absolute Priorität.

3. Ich würde jetzt schon an ein bei Ausscheiden fällig werdendes Zeugnis denken - ein Projekt erfolgreich und zur Zufriedenheit des Kunden abgeschlossen zu haben, kann da eine gute Basis sein.

4. Ich würde niemandem gönnen, das Projekt Ihres Freundes zu Ende zu bringen und sich evtl. mit fremden Federn zu schmücken.

//Und dann heißt es womöglich: der wollte ja nicht arbeiten als man ihn gefragt hat, also wozu soll man so jemanden halten? Kann das passieren?//

Natürlich kann ihm das passieren; das wäre nicht überraschend. Wenn er den 'Wunsch' äussert, das Projekt angesichts der Situation nicht weiterzuführen, wird man das wohl nicht im ersten Schritt als Arbeitsverweigerung auslegen können. Aber man wird es vermutlich als Einsicht und Annahme der Situation, dass er gehen müsse, bewerten.

Ich rate also dazu, keinen Beendigungswillen zu zeigen, offensiv zu sein, das Projekt zu Ende zu führen. Dieser Rat ergeht auch aus sozialrechtlicher Sicht. Um nicht Gefahr zu laufen Sperrfristen beim Bezug von Arbeitslosengeld zu erleiden sollte Ihr Freund jeden Anschein, dass sein Verhalten ursächlich für eine Beendigung des Arbeitsverhältnis war, oder dass er mit der Beendigung des Arbeitsverhältnis einverstanden war, vermeiden. Sollte man ihm also Aufhebungs- oder Abwicklungsverträge anbieten, so sollte er diese sorgfältigst anwaltlich prüfen lassen.

Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen geholfen haben und eine erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen.

Sehr gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar.

Abschließend darf ich Sie auf die Möglichkeit der Nachfrage hinweisen. Sollten Sie davon Gebrauch machen bin ich dankbar, wenn Sie mir gegebenenfalls per Fax oder Email nähere Details, z.B. den Arbeitsvertrag, zukommen lassen.

Ich wünschen Ihnen und Ihrem Freund alles Gute und verbleibe

Bewertung des Fragestellers 29.07.2009 | 10:24

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