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Freies Aufenthaltsbestimmungsrecht einer 16jährigen?


14.10.2006 18:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,

es geht um eine 16 jährige Jugendliche (M.), deren getrennt lebene Mutter im Sommer des Jahres von Brandenburg nach Sachsen zu ihrem neuen Lebensgefährten gezogen ist. Sie und ihr jüngerer Bruder mussten mitziehen. M. musste dadurch ihre Umgebung und damit ihre Freunde, Schulfreunde usw. aufgeben und sich in der dortigen Schule neu eingewöhnen. Sie wollte anfangs nicht mit, aber mit Rücksicht auf ihre Mutter hat sie sich dann überzeugen lassen.

Jetzt, nach Beginn der Schule dort, merkt M., das im Schulstoff zwischen der neuen Schule in Sachsen und der ehemaligen in Brandenburg ein gewaltiger Unterschied besteht. In einigen Fächern ist man dort über ein Jahr im Stoff voraus. In wichtigen Fächern hat sie schon mehrer 6en bekommen. In Brandenburg zählte sie zu den besseren Schülerinnen, jetzt wird sie für eine gewissen Zeit in manchen Fächern von einer Benotung verschont. Sie kann sich nicht vorstellen, den Unterschied im Stoff wieder aufzuholen. (In Brandenburg sind es 13 Jahre bis zum Abitur, in Sachsen nur 12, daher der Unterschied)

Sie trägt sich jetzt mit dem Gedanken, nach Brandenburg zurückzukommen, in einem Heim oder bei Freunden unterzukommen oder vielleicht auch eine eigene günstige Wohnung zu mieten, um wieder die gewohnte Schule besuchen zu können. Zum leiblichen Vater zu ziehen, der ebenfalls in der Nähe der ehemaligen Schule wohnt, kann sie sich nicht vorstellen.

Jetzt die Frage: Darf sie dies mit 16 Jahren? Falls ja, was ist, wenn Ihre Mutter damit nicht einverstanden ist (wovon sie ausgeht), darf sie dann trotzdem von zu Hause ausziehen und eine eigene Wohnung nehmen bzw. bei Freunden wohnen?

Wenn ja, wie ist dann die finanzielle Situation? Stehen ihr dann Kindergeld und Unterhalt der Eltern zu?

Vielen Dank.

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst gilt zu beachten, dass die Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht gtds. gemeinsam ausüben. Es sollte also der Vater in Anbetracht der Umsatände darauf drängen, dass das Kind nicht bei der Mutter sondern bei Ihm lebt um den Interessen des Kindes nach einer guten Schulausbildung Rechnung zu tragen.

Beide Elternteile sind nach § 1684 II BGB verpflichtet, die mit ihrer Trennung verbundenen Schädigungen für die Kinder so gering als möglich zu halten. Sollte der Aufenthalt bei der Mutter für das Kind zu einer negativen persönlichen Entwicklung führen, wäre diese verpflichtet diesem Zustand abzuhelfen.

Das Kind kann grds. nicht eigenmächtig ausziehen, es kann kein Mietverhältnis eingehen ohne Einwilligung der Eltern.

Erst ab dem 18ten Lebensjahr kann der Kindesunterhalt selbst eingefordert werden, vorher geschieht dies durch den betreuenden Elternteil.

Das Kind sollte also zunächst den Kontakt mit dem Vater suchen und diesen zum Handeln bewegen, alternativ könnte auch das Jugendamt von der Situation in Kenntnis gesetzt werden, auch dieses ist befugt zum Wohle des Kindes die erforderlichen Schritte einzuleiten.

Ich hoffe meine Antwort hilft Ihnen weiter!

Mit freundlichen Grüssen

RA O.Martin

Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2006 | 17:29

Sehr geehrter Rechtsanwalt Martin,

vielen Dank für Ihre Antwort. Wie verhält es sich, wenn M. kostenlos bei Freunden wohnen könnte, da braucht sie ja keinen Mietvertrag o.ä. Was gibt es sonst für eine Möglichkeit für M., ohne Einverständnis der Mutter nach BB zurückzukehren, um dort die Schule besuchen zu können?

Was bedeutet die Abkürzung gtds?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2006 | 10:44

Sehr geehrter Fragesteller,

das gtds ist ein Schreibfehler, es muss grds, also grundsätzlich lauten.

Da das Aufenthaltsbestimmungsrecht wie geschildert bei den Eltern liegt ist ein Auszug, auch zu Freunden nicht ohne die Zustimmung der Eltern möglich. Zieht ein Jugendlicher trotzdem aus, können die Eltern die "Rückführung Minderjähriger" durch Einschaltung der Behörden erreichen.

Wie bereits geschildert muss der Weg bei Weigerung der Eltern über das Jugendamt und/oder über das Familiengericht führen, der Weg über das Jugendamt ist der bessere, weil man dort in der Regel Überzeugungsarbeit bei den Eltern leistet.

Mit freundlichen Grüssen

RA Oliver Martin

RA Martin

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