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Freier Mitarbeiter kündigt, besteht für Sprachschule Regressanspruch?

| 14.01.2013 19:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

ein freier Mitarbeiter einer Sprachschule kündigt fünf Wochen vor dem Austrittsdatum (31.01.2013) schriftlich seine "Vereinbarung über freie Mitarbeit". Der "Vertrag" trat am 10.09.2012 in Kraft. Der Lohn wird monatlich ausbezahlt, womit rechtlich der freie Mitarbeiter auch noch zum 15. des Kalendermonats kündigen können sollte.

Folgendes steht in der Vereinbarung:
9."Diese Vereinbarung kann mit einer Frist von einem Monat zum Quartalsende gekündigt werden."

In "Zusatzvereinbarungen" werden der Gruppenname, Stundenlohn und Fahrtkosten und Beginn des Kurses genannt (Es gibt keine Angabe von Kursdauer oder sonstigen Klauseln).

Die Auflösung des Vertrags wird am 07.01.2013 nicht bestätigt.
Zitat des Arbeitgebers: "Gemäß den Zusatzvereinbarungen und dem persönlichen Gespräch mit unserer Mitarbeiterin und mir am 19.12.2012 haben Sie sich dazu verpflichtet, übernommene Kurse zu Ende zu führen. Dies haben Sie im Gespräch auch bestätigt." Zumal dies nicht einmal der Wahrheit entspricht, steht im Vertrag auch Folgendes:
10. "Änderungen und Ergänzungen zu dieser Vereinbarung bedürfen zur Wirksamkeit der Schriftform. Mündliche Nebenabreden werden nicht getroffen."

Der Brief endet mit folgender Drohung: "Sollten Schulungen, Kurse abgebrochen werden, und der der Schule Verluste durch aktuelle und künftige Aufträge entstehen, können Ihnen diese in Rechnung gestellt werden."

Kann die Sprachschule solche Regressansprüche stellen?
Der Arbeitgeber hat mündlich bestätigt, dass er beim Verlassen des Mitarbeiters Ende Januar rechtliche Schritte einleiten wird.

Zusatzinformation:
Mitarbeiter hat ca. sechs Kurse in der Woche à 2 Unterrichtsstunden bei 18€ pro Stunde und 10€ Fahrtkosten.
Mehrere E-Mails seitens des Arbeitgebers bestätigen Örtlichkeiten und feste Uhrzeiten, zu denen die Kurse stattzufinden haben (Scheinselbständigkeit?).
Gehalt wird monatlich überwiesen, Abrechnungen der Arbeitsstunden finden wöchentlich statt.

Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre kompetente Hilfe.

Sehr geehrte Ratsuchende,


auch wenn mündliche Vereinbarungen trotz der Vertragspassage nach höchstrichterlicher Rechtsprechung wirksam wären (wenn sie denn bewiesen werden können), ist nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht ersichtlich, wie hier die Schule Regressansprüche erfolgreich durchsetzen könnte.

Zugunsten des Mitarbeiters wird hier § 627 BGB eingreifen - eine Kündigung zur Unzeit ist wohl nicht gegeben.


Folglich wird der Arbeitgeber keine Ansprüche erfolgreich geltend machen können.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Nachfrage vom Fragesteller 15.01.2013 | 11:02

Sehr geehrter Herr Bohle,

ich bedanke mich für Ihren Rat. Wie schon beschrieben, wurde die Kündigung vom Arbeitgeber nicht bestätigt. Muss darauf reagiert werden oder nimmt das der Mitarbeiter so zur Kenntnis und verlässt trotzdem die Sprachschule zum 31.01.2013? Leider gehen Sie in Ihrer Antwort nicht darauf ein.

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.01.2013 | 11:09

Sehr geehrte Ratsuchende,


die Frage lautete:

"Kann die Sprachschule solche Regressansprüche stellen? "

Daher bin ich selbstverständlich davon ausgegangen, dass Sie ab dem 31.0. dort nicht erscheinen werden.


Die kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung. Sie muss also zugehen und dieser Zugang muss nachgewiesen werden können. Das ist hier der Fall, da der Arbeitgeber auf die Kündigung reagiert hat - der Nachweis ist also erbracht.

Einer Bestätigung bedarf es nicht, Sie brauchen auch nichts weiter unternehmen, nehmen es also zur Kenntnis und verlassen die Schule zu dem angegebenen Kündigungstermin.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

Bewertung des Fragestellers 15.01.2013 | 11:12

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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"Vielen Dank für die kompetente Hilfe, Herr Bohle. Auch auf meine Nachfrage haben Sie nett und kompetent reagiert. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die freundliche Bewertung. ....MfG RA Thomas Bohle
FRAGESTELLER 15.01.2013 5/5,0
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