Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.578
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Freiberuflicher Mitarbeiter


| 03.06.2007 21:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von



Hallo,
ich bin bei einer Dienstleistungsfirma seit einigen Jahren angestellt.
vom kurzen habe ich ein Angebot vom meinem Chef als "Beruflicher Mitarbeiter" weiter zu arbeiten.

Meine Fragen:

1.welche Vor und Nachteile sind dann in diesem Fall zu erwarten?
2.SOLL ich weiter die Zozialen Abzügen (RV,PV,AV,... etc) selbst bezahlen oder nicht unbedingt?

Gruss
Part

-- Einsatz geändert am 03.06.2007 22:08:08

-- Einsatz geändert am 03.06.2007 22:14:39
03.06.2007 | 23:11

Antwort

von


344 Bewertungen
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Der Schritt in die Selbständigkeit sollte stets wohl bedacht sein.

Ihr derzeitiger Arbeitgeber führt nämlich die allgemeinen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung

jeweils ca. zur Hälfte

an die zuständigen Stellen ab.

Das heisst Sie und der Arbeitgeber kommen hierfür gemeinsam auf.

Wenn Sie sich nun selbständig machen, so entfiele diese
" Solidarität".

Sie könnten als Selbständiger " freiberuflicher Mitarbeiter " zwar im Rahmen der Einkommenssteuererklärung betriebliche Ausgaben vom Gewinn abziehen, wodurch die Steuerlast reduziert würde. Ob sich dies zu Ihren Gunsten rechnen würde, sollten Sie einen Steuerberater befragen.

Wichtig ist, nichts zu übereilen.

Sollten Sie sich letzlich für eine freiberufliche Mitarbeit entscheiden, müsste vorab besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, ob von den zuständigen Behörden eine sogenannte Scheinselbständigkeit angenommen werden könnte.

Wenn Sie nämlich als Auftraggeber nur den derzeitigen Arbeitgeber vorweisen können, so läge eine Scheinselbständigkeit nahe.

Alles in allem könnte(n) die aufgeworfene(n) Fragestellung(en) allenfalls in einem persönlichen Gespräch mit einem in Sachen Existenzgründung kundigen Berater abschließend geklärt werden. In diesem Gespräch wären zunächst Ihre persönlichen Lebensumstände und insbesondere auch die gegenwärtige berufliche Situation näher zu klären.

Von Interessse ist insbesondere, wieviele Mitarbeiter bei Ihrem gegenwärtigen Arbeitgeber beschäftigt sind, da sich hierauf ergibt, ob Sie sich im Falle einer betriebsbedingten Kündigung auf die Arbeitnehmerschutzvorschriften des Kündigungsschutzgesetzes berufen könnten.

Ich hoffe, Ihnen zunächst eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Sollten Sie weiterhin eine Existenzgründung ernsthaft in Erwägung ziehen, so rate ich schon jetzt frühzeitig weitere Beratung in Anspruch zu nehmen. Bei Bedarf können Sie gerne die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
----------------------
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a.d. Donau
Tel.: 09071-2658
Info: www.anwaltkohberger.de



Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 04.06.2007 | 15:52

Hallo,
danke sehr fuer die schnelle Antwort.
leider kann ich nur meinen derzeitigen Arbeitgeber als Aufrtagsgeber vorweisen, und werde ich weiter die 45 Stunden die wochen leisten..!
wird dann das in diesem Fall überhaupt gehen?
noch einmal bitte zu meiner ersten Frage:

-SOLL ich weiter die Zozialen Abzügen (RV,PV,AV,... etc) selbst bezahlen oder muss ich nicht?

Gruss
part

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.06.2007 | 16:16

Vielen Dank für Ihre Nachfrage(n), die ich wie folgt beantworte:

Nochmals:

Die von Ihnen benannten Abzüge müssen Sie als Arbeitnehmer nach dem Gesetz nur zur Hälfte, also zu ca. 50 %, übernehmen.


Wenn der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt, nicht an die Einzugsstelle abführt, so wird dies als Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt gemäß § 266 a StGB mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe geahndet.

Sie sollten auf Ihr gutes Recht bestehen.

Wenn der Arbeitgeber die Dienstzeit im wesentlichen vorgibt und er Ihr einziger Auftraggeber wäre, so läge nach erster Einschätzung zudem eine Scheinselbständigkeit vor. Es ist also von der Aufnahme einer Tätigkeit als Freiberufler alles in allem dringend abzuraten.

Ich rate, Ihnen in der Angelegenheit einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Es kann ja nicht angehen, dass Sie selbst 100 % des Arbeitsentgeltes tragen. Hier drängt sich der Verdacht auf, dass Sie von dem Arbeitgeber betrogen werden weil dieser die Beiträge nicht pflichtgemäß abführt.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.02.2010 | 15:17


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Michael Kohberger »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16.02.2010
5/5.0

ANTWORT VON

344 Bewertungen

Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: www.rechthilfreich.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht (Arbeiter und Angestellte), Mietrecht, Straßenverkehrsrecht, Strafrecht, Internet und Computerrecht