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Freiberuflicher Berater und Vermittlungsprovision

23. Oktober 2020 16:46 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Ich bin freiberuflich als Unternehmensberater tätig und arbeite gerade auf einem Projekt für einen Kunden im produzierenden Gewerbe. Der Kunde hat mich gebeten, einen Food Truck für sein Werksgelände zu finden und ihm hierzu verschiedene Vorschläge zu unterbreiten. Der Kunde entscheidet anschließend selbst, welchen Food Truck er engagiert. Nun meine Frage: Ist es rechtlich für mich erlaubt mit den verschiedenen Food Truck Unternehmen eine Vermittlungsprovision vereinbaren, die bei erfolgreicher Vermittlung fällig wird? Die Provision wäre umsatzbasiert zwischen 5-15%. Oder darf ich das nicht, weil ich das Finden des Food Trucks als Aufgabe hatte und somit im Prozess zu stark beteiligt bin? Die Entscheidung welcher Food Truck engagiert wird, liegt bei meinem Kunden, nicht bei mir. Nichtsdestotrotz hätte ich ja Einfluss auf die Entscheidung, weil ich die Liste der Möglichkeiten erstellen würde. Bitte auch beschreiben, unter welchen Bedingungen das (nicht) erlaubt wäre. Der Vertag mit meinem Kunden schließt Vermittlungsprovisionen übrigens nicht explizit aus.

Einsatz editiert am 24.10.2020 10:37:01

Einsatz editiert am 25.10.2020 11:45:50

25. Oktober 2020 | 15:11

Antwort

von


(1280)
Wichlinghauser Markt 5
42277 Wuppertal
Tel: 0202 697 599 16
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage der durch Sie mitgeteilten Informationen beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Ihr Auftraggeber und Vertragspartner ist zunächst das Unternehmen für das Sie als Unternehmensberater tätig sind. Unabhängig davon welchen Vertrag Sie mit diesem Unternehmem geschlossen haben (Dienst- oder Werkvertrag) sind Sie deshalb zunächst diesem Vertragspartner verpflichtet. Da Sie dafür auch eine Vergütung erhalten liegt ein greifbarer Interessenskonflikt vor, wenn Sie bei der Durchführung von Aufträgen wie der Vorauswahl von Foodtracks auch von diesen Foodtracks potentiell eine Vergütung erhalten. Das ist so für Ihren Auftragsgeber nicht erkennbar. Da Sie aber dazu da sind Empfehlungen zu entwickeln ist es auch erforderlich den Hintergrund dieser Empfehlungen offen zu legen.

In Ihrem Fall könnte insbesondere problematisch sein, dass die Kosten für Ihren Auftraggeber durch die von Ihnen verlangte Provision höher ausfallen, obwohl Sie ja gerade für dessen wirtschaftlichen Erfolg tätig werden sollen. Deshalb könnte für Ihren Auftraggeber ein wirtschaftlicher Nachteil entstehen, wenn Sie nur die Foodtracks vorschlagen, die auch bereit sind eine Provision an Sie zu zahlen.

Deshalb kommt in Ihrem Fall entweder in Betracht, dass Sie dieses Vorhaben gegenüber Ihrem Auftraggeber offenlegen, was aber vermutlich nicht auf viel Gegenliebe stoßen wird, da offensichtlich dadurch eine Leistung, die man einkaufen möchte verteuert wird. Oder aber Sie lassen sich von Ihrem Auftraggeber für das erfolgreiche Finden eines Foodtracks eine Prämie zahlen, das könnte man auf dem Verhandlungsweg vielleicht dann durchsetzen, wenn die Auswahl des Foodtracks durch Sie in irgendeiner Form den Ihnen ursprünglich erteilen Auftrag sprengt und es deshalb gerechtfertigt werden kann, dass Sie dafür eine zusätzliche Vergütung erhalten.

Wenn Sie diese beiden Varianten nicht wählen, dann besteht das Risiko, dass man Sie für die durch die Provision entstandenen Kosten auf Schadensersatz in Anspruch nimmt.

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 26. Oktober 2020 | 08:13

Sehr geehrte Frau Stadler,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Den Interessenskonflikt habe ich verstanden. Sicherlich wäre es sauberer, meinem Auftraggeber zu sagen, dass ich über eine Provision an dem Geschäft beteiligt bin.

Eine Rückfrage hätte ich dennoch: Was wäre das Schlimmste, was mir passieren könnte, sollte ich die Provision doch hinter dem Rücken meines Auftraggebers einstreichen? Droht mir im Falle einer Schadensersatzklage "nur" die Rückzahlung der Provision an meinen Auftraggeber oder muss ich mit weiteren Strafen rechnen (vorbestraft, weitere Zahlungen über die Provisionsgebühr hinaus, ...)?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26. Oktober 2020 | 13:23

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage:

Eine Strafbarkeit dieses Vorgehens käme allenfalls in Betracht wenn sich aus Ihrem Auftrag eine Vermögensbetreuungspflicht ergeben würde oder Sie die Aufgabe hätten auf jeden Fall den günstigsten Foodtruck zu suchen, weil dadurch dann eine Verzerrung durch die Provision unmittelbar zu einer Verzerrung der Vorschläge führen würde. Auch sollten Sie nicht darüber täuschen, dass es sich um das günstigste Angebot handelt. Eine solche Auswahl kann ja aber auch aufgrund anderer Kriterien getroffen werden. Dafür kommt es aber wirklich auf die Einzelheiten an.

Bezüglich des Schadens könnte ein zusätzlicher Schaden dadurch entstehen, dass Sie einen günstigeren Anbieter nicht als Vorschlag unterbreiten, weil dieser nicht bereit ist mit Ihnen eine Provisionsvereinbarung abzuschließen. Das müsste dann zwar durch Ihren derzeitigen Auftraggeber nachgewiesen werden, wenn dieser aber Verdacht schöpft, dann wäre es auch denkbar, dass man Sie diesbezüglich auf Auskunft verklagt. Sehr wahrscheinlich wird das aber schwer nachweisbar sein.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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