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Freiberufler oder Gewerbetreibender?

| 14.05.2015 15:58 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,
ich bin in einer Praxis teilzeit als Ergotherapeut angestellt. Durch eine Vielzahl von Fort- und Weiterbildungen habe ich mir umfassende Kenntnisse im Coaching angeeignet und möchte nun außerhalb der Praxistätigkeit Lebensberatung und Coaching für Privatkunden und auch Firmen anbieten, sowie Kurse an der Volkshochschule geben.

Der Arbeitgeber ist über meine Nebentätigkeit informiert und ist damit einverstanden.

Es stellt sich mir nun die Frage, welchen Status ich bei dieser Nebentätigkeit (in Baden Württemberg) habe und was von mir zu veranlassen ist, damit ich keine Scherereien mit dem Finanzamt und der Sozialversicherung bekomme.

Bin ich sowohl Angestellter der Praxis und –nebenberuflich- Freiberufler, Selbstständiger oder sogar Gewerbetreibender? Brauche ich für diese Nebentätigkeiten einen Gewerbeschein? Muss ich das Finanzamt/die Sozialversicherung über diese Nebentätigkeit informieren?

Zu Beginn werden die Einkünfte aus dieser Nebentätigkeit sehr überschaubar sein. Gibt es Freigrenzen, die für mich Konsequenzen haben? Welche Konsequenzen?

Vielen Dank für Aufklärung.
14.05.2015 | 17:23

Antwort

von


(21)
Köpitzer Straße 4
10315 Berlin
Tel: 030/5110683
Web: http://www.kanzlei-weber-berlin.de
E-Mail:


Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von frag-einen-anwalt.de.

Sehr gern beantworte ich Ihre Anfrage basierend auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt:

Die Frage, ob eine selbstständig ausgeübte Tätigkeit als freier Beruf ist oder als Gewerbe zu werten ist, kann in vielen Fällen nicht eindeutig beantwortet werden.
Das Einkommensteuergesetz (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG) zählt zunächst Berufsgruppen auf, die eindeutig den freien Berufen zugeordnet werden. Speziell sind wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten aufgeführt. Die von Ihnen beschrieben Tätigkeit kann hier nicht zugeordnet werden, eine erzieherische Tätigkeit liegt z.B. nicht bei einer Beratung vor. Einziger Anhaltspunkt für eine Zuordnung könnten die Kurse, die Sie an Volkshochschulen planen, zu geben für eine Zuordnung in die unterrichtende Tätigkeit sein. Allerdings sprich hier dagegen, dass zur Ausübung der Tätigkeit eine höhere Bildung, z.B. ein Hochschulstudium, objektiv erforderlich ist. Dies scheint mir bei der von Ihnen auszuübenden Tätigkeit nicht der Fall zu sein.

In § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG sind weiterhin Katalogberufe aufgeführt.
Die Tätigkeit als Lebensberater ist hier nicht explizit aufgeführt. Insofern bleibt zu prüfen, ob die Tätigkeit als Lebensberater einem der genannten Berufe ähnlich ist. Damit ein Beruf dem Katalogberuf ähnlich ist, muss er in wesentlichen Punkten mit diesem übereinstimmen. Dazu gehört auch, dass Ausbildung und die berufliche Tätigkeit selbst mit dem Katalogberuf vergleichbar sind. Dies scheint mir bei der Tätigkeit als Lebensberater nicht der Fall zu sein. Man könnte allenfalls erwägen, diese Tätigkeit in die Kategorie einer psychotherapeutische Tätigkeit zu ordnen, aber selbst dann würde die Zuordnung zu einem freien Beruf nur akzeptiert werden, wenn jemand mit einem Hochschulabschluss (in dieser Fachrichtung) diese Tätigkeit ausübt, was ich Ihren Angaben jedoch nicht entnehmen kann.

Es spricht daher einiges dafür, dass die geplante Tätigkeit als Gewerbe einzustufen ist. Dennoch sollten Sie einen Versuch unternehmen, denn die Einordnung einer Tätigkeit in die freien Berufe bringt einige Vorteile mit (z.B. müssten Sie keine Gewerbesteuer).

Bei Aufnahme der Tätigkeit sollten Sie das für Sie zuständige Finanzamt darüber in Kenntnis setzen. Teilen Sie dem Finanzamt zunächst mit, dass Sie eine selbständige Tätigkeit als freien Beruf aufnehmen werden. Beschreiben Sie bei dieser Information die geplante Tätigkeit, ggf. unter Zuhilfenahme eines Steuerberaters, welcher die besonderen „Fallstricke" genau kennen sollte und hier auch entsprechendes Augenmerk auf die richtige Beschreibung der Tätigkeit legen wird.

Ebenso können Sie dem Finanzamt mitteilen, dass Sie von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchten. Kleinunternehmer sind alle selbständigen oder gewerblich Tätigen, welche mit ihrem jährlichen Gesamtumsatz einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer festgesetzte Umsatzgrenze von 17.500 € im Geschäftsjahr nicht überschreiten.

Das Finanzamt wird dann in irgendeiner Form (bestätigend oder ablehnend) reagieren und Ihnen ggf. eine Steuernummer mitteilen.

Weiterhin müssen Sie Ihre Krankenkasse über die Aufnahme der selbständigen Tätigkeit informieren. Von dieser erhalten Sie dann einen Fragenkatalog, den Sie ausfüllen müssen. Dabei müssen Sie darauf achten, dass klar heraus kommt, dass es sich um eine Nebentätigkeit handelt, auch und gerade bezüglich des zeitlichen Umfangs und der erwarteten Einnahmen.

Die Anmeldung eines Gewerbes sollten Sie, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, -unabhängig von der steuerrechtlichen Einordnung der geplanten Tätigkeit- bei der zuständigen Ordnungsbehörde vornehmen. In § 14 GewO (Gewerbeordnung) heißt es: „Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen.". Sie sind also mit Beginn der Tätigkeit verpflichtet, diese auch anzumelden. Ansonsten könnte Ihnen bei verspäteter Anmeldung ein Bußgeld drohen. Diesem Risiko sollte man hier aus dem Wege gehen.

Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten oder Nachfragen können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Jenny Weber
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Jenny Weber

Bewertung des Fragestellers 14.05.2015 | 21:26

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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer selbständigen und unselbständigen Tätigkeit. MfG Jenny Weber
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