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Freiberufler - Rechnung


| 21.08.2007 14:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich bin als Freiberufler (Musiker) tätig, als solcher Mitglied der KSK. Ich zahle für meine Einkünfte aus dieser Arbeit selbstverständlich Einkommensteuern, Umsatzsteuer wurden bisher nie fällig, weil ich immer unter dem Freibetrag blieb.

Bisher habe ich immer ohne Probleme meine Arbeit formlos in Rechnung gestellt (für Leistung x berechne ich Summe y, zalhbar auf Konto z).

Nun plötzlich beginnen bestimmte Auftraggeber, alle möglichen Anforderungen zu stellen. Unter anderem soll ich jetzt eine Bescheinigung vom Finanzamt beibringen, als was ich dort geführt würde, desgleichen eine Mitgliedsbescheinigung in der Künstlersozialkasse.

Meine Frage lautet nun: bisher hat es immer ohne diese Bescheinigungen geklappt, waren alle meine bisherigen Rechnungen in Wirklichkeit ungültig, bzw. darf der Auftraggeber eine Bescheinigung vom Finanzamt verlangen, oder genügt der lapidare Hinweis "im Rechnungsbetrag sind alle anfallenden Steuern enthalten, der Rechnungssteller hat für die ordnungsgemäße Versteuerung selbst Sorge zu tragen"?

Ich habe vor einiger Zeit hier eine ähnliche Frage gestellt, die aber nicht verständlich beantwortet wurde. Ich bitte herzlich um eine klare und verlässliche Antwort von einem Anwalt, der sich wirklich in der Materie auskennt.
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Forderung einiger Ihrer Auftraggeber zur Beibringung von Bescheinigungen des FA und/oder der KSK Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass eine derartige Verpflichtung zur Beibringung von Bescheinigungen nicht besteht.

Unabhängig davon hat allerdings auch eine von einem sog. Kleinunternehmer, der wie in dem von Ihnen beschriebenen Sachverhalt nicht der Umsatzsteuer unterliegt, ausgestellte Rechnung bestimmte Angaben zwingend zu enthalten.

Diesbzgl. besteht auch ein Verpflichtung Ihrerseits aus § 14 Abs. 2 Nr. 2 UStG, Ihren leistungsempfangenden Unternehmern eine ordnungsgemäße Rechnung innerhalb von 6 Monaten nach Ausführung Ihrer Leistung auszustellen.

Ihre Rechnung hat dabei gem. § 14 Abs. 4 UStG folgende Anforderungen zu erfüllen:

„1Eine Rechnung muss folgende Angaben enthalten:
1.
den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers,
2.
die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
3.
das Ausstellungsdatum,
4.
eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird (Rechnungsnummer),
5.
die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung,
6.
den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung; in den Fällen des Absatzes 5 Satz 1 den Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts oder eines Teils des Entgelts, sofern der Zeitpunkt der Vereinnahmung feststeht und nicht mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung übereinstimmt,
7.
das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung (§ 10) sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, sofern sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist,
8.
den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt und
9.
in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 (gilt für Sie nicht) einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers.“

Die von Ihnen bislang praktizierte formlose Rechnungsstellung sollte daher künftig bewusst nach den o.g. Vorgaben erfolgen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 13.05.2008 | 15:08

Bitte entschuldigen Sie die späte Nachfrage. Die jüngste Diskussion mit dem AG zu diesem Thema hat ergeben, dass meine Musiker (und ich selbst) nach einem Job in einem TV-Werbespot für diesen Zweck nun als "Darsteller" gelten und nicht als Musiker, da unsere gespielte Musik im Spot nicht zu hören ist sondern nur wir beim Musizieren zu sehen sind. Die Buchaltung des Auftraggebers beruft sich nun auf das Bundessteuerblatt von 1990 Teil 1 Nr.18 IV B 6 - S 2332 - 73/90, und dort speziell auf 1.4 (S.640), wonach wir eine Steuerbescheinigung und eine KSK-Bescheinigung nun doch beizubringen hätten. Liegt der Auftraggeber damit richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.10.2008 | 16:44

Ja, mfG
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin

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