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Freiberufler: Mehrjährige Tätigkeit für Leistungen anwendbar?


29.08.2017 09:31 |
Preis: 52,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Freiberuflicher Informatiker, seit mehreren Jahren tätig (quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldung, jährliche Umsatzsteuererklärung und EÜR) hat aufgrund privater Auszeit und anstellungsähnlichen Aktivitäten zuletzt 2013 Umsätze beim Finanzamt geltend gemacht.

Zwischen 2014 und 2017 entsteht eine anstellungsähnliche Zusammenarbeit, aus der in 2017 auch eine Anstellung hervorgeht.
In 2016 wird diese Arbeit der Jahres 2014 und 2015 in Rechnung gestellt. Ebenso Rechnungen für Leistungen aus 2016.

Frage:
Ist die fünftel Regelung für mehrjährige Tätigkeiten für die betroffenen Rechnungen möglich? Wenn ja, welche Vorraussetzungen müssen die gestellten Rechnungen erfüllen.

29.08.2017 | 10:36

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ihre Frage beantworte ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Änderungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen können.
 
Die Annahme außerordentlicher Einkünfte i.S.d. § 34 (2) Nr. 4 EStG setzt voraus, dass die Vergütung für mehrjährige Tätigkeiten eine Progressionswirkung typischerweise erwarten lässt. Dies kann bei Einkünften iS.d. § 2 (2) S. 1 Nr. 1 EStG (sogenannte Gewinneinkünfte, also auch solche aus selbständiger Arbeit) dann der Fall sein, wenn
 
-der Steuerpflichtige sich während mehrerer Jahre ausschließlich einer bestimmten Sache gewidmet und die Vergütung dafür in einem einzigen Veranlagungszeitraum erhalten hat oder
-eine sich über mehrere Jahre erstreckende Sondertätigkeit, die von der übrigen Tätigkeit des Steuerpflichtigen ausreichend abgrenzbar ist und nicht zum regelmäßigen Gewinnbetrieb gehört, in einem einzigen Veranlagungszeitraum entlohnt wird oder
-der Steuerpflichtige für eine mehrjährige Tätigkeit eine Nachzahlung in einem Betrag aufgrund einer vorausgegangenen rechtlichen Auseinandersetzung erhalten hat oder
-eine einmalige Sonderzahlung für langjährige Dienste auf Grund einer arbeitnehmerähnlichen Stellung geleistet wird (BFH vom 07.07.2004, BStBl 2005 II S. 276).
 
Aus Ihrer Sachverhaltsdarstellung schließe ich, dass hier die eigentlich laufend in Rechnung zu stellenden „Vergütungen" aus den Jahren 2014 und 2015 eben erst in 2016 in Rechnung gestellt wurden. Es handelt sich daher nicht um eine Sonderzahlung, die neben den laufenden, monatlichen Rechnungen für besondere Leistungen (z.B. Diensttreue etc.), gezahlt wurde. Das genannte BFH Urteil kann hier nicht greifen.
Es könnte jedoch der 1. Punkt greifen, also eine Vergütung für eine ausschließliche Tätigkeit an einer Sache, die in einem einzigen Veranlagungszeitraum zufließt.  Um diese Voraussetzung zu erfüllen, empfehle ich die Rechnungen möglichst pauschal zu verfassen, d.h. nicht jeden einzelnen Monat anzuführen und die jeweilige Leistung nicht zu sehr im Detail zu beschreiben, sondern möglichst je eine „Rechnung für Beratungsleistungen im Kalenderjahr 2014 bzw. 2015 bzw. 2016". So könnten die Rechnungsbeträge für 2014 und 2015 mit der fünftel Regelung ermäßigt besteuert werden. Die Einkünfte 2016 wären jedoch laufende Einkünfte im Kalenderjahr 2016.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte etwas offen geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2017 | 11:06

Vielen Dank für die schnelle und präzise Antwort. Ist eine gesonderte Erläuterung bzgl. des beschriebenen Sachverhalts oder die proaktive Übersendung der betroffenen Rechnungen empfehlenswert?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.08.2017 | 13:30

Sehr geehrter Fragesteller,

eine gesonderte Erläuterung mit der Einkommensteuererklärung 2016 für das Finanzamt ist sehr empfehlenswert. Eine detaillierte Übersendung der betroffenen Rechnungen würde ich jedoch nur nach ausdrücklicher Nachfrage des Finanzamtes vornehmen.
 
Der Antrag auf ermäßigte Besteuerung bei selbständigen Einkünften wird mit Rückfragen verbunden sein. Vielleicht können Sie diese Nachfragen vermeiden, wenn Sie dem Bearbeiter im Finanzamt den zugrundeliegenden Sachverhalt gleich ausführlich darstellen, insbesondere die Zusammenballung der Einkünfte in einem Veranlagungszeitraum sollte dargestellt werden. 
 
Evtl.: Für weitere Rückfragen stehe ich Ihnen per Mail gerne zur Verfügung, eine Mandatierung ist grundsätzlich möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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