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Freelancer, Langzeitreise, kein Wohnsitz im In- und Ausland - Rechnungsform

21.02.2014 08:52 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


17:09
Hintergrund:
Ich arbeite als seit mehreren Jahren als freelancer im grafischen Bereich, aufgrund von geringer Einnahmen bis dahin nach der Kleinunternehmer-Regelung.
Ab 1.1.2014 hätte/wurde ich aufgrund erhöhter Einnahmen umsatzsteuerpflichtig (sein müssen). Allerdings bin ich seit Sep. 2013 Weltreise in Asien, zeitlich unbegrenzt.
Weitere Fakten:

1.) seit 2. Sept 2013 in Deutschland abgemeldet, also keinen festen Wohnsitz
2.) Postadresse bleibt bestehen (vor der Abmeldung bei meinen Eltern angemeldet)
3.) keinen festen Wohnsitz in Asien, da ich ständig Orte und Länder wechsle - kein fester Wohnsitz im Ausland geplant
4.) Arbeitsform - hauptsächlich Layout von Magazinen, Plakaten, Faltern, Anzeigen etc.
5.) Arbeite von unterwegs hauptsächlich für öffentliche Einrichtungen wie Stadt/Museum durch Emailversand

Meine Steuerberaterin, die ich auch persönlich kenne, hat sich bei anderen Steuerberatern sowie bei USt-Prüfern meiner Stadt erkundigt. Der Fall scheint zu kompliziert, als das es eine 100% Auskunft gäbe. Dies scheint mir zweifelhaft...Nun bin ich hier um mich rückzuversichern.

Mir wurde zuerst geraten, nach § 13b UStG</a> „Reverse-Charge, Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach" abzurechnen. Dies ist allerdings nicht möglich, da meine Kunden (Stadt, Museum) nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind.

Daher blieben mir nach Aussage nur folgende Optionen übrig:

1.) bei Unternehmen die vorsteuerabzugsberechtigt sind, die Rechnung nach <a href="http://dejure.org/gesetze/UStG/13b.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 13b UStG: Leistungsempfänger als Steuerschuldner">§13b UStG
mit einer ausländischen Anschrift (aktueller Aufenthaltsort) versehen.

2.) bei nicht Unternehmern, wie z.B. Stadt oder private Personen, die nicht vorsteuerabzugs berechtig sind, 19% USt ausweisen und die Rechnung wie bisher mit meiner Postadresse in Deutschland versehen.

Frage: Sind diese Aussagen richtig und besteht tatsächlich keine Chance, die 19% USt zu verhindern?-Mir geht es konkret darum, dass ich durch die USt für meine Kunden erheblich teurer werde und sie u.U. die Aufträge anderweitig vergeben.

Besten Dank







21.02.2014 | 10:15

Antwort

von


(470)
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52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt beantworte:

Unabhängig von Ihrem Wohnsitz und damit dem eventuellen Sitz Ihres Unternehmens gilt nach § 1 UStG , der (deutschen) Umsatzsteuer unterliegen die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausführt.

Von diesem Grundsatz kann bei Vorliegen der Voraussetzungen nach § 19 UStG im Rahmen der sog. Kleinunternehmerregelung abgewichen werden.

Auf eventuelle gesetzliche Gegebenheiten zur Umsatzsteuerpflicht im jeweiligen Ausland kann hier nicht eingegangen werden.

Das bedeutet also, dass Sie mit Wegfall der Möglichkeit der Kleinunternehmerschaft, soweit Sie im Inland Lieferungen oder sonstige Leistungen erbringen Umsatzsteuer dafür abzuführen haben.

Das nach § 13b UStG bezeichnete "Reverse-Charge" Verfahren, nachdem die Umsatzsteuerschuldnerschaft auf den Empfänger der Leistung übergeleitet wird, ist jedoch nur möglich, wenn der Empfänger der Leistung Unternehmer ist und zwar Unternehmer im Gemeinschaftsgebiet (EU) und setzt weiterhin voraus, dass Sie Unternehmer in einem anderen Staat der EU sind. Anderenfalls ist dieses Verfahren nicht möglich und es ist von Ihnen die Umsatzsteuer aus Ihren Umsätzen abzuführen.

Im Inland ansässige Unternehmer sind nach § 13a UStG Steuerschuldner bei der Ausführung sonstiger Leistungen.

Sie haben daher Ihre Rechnungen unter Ausweis der 19 Prozent Umsatzsteuer zu stellen und diese entsprechend abzuführen.
Leider müssen Sie auch die Umsatzsteuer in Ihre Preisgestaltung gegenüber Ihren Kunden einfließen lassen.

Im Übrigen können nur im Inland ansässige Unternehmen die Vergünstigung der Kleinunternehmerschaft nach § 19 UStG für sich in Anspruch nehmen.


Bedenken Sie bitte, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen kann.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Andreas Wehle

Wilhelmstr. 90
52070 Aachen

tel.: +49 (0)241 538 099 48
fax: +49 (0)241 538 099 489
email: info@rechtsanwalt-andreaswehle.de
web: www.rechtsanwalt-andreaswehle.de


Rechtsanwalt Andreas Wehle

Rückfrage vom Fragesteller 21.02.2014 | 12:06

Vielen Dank für Ihre zügige Antwort.
Ich bin weder in Steuern noch im "Juristendeutsch" äußerst bewandert, habe Sie jedoch meiner Ansicht nach verstanden.

Wenn ich trotzdem noch einmal rekapitulieren dürfte, so ist mein Wohnsitz bzw. Unternehmenssitz für die Besteuerung gänzlich unerheblich? -Ich bin ja so zu sagen heimatlos, da nirgends gemeldet…

Lediglich die Tatsache, dass ich für ein in Deutschland ansässiges Museum arbeite ist für die Besteuerung relevant?
Also würde in diesem Fall weder eine ausländische Adresse (die z.Z. der Erstellung der grafischen Leistung - Hotel XY Indonesien), noch ein Wohnsitz im Ausland helfen um der Besteuerung zu entgehen?

Vielen Dank und beste Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 21.02.2014 | 17:09

Sehr geehrter Ratsuchender,

richtig, Ihr Wohnsitz bzw. Geschäftssitz ist für die Erhebung einer Umsatzsteuer in Deutschland nicht maßgeblich. Allein der Ort der Leistungserbringung bzw. viel eher der Sitz des Leistungsempfängers. Ist dieser Unternehmer und Sie haben Ihren Sitz im Gemeinschaftsgebiet (sprich EU) nur dann können Sie von dem Reverse Charge Verfahren gebrauch machen.

Interessanter ist jedoch, wie Sie mit einem bzw. keinem Sitz, die vereinnahmte Umsatzsteuer an ein deutsches Finanzamt abführen wollen. Hier gibt es eine bestimmte Zuordnung verschiedener Finanzämter, die jeweils für diverse Länder zuständig sind.

Ich rate dazu, einmal in sich hinein zu hören und sich zu fragen, ob Sie das wirklich wollen. Auch aus Einkommenssteuerlicher Sicht kann das nur von Vorteil sein. Hier würden die Finanzbehörden neben dem Wohnsitz und soweit es einen solchen nicht gibt auf den gewöhnlichen Aufenthalt abstellen.
Selbst wenn man unterstellt eine Steuerpflicht in Deutschland würde nicht zum Tragen kommen, möchte ich anmerken, auch andere Länder haben Steuerstrafvorschriften und entsprechende Steuergesetze.

Mit freundlichen Grüßen
RA A. Wehle
Aachen

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