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Frau behauptet, dass ich sie vergewaltige, nun droht Haft - was tun?


| 24.05.2007 21:54 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai



Gutentag,

ich habe meine Exfrau weder Vergwaltigt noch geschlagen alles nur Lügen. Ich wurde vom Amts / Schöffengericht zu 3,5 Jahren Haftstrafe verurteilt. Jetzt hat mein Anwalt festgestellt das Sie bei der Polizei gelogen hat, da Sie mich folgendermassen belastet hat das ich Sie vergwaltigt und das Sie dadurch schwanger geworden und abgetrieben hat. Laut Attesten / Anwalt war Sie aber schon vorher Schwanger also gelogen kann nicht sein. Außerdem wurde ich zu Unrecht verurteilt eigentlich 2 Jahre. Bin momentan auf freiem Fuß. Berufung eingelegt.
Bin wieder verheiratet.
Meine Fragen : Kann ich vom Landgericht festgenommen werden trotz Lügen???

Wie würde dieser Urteil ca. enden ???


Vielen Dank im voraus.

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Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),
aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.
Sofern Sie neue Beweise oder Vorträge zur Entlastung haben, sollten Sie diese unverzüglich mit Ihrem Verteidiger besprechen. Es ist sehr wichtig im Vorfeld der Verhandlung aktiv zu arbeiten.
Es wäre von Vorteil wenn Sie belastende Zeugenaussagen als unglaubwürdig darstellen können. Der von Ihnen angeführte Hinweis mit der Schwangerschaft wäre schon einmal eine gute Möglichkeit.
Da Sie Berufung eingelegt haben ist das Urteil des Schöffengerichtes nicht rechtskräftig. Freilich könnte vor oder sogar in der Hauptverhandlung ein Haftbefehl gegen Sie erlassen werden. Dann müssten allerdings die rechtlichen Voraussetzungen hierfür gegeben sein (hinreichender Tatverdacht, Flucht-, Verdunklungs- oder Wiederholungsgefahr, ...).
Sollten die Voraussetzungen für den Haftbefehl nicht vorliegen, dann werden Sie auch im Falle einer Verurteilung zunächst auf freiem Fuss bleiben, bis Sie eine Ladung zum Strafantritt bekommen.
Eine Prognose bezüglich der zu erwartenden Entscheidung in der II. Instanz vermag hier niemand ohne Akteneinsicht auf seriöse weise abzugeben. Ihr Verteidiger wird Ihnen aufgrund der Kenntnisse der Akten und aufgrund der aus der Hauptverhandlung in der I. Istanz gewonnenen Erkenntnisse hier eine Einschätzung abgeben können.
Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.
Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2007 | 22:31

Für wie lange hält man mich dann fest? ich hoffe aber nicht.

habe keine vorstrafen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.05.2007 | 08:59

Sehr geehrter Fragesteller,

im Falle eines Haftbefehls (U-Haft) mindestens bis zur Hauptverhandlung, sofern dieser nicht aufgehoben oder außer Vollzug gesetzt wird. Da aber bisher keine Untersuchungshaft gegen Sie angeordnet wurde, erachte ich den Erlass eines entsprechenden Haftbefehls als unwahrscheinlich.

Im Falle einer Verurteilung haben Sie mindestens mit 1/2 (seltene Ausnahmefälle) eher mit 2/3 der Strafe im Vollzug zu rechnen. Der Rest wird bei guter Führung i.d.R. zur Bewährung ausgesetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
Rechtsanwalt

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