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Frau & Ehemann verstorben, Kinder enterbt, Enkel erbt - Pflichtteilsansprüche?

06.07.2010 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

Sachlage: Erbfall 2009, Alleinerbe, mehrere Pflichteilsberechtigte

Frau stirbt 2008 und hinterlässt Ihren Ehemann (Zugewinn-gemeinschaft) sowie 2 erwachsene Kinder aus der gemeinsamen Ehe. Per Testament benennt Sie Ihren Ehemann als Alleinerben und enterbt Ihre beiden Kinder.
Pflichtteilsansprüche wurden von den Kindern nicht geltend gemacht.
2009 verstirbt dann der Ehemann. Per Testament werden erneut die Kinder enterbt und der Enkel als Alleinerbe benannt. Pflichtteilsansprüche der enterbten Kinder werden gegenüber dem Enkel im Fall der verstorbenen Frau als auch im Fall des verstorbenen Vaters anwaltlich in einem Schreiben angemeldet. Der Anwalt vertrifft beide Kinder.

Meine Fragen hierzu:

Grundsätzlich:
Wie muss hier von Anwaltsseite rechtmäßig vorgegangen werden?
Muss der Anwalt beiden Fälle getrennt voneinander abwickeln und
sowohl die Vertretung seiner Mandanten im Fall des verstorbenen Vaters sowie zusätzlich noch im Falle der vorverstorbenen Mutter anzeigen oder kann er dies als "einen Erbfall mit Pflichtteilsansprüchen" abwickeln und die Auskunftspflicht über Konten und Nachlasskosten beider verstorbenen zusammen anfordern?

Können Kosten die im Zuge der Auskunftspflicht entstehen dann in einem, oder beiden Fällen als Nachlasskosten angerechnet werden?

Zu den Pflichtteilsansprüchen:

Wenn zuerst Pflichtteilsansprüche aus dem Nachlass des verstorbenen Vaters angemeldet (und auch ausbezahlt werden) was ist dann mit den Ansprüchen gegenüber der vorverstorbenen Mutter?

Wenn zuerst Pflichtteilsansprüche aus dem Nachlass der vorverstorbenen Mutter angemeldet (und auch ausbezahlt werden) was ist dann mit den Ansprüchen gegenüber dem verstorbenen Vater?

Können beide Ansprüche in einer Forderung geltend gemacht werden?

Wie sollte Ihrer Meinung nach aus Sicht des Erben vorgegangen werden?


Vielen Dank vorab für Ihre Antworten!

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:


Wie muss hier von Anwaltsseite rechtmäßig vorgegangen werden?

Der Anwalt, der die Enterbten vertritt, muss gegenüber dem Erben den Pflichtteilsanspruch geltend machen. Zunächst ist dazu ein Auskunftsanspruch geltend zu machen, um vom Erben zu erfahren, in welchem Rahmen sich die Erbmasse bewegt. Dann ist in einem zweiten Schritt der Pflichtteil auszurechnen und geltend zu machen.


Muss der Anwalt beiden Fälle getrennt voneinander abwickeln und sowohl die Vertretung seiner Mandanten im Fall des verstorbenen Vaters sowie zusätzlich noch im Falle der vorverstorbenen Mutter anzeigen oder kann er dies als "einen Erbfall mit Pflichtteilsansprüchen" abwickeln und die Auskunftspflicht über Konten und Nachlasskosten beider verstorbenen zusammen anfordern?

Ja, das kann zusammen ausgeführt werden.


Können Kosten die im Zuge der Auskunftspflicht entstehen dann in einem, oder beiden Fällen als Nachlasskosten angerechnet werden?

Die Kosten hat im Unterliegensfall der Erbe zu tragen. Er kann sich dann auch seinem Nachlassanteil bedienen.


Wenn zuerst Pflichtteilsansprüche aus dem Nachlass des verstorbenen Vaters angemeldet (und auch ausbezahlt werden) was ist dann mit den Ansprüchen gegenüber der vorverstorbenen Mutter?

Soweit hier auf den Pflichtteil verzichtet worden ist, kann dies nunmehr nicht mehr mit eingefordert werden. Dann blieb nur der Anspruch auf den Pflichtteil nach dem Vater.

Ansonsten kann man aber auch indirekt einen Pflichtteilanspruch nach der Mutter konstruieren und einfordern.


Wenn zuerst Pflichtteilsansprüche aus dem Nachlass der vorverstorbenen Mutter angemeldet (und auch ausbezahlt werden) was ist dann mit den Ansprüchen gegenüber dem verstorbenen Vater?

Diese bestehen genauso und können eingefordert werden.


Können beide Ansprüche in einer Forderung geltend gemacht werden?

Grundsätzlich ja, müssen aber getrennt begründet und vorgerechnet werden.


Wie sollte Ihrer Meinung nach aus Sicht des Erben vorgegangen werden?

Der Erbe sieht sich dann zunächst dem Auskunftsanspruch ausgesetzt und muss darauf entsprechend reagieren. Ggf. sollte er sich auch einen Anwalt nehmen, der ihn vertritt und insbesondere beim Erstellen des Nachlassverzeichnisses und der Berechnung hilft.

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