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Frankenkredit und unkooperative Bank

21.01.2015 18:56 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 2008 haben wir einen Fremdwährungskredit für einen Immobilienkauf aufgenommen.
Der Banker hat uns diesen damals mehrmals empfohlen, da meine Frau und ich Grenzgänger in der Schweiz sind und unser Gehalt in SFR erhalten. Mit der Aussage, für uns würde kein Währungsrisiko bestehen, hat der Banker mehrmals seine Empfehlung unterstrichen. (Dies steht im übrigen immer noch auf der Webseite der besagten Bank "Kein Währungsrisiko für Grenzgänger" bei Schweizer Franken Darlehen mit Festzinsvereinbarung). Damals stand der Franken zum Euro bei 1,64 zu 1.
Bei diesem Kredit wurde keine Tilgung festgesetzt, stattdessen werden nur die Zinsen in SFR bezahlt und eine Tilgungsersatzleistung in einen Bausparvertrag in Euro geleistet.
Meine Frau wurde 2014 arbeitslos und erhielt als Grenzgänger die Arbeitslostenzahlungen in Euro. Nachdem der Franken nun extrem gestiegen ist und meine Frau ihr Einkommen in Euro erhielt, wollten wir den Kredit 2014 in einen Eurokredit umwandeln. Die Bank hätte dies nur unter Voraussetzung einer höheren Vorfälligkeitsentschädigung genehmigt - Alternativen hatte man uns nicht angeboten.
Wir haben uns schlussendlich gegen eine Umschuldung in Euro und für den Verkauf der Immobilie entschieden. Mitte Dezember war der Termin beim Notar. Die Schlüsselübergabe und Zahlung wurde auf Anfang Februar 2015 festgelegt.
Vor zwei Wochen, also Mitte Januar, entschied nun die SNB die Aufhebung des Mindestkurses und wir erhielten einen weiteren Verlust durch das Währungsrisiko.
Daraufhin haben wir versucht, den Verkauf bzw. die Zahlung der Immobilie des Käufers vorzuziehen um einen weiteren Sprung des SFR und somit weiteren Verlust aus dem Wege zu gehen.
Der Käufer, der bei der selben Bank wie wir den Kredit aufgenommen hat, war einverstanden. Beim Notar fehlte allerdings die Bescheinigung der Grundschuldübernahme der Bank. Wir haben mehrmals versucht mit der Bank zu reden, diese Unterlagen doch bitte schnellstmöglich an den Notar zukommen zu lassen. Die Bank hat uns mehrmals versichert diesem nachzukommen und dennoch erhielt der Notar bis heute kein Schreiben.

Nun zu meinen Fragen:
1. War die Aussage des Kreditberaters bei unserer Aufnahme des Kredits in SFR doch eine Falschaussage, da wir ein erhebliches Währungsrisiko beim Verkauf der Immobilie trugen.
Ist das einfach unser Pech oder können wir da gegen die Bank mit einer Falschberatung vorgehen?
2. Trotz mehrfachem bitten und Zustimmung des Käufers, hat die Bank es nicht auf die Reihe bekommen, die Unterlagen an den Notar zu senden.
Zählt dabei einzig der Notartermin oder auch eine mündliche Vereinbarung mit dem Käufer für eine vorzeitige Zahlung?
3. Kann es der Bank egal sein, was der Käufer und ich vereinbaren und sich trotz Zusagen einfach nicht rühren oder können wir sie eventuell bei weiteren Verlusten belangen?

Vielen Dank schon einmal für die Antworten.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:




Frage 1:
"War die Aussage des Kreditberaters bei unserer Aufnahme des Kredits in SFR doch eine Falschaussage, da wir ein erhebliches Währungsrisiko beim Verkauf der Immobilie trugen.
Ist das einfach unser Pech oder können wir da gegen die Bank mit einer Falschberatung vorgehen?".



Das kommt auf die konkrete Aussage des Bankmitarbeiters an.

Wenn Ihnen bedeutet wurde, dass ein Währungsrisiko überhaupt nicht bestehe, ist dies schon mit Hinblick auf den in € abgeschlossenen Bausparvertrag bedenklich.

Soweit man jedoch ausschließlich auf die damals der Finanzierung zugrunde liegende Arbeitsplatz- und Lohnsituation der beiden Darlehensnehmer abgestellt hat, ist die Aussage ja gar nicht so verkehrt gewesen.

Dass eine Veränderung dieser Situation zu mitunter erheblichen Auswirkungen auf den Kredit führen wird, sollte eine gute Beratung allerdings auch mit umfassen. Denn eine gute und seriöse Beratung sollte Ihnen natürlich auch verdeutlicht haben, welche konkreten Auswirkungen steigende und fallende Kurse auf Ihren Kredit haben würden, denn ein Fremdwährungskredit ist ja nur eines von mehreren Möglichkeiten zur Finanzierung einer Immobilie.

Zudem war die Arbeitslosigkeit Ihrer Frau damals sicher nicht vorhersehbar, aber durch diesen Wegfall des Schweizer Einkommens erhöht sich naturgemäß das Währungsrisiko. Ebenso wie die unerwartete Abkopplung des Franken an den Euro durch die SNB.

Sie sollten daher das gesamte Vertragswerk unter Schilderung der genauen Einzelumstände hinsichtlich der Beratung einer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei vor Ort zur Prüfung vorlegen.

Denn wenn tatsächlich aus dieser Prüfung Anhaltspunkte für eine Beraterhaftung zutage gefördert würden, müssten diese Punkte gerichtsverwertbar bewiesen werden.




Frage 2:
"Zählt dabei einzig der Notartermin oder auch eine mündliche Vereinbarung mit dem Käufer für eine vorzeitige Zahlung?".


Vorrangig ist sicher der Notartermin.

Soll dieser aus den genannten Gründen vorgezogen werden, müssten Sie dies schriftlich und nachweisbar unter Fristsetzung der Bank zur Kenntnis bringen und sich Schadensersatzansprüche wegen eines durch die verspäte Versendung der Unterlagen entstandenen Zinsschaden vorbehalten.


Zusätzlich werden Sie dann noch die Erklärung des Käufers benötigen, dass dieser tatsächlich bei Vorliegen der Dokumente das Objekt zu einem früheren Zeitpunkt erworben hätte.





Frage 3:
"Kann es der Bank egal sein, was der Käufer und ich vereinbaren und sich trotz Zusagen einfach nicht rühren oder können wir sie eventuell bei weiteren Verlusten belangen?"



In der unter Frage 2 geschilderten Konstellation wird es der Bank nicht egal sein, da sie dann im Falle einer verschuldeten Verzögerung grundsätzlich in die Haftung für dadurch entstandene Verzögerungen genommen werden könnte.










Mit freundlichen Grüßen


Raphael Fork
-Rechtsanwalt-

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