Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fragen zur Berechnung Unterhalt


| 27.07.2005 09:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Morgen,

zur Berechnung des Unterhaltes gegenüber meinen drei Kindern (8,6 und 4) und meiner Frau (noch verheiratet) setze ich die Anwendung Brink****** Ali*** ein (Ich möchte hier keine Schleichwerbung machen).
Diese Berechnung habe ich meiner Frau offen gelegt und es kam in 4 Details zu einem Streit.

Zu uns: Ich bin leitender Angestellter bei einer Sparkasse, meine Frau arbeitet als Steuerprüferin beim Finanzamt (Beamtin 50% Teilzeit mit A10/A11).

1. Frage:
Ich trage derzeit die volle Darlehenssumme von 980 EUR p.M. (1. Halbjahr 2005) und 630 EUR p.M. (2. Halbjahr durch Vertragswechsel mit Sonderzahlungen 630 EUR einmalig)
Meine Frau wohnt weiterhin mit den Kindern im Haus, ein Wohnwertvorteil von 390,06 EUR p.M. wird bei ihrem Gehalt angesetzt, ich bin in einer Mietwohnung.
Wird diese Kreditbelastung in voller oder nur in halber Höhe für mein bereinigtes Einkommen angesetzt (Verbindlichkeit während gemeinsam) ?

2. Frage:
Die tägliche Fahrtstrecke zur Arbeit (einfach) beträgt 74 km bei 220 Arbeitstagen. die km-Pauschale beträgt in Hamburg 0,30, ergäbe (kein Ansatz der 5 % Regel) einen Betrag -652,67 EUR auf mein Einkommen.
Meine Frau bezweifelt, dass dieser Satz in der Höhe überhaupt angesetzt werden darf, da am Jahresende diese Pauschale steuerlich in der Einkommenssteuererklärung angesetzt werden darf. Ebenso gibt eine eine Verhältnismäßigkeitsregel, in welcher Höhe Fahrtkosten akzeptiert werden ?

3. Frage:
Als Beamtin ist meine Frau Privat versichert, die Kinder sind bei mir gesetzlich (freiwillig) versichert. Ist ihr Netto-Einkommen daher abzüglich der KV Beiträge zu rechnen oder können diese Beiträge als berufsbedingte Aufwände gerechnet werden ?

4. Frage:
Die Drohung steht im Raum, dass sie noch nicht in diesem Umfang (50%) arbeiten müsse.
Nach Ablauf der 3 Jahre Mutterschaft kehrte sie 2003 zum Finanzamt zurück, erhöhte 2004 auf 40% (freiwillig) und schliesslich Januar 2005 auf 50% (freiwillig, da das die Voraussetzung für Steuer-Aussendiensttätigkeit ist).

Wie ernst ist diese Drohung zu nehmen ?

Danke für Ihre Antwort.

27.07.2005 | 11:20

Antwort

von


221 Bewertungen
Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der mir von Ihnen mitgeteilten Informationen gerne beantworten möchte.

Zunächst erlaube ich mir zum Thema Software noch den Hinweis, dass zum 1.7.2005 die Düsseldorfer Tabelle (und die Unterhaltsrichtlinien der OLGe) angepasst wurden. Viele Programme wurden noch nicht entsprechend auf den aktuellen Stand gebracht.

1. Frage
Grundsätzlich kommt es bei der Bemessung von Kindesunterhalt (im Gegensatz zum nachehelichen Unterhalt) nicht darauf an, ob Verbindlichkeiten eheprägend waren. Vielmehr wird eine Einzelfallbetrachtung angestellt. Dabei wird insbesondere hinterfragt, welchen Zweck die Verbindlichkeit hat. Bewegt sich die Abzahlung (Zins und Tilgung) z. B. im Rahmen des Wohnwertes des Pflichtigen, wird sie regelmäßig zu berücksichtigen sein. Wenn sie ferner ermöglicht, dass die Unterhaltberechtigten unterkommen, wird die Zahlung ebenso wenig zu berücksichtigen sein, da diesen dadurch ein Vorteil zukommt. Abweichend könnte allenfalls zu entscheiden sein, wenn nicht einmal der Regelbetrag (=Mindestleistung, Gruppe 1 der DDT) gewährleistet ist. Allerdings wäre auch dann voraussichtlich, wegen des Wertes des kostenfreien Wohnens, meiner Meinung nach nicht anders zu entscheiden,

2. Frage
Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz besteht unterhaltsrechtlich die Verpflichtung, soweit möglich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Sind aus persönlichen Gründen die Autofahrten zu gestatten (Krankheit, Körperbehinderung, ungünstige öffentliche Verkehrsmittel, sehr gute Einkommensverhältnisse), wird tatsächlich eine Kilometerpauschale abgezogen. Nach den Leitlinien des OLG Hamburg wird eine Pauschale von 0,27 € pro Kilometer (entsprechend § 9 Abs. 3 Nr. 1 ZSEG) angesetzt. Generell wird keine Verhältnismäßigkeitsregel angewandt. Wenn aber die PKW-Kosten einen unverhältnismäßig hohen Aufwand verursachen, durch den angemessene Unterhaltsleistungen ausgeschlossen würden, kann ein Wohnsitzwechsel verlangt und deshalb die Fahrtkosten als nur zum Teil abzugswürdig angesehen werden. Allerdings muss dann auch, bei konkreter Abrechnung auf Kilometerbasis, die Werbungskostenpauschale in der entsprechenden Höhe dem Einkommen des Pflichtigen hinzugerechnet werden.

3. Frage
Bei den Beiträgen zur privaten Krankenversicherung handelt es sich um eine Vorsorgeaufwendung. Sie fallen nicht unter berufsbedingte Mehraufwendungen und sind daher zusätzlich in der nachgewiesenen Höhe vom Nettobetrag abzuziehen.

4. Frage
Tatsächlich ist die Tätigkeit der Mutter überobligatorisch. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes wird eine Teilzeittätigkeit erst dann geschuldet, wenn das Kind/die Kinder das Grundschulalter überschritten haben. Das Vorhandensein eines vierjährigen Kindes genügt also, um die Verpflichtung zur Teilzeittätigkeit auszuschließen.

Ich hoffe, Ihnen mit der summarischen Prüfung der Rechtslage weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-
www.anwaltskanzlei-hellmann.de


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2005 | 11:50

Hallo,

Danke für die Antwort. Die Fragen 3 und 4 sind für mich damit klar beantwortet.
Bei der Frage 1 ist die Antwort aber für mich offen geblieben.

1. Die Verbindlichkeit gilt der Abzahlung des gemeinsamen Wohneigentums (derzeitiger Wohnort der Kinder und meiner Frau)
2. Die Abzahlung/Tilgung übersteigt den Wohnwert deutlich.
3. Es liegt kein Mangefall vor, selbst bei Anrechnung der vollen Darlehensrate.

Wird jetzt diese in voller Höhe angesetzt ?

Zu Frage 2: ungünstige öffentliche Verkehrsmittel und gute Einkommensverhältnisse liegen vor.
Als Grundlage einer Zurechnung der Kilometerpauschale zu Einkommensbereinigung gilt dann die 50km Kappungsgrenze der Werbungskostenpauschale. Richtig ?

Danke für Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.07.2005 | 13:35

Sehr geehrter Fragesteller,

nach Zugrundelegung Ihrer Information ist davon auszugehen, dass beide Raten abzugsfähig sind. Eine genauere Auskunft ist nicht möglich, da derartige Überlegungen im FamR stets von der Billigkeit überlagert werden, was immer eine Frage des konkreten Sachvortrages ist. Aber es sind ersichtlich keine Anhaltspunkte für eine Unbilligkeit der kompletten Anrechnung der Raten vorhanden, da kein Mangelfall vorliegt und sie sogar (neben der Unterstützung des Naturalunterhalts der Kinder) zum Vermögensaufbau der Frau beitragen (was grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten ist).

Eine Kappung bei 50 km wird nicht starr vorgenommen. Allerdings wird teilweise vertreten, dass ab einer (einfachen Entfernung) von 30km lediglich die Hälfte der Pauschale angesetzt werden darf. Letzlich wird der Abzug nach oben hin sonst nur anhand der bereits skizzierten Überlegungen begrenzt.

Hochachtungsvoll

RA Hellmann

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Bei Nachfrage dann die detailliertere Antwort. Danke "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Bei Nachfrage dann die detailliertere Antwort. Danke


ANTWORT VON

221 Bewertungen

Eiermarkt 2
30938 Burgwedel
Tel: 05139 - 9 70 333 4
Web: www.hellmannundpaetsch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Versicherungsrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht