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Fragen zur Anerkennung/ Adoption einer Vaterschaft bei einem Volljährigen

14.04.2016 21:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Vaterschaft Anerkennung und Anfechtung nur innerhalb gesetzlicher Fristen möglich.

Guten Abend,

mit 19 Jahren habe ich erfahren, dass mein sozialer Vater nicht mein leiblicher Vater ist. Wir haben das damals gleich auch per privatem Vaterschaftstest überprüft. Seitdem habe ich ein gutes Verhältnis zu beiden meinen Vätern, auch wenn sie sich selbst noch nie begegnet sind. Das ganze ist nun 14 Jahre her.

Nun bespreche ich mit meinem leiblichen Vater, wie er die Vaterschaft anerkennen kann. Er will das auch. Er ist verheiratet und seine Frau hat aus erster Ehe eine Tochter in die Ehe gebracht.

Meine Fragen:

Was ist hinsichtlich der Anerkennung/Adoption zu beachten? Was sind Rechte und Pflichten?

Hierzu zwei Dinge besonders:
Was ist der Unterschied zwischen Anerkennung und Adoption? Was sind Vor und Nachteile?

Fristen
Ein Anwalt aus dem Bekanntenkreis meines leiblichen Vaters hat ihn darauf hingewiesen, dass die Anerkennung der Vaterschaft nur binnen 10 Jahren nach der Feststellung stattfinden kann. Ist dem so?

Was ist hinsichtlich der Auflösung des Vaterschaft meines sozialen Vaters zu beachten? Was sind Rechte und Pflichten?

Hierzu zwei Dinge
Elterngeld
Mein sozialer Vater ist mittellos und wird wohl bald pflegebedürftig. Er und meine Mutter sind verheiratet, allerdings dauerhaft getrennt lebend. Ich verfüge über ein sehr gutes Einkommen. Kann es sein, dass ich auch nach der Anerkennung der Vaterschaft noch zur Unterstützung für meinen sozialen Vater herangezogen werde? Wäre es besser, wenn sich meine Mutter trennen würde?

Bafög
Desweiteren habe ich Bafoeg während des Studiums erhalten, und mittlerweile komplett zurück bezahlt. Aus den Vermögensverhältnissen meines leiblichen Vaters heraus hätte mir ggf. weniger Bafoeg zugestanden. Wird das dann ggf. noch einmal aufgerollt? Wie verhalte ich mich hier korrekt?

Einsatz editiert am 15.04.2016 07:24:10

Einsatz editiert am 15.04.2016 11:50:22
Eingrenzung vom Fragesteller
15.04.2016 | 07:22

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit, dass Ihr leiblicher Vater die Vaterschaft für Sie anerkennt. Hierzu sind Ihre und die Zustimmung der Mutter nötig. Die Anerkennungs- und Zustimmungserklärungen müssen öffentlich beurkundet werden. Dies ist möglich bei einem Notar, Standesamt oder einem Rechtspfleger bei Gericht.

Außerdem darf zu keinem anderen eine Vaterschaft bestehen. Es muss also zunächst die Vaterschaft zu Ihrem rechtlichen Vater aufgehoben werden. Dies ist nur durch Vaterschaftsanfechtung möglich. Die Vaterschaft anfechten können der rechtliche Vater, die Mutter, der leibliche Vater und das Kind, vgl. § 1600 BGB.

Die Frist beträgt 2 Jahre und beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der jeweilige Anfechtungsberechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen. Für die Vaterschaftsanfechtung durch das Kind, also Sie, besteht nach § 1600b Absatz 5 BGB noch die Möglichkeit nach Ablauf dieser Frist, die Vaterschaft anzufechten, wenn das Kind Kenntnis von Umständen erhält, aufgrund derer die Folgen der Vaterschaft für das Kind unzumutbar werden lassen. In diesem Fall beginnt die 2-Jahres-Frist ab Kenntnis der Umstände für eine unzumutbare Vaterschaft zum rechtlichen Vater erneut.

Gründe für eine unzumutbare Vaterschaft können sein, die Scheidung des rechtlichen Vaters von der Mutter.

Dies ist meines Erachtens der einzige Punkt, über den Sie eine Vaterschaftsanfechtung begründen können, es sei denn einer der anderen Anfechtungsberechtigten weiß erst seit weniger als zwei Jahren, dass Sie einen anderen leiblichen Vater haben. Dann könnte auch diese Person noch eine Anfechtung der Vaterschaft erstreben.

Mit der Vaterschaftsanfechtung erlöschen die Verwandschaftsverhältnisse zum leiblichen Vater. Damit sämtliche Rechte und Pflichten, die aus der Verwandschaft bestanden beendet. Insbesondere besteht keine Verpflichtung zu möglichem Elternunterhalt. Mit der wirksamen Anerkennung durch den leiblichen Vater begründen Sie zu diesem das Verwandschaftsverhältnis Vater - Kind, mit den daraus resultierenden Rechten und Pflichten.

Die Angelegenheit BAFÖG ist durch Ihre Rückzahlung abgeschlossen. Da SIe durch eine etwaige Anerkennung auch erst ab dem Zeitpunkt der Wirksamkeit der Anerkennung Verwandschaftsverhältnisse begründen, ist dies für die Vergangenheit unbeachtlich.

Eine Adoption scheidet in Ihrem Fall aus, da nach § 1741 Absatz 2 BGB ein Ehepaar ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen kann. Das heißt, auch die Ehefrau Ihres biologischen Vaters müsste Sie adoptieren und damit wird das Verwandschaftsverhältnis zu Ihrer leiblichen Mutter beendet.

§ 1741
Zulässigkeit der Annahme

(1) Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht. Wer an einer gesetzes- oder sittenwidrigen Vermittlung oder Verbringung eines Kindes zum Zwecke der Annahme mitgewirkt oder einen Dritten hiermit beauftragt oder hierfür belohnt hat, soll ein Kind nur dann annehmen, wenn dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist.

(2) Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind nur allein annehmen. Ein Ehepaar kann ein Kind nur gemeinschaftlich annehmen. Ein Ehegatte kann ein Kind seines Ehegatten allein annehmen. Er kann ein Kind auch dann allein annehmen, wenn der andere Ehegatte das Kind nicht annehmen kann, weil er geschäftsunfähig ist oder das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Da das Rechtsgebiet der Vaterschaftsanfechtung und -anerkennung für den juristischen Laien recht kompliziert ist und es oft auf Feinheiten im Sachverhalt ankommen kann, würde ich Ihnen dringend empfehlen, sich diesbezüglich im Rahmen einer persönlichen Rechtsberatung bei einem Anwalt die einzelnen Wege für Ihren konkreten Fall prüfen zu lassen.

Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen. Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und freue mich über eine positive Bewertung von Ihnen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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