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Fragebogen wurde von Homepage geklaut und in Zeitschrift veröffentlicht


20.05.2005 08:47 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Ich bin Tierpsychologin und Autorin.
Auf meiner Homepage (www.hundepsychologin.de) befinden sich diverse von mir entwickelte Analysebögen zur Tiertherapie. Einer dieser Fragebögen wurde nun von einer anderen Tierpsychologin kopiert, mit zusätzlichen Phasen eines anderen Fragebogens einer 3. Tierpsychologin ergänzt und in einer Fachzeitschrift „Hundewelt Ausgabe 6/05“ unter ihrem eigenen Namen und Kontakt veröffentlicht, mit dem Ziel, hierdurch Kunden zu gewinnen. Da ich selbst seit Jahren für diesen Verlag (Minerva-Verlag) tätig bin, bemerkte ich dies am Erscheinungstag durch mein Belegexemplar. Der Verlag ist hieran unschuldig, da die betreffende Person wohl glaubhaft machte, der Text wäre ihr eigenes Werk. Ich möchte auch nicht gegen den Verlag sondern gegen die Verursacherin vorgehen. Die Zeitschrift hat eine Auflage von ca. 80.000 Exemplaren monatlich. Da ich bereits kleinere Bachblüten-Fragebogenaktionen in diversen Zeitschriften veröffentlicht habe, weiß ich, dass ca. 3-5 % der Leser reagieren. Eine Auswertung dieses Fragebogens mit Ferntherapie kostet bei mir ca. 40-50 Euro, so dass mir hier ein geschätzter Schaden von 10.000 – 20.000 Euro entstehen könnte. Da man nie vorher genau weiß, wieviele Leser antworten, kann man den Schaden hier nur schätzen und ich würde ihn mit 10.000 Euro als realistisch ansehen. Als Zeugin würde die Chefredakteurin des Verlages zur Verfügung stehen.
Nach einer Kontaktaufnahme stritt die betroffene Dame zuerst ab, etwas von einer solchen Veröffentlichung zu wissen, gab es dann telefonisch jedoch zu – was sich auch durch Telefonate mit der Chefredaktion und mir vorliegende e-mails des Verlages nachweisen lässt.
Ich wollte ihr nun eine außergerichtliche Einigung durch Zahlung eines Schadensersatzes von 2000 Euro anbieten - ist das sinnvoll? Auch mir ist nicht unbedingt an einem langwierigen Prozeß gelegen.

Die andere Betroffene, deren Copyright-Rechte durch Entnahme etlicher wortwörtlicher Passagen ebenfalls verletzt wurden, wird wohl auch rechtlich gegen die Verursacherin vorgehen.

Kann ich hier auch Anzeige (strafrechtlich) erstatten?

Welche Kosten kämen im Vorfeld auf mich zu (Anwalt, Gerichtskosten) ?

Wie stehen meine Chancen?
Sehr geehrte Ratsuchende,

ein Anzeige kann erstattet werden, da noch Ihrer Darstellung § 106 UrhG (nachzulesen auf unserer homepage) einschlägig sein dürfte, wonach ein solches Vergehen mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder (wohl hier) einer Geldstrafe bestraft wird. Diese Geldstrafe werden Sie aber nicht erhalten, so dass Sie zwischen dem strafrechtlichen und zivilrechtlichen Weg unterscheiden müssen.

Zivilrechtlich können Sie nämlich den Ihnen entstandenen Schaden ersetzt verlangen, wobei Sie damit Recht haben, dass zumindest bei der Höhe Beweisprobleme ein langwiriges Verfahren zu erwarten sein kann.

Deshal sollte man hier in der Tat eine außergerichtliche Einigung (bis zu deren Abschluß ich auch die Stellung einer Strafanzeige zurüchstellen würde) nachdenken, wobei 1/5 bis 1/10 des Schadens Ihrerseits ein großzugiges Angebot darstellt, da man normal 50% der Summe als Verhandlungsbasis anwendet. Im Rahmen dieser Einigung sollte man die Gegenseite aber auf jeden Fall dazu bringen, die Rechtsverfolgungskosten zu tragen.

Ausgehend von dem von Ihnen genannten Wert von 2.000,00 EUR würden die Gesamtkosten der ersten Instanz 782,18 EUR bei einem RA und 1.345,36 bei zwei RAe liegen, wobei allerdings der Verlierer des Prozesses die Kosten tragen müsste.

Einigen Sie sich außergerichtlich und müssten Sie die Kosten selbst tragen (was vermieden werden sollte), kommen ungefähr 450,00 EUR an Kosten auf Sie zu.


Da Ihre Chancen gut stehen (wobei Sie sich zur Vorsicht die Telenonate von der Chefredaktion schriftlich bestätigen lassen sollten), Ersatz (in welcher Höhe auch immer) zu bekommen, können Sie sicherlich von einer gestärkten Position aus verhandeln. Mit der Stellung der Strafanzeige würde ich aber noch warten, da die Erfahrung zeiht, dass ein Gegner, der schon eine Strafanzeige bekommen hat, sich dann nicht mehr so verhandlungswillig zeigen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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