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Frage zum Konto in der Schweiz


06.09.2006 07:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Guten Tag!

Ich habe vor ca. 6 Monaten ein Konto in der Schweiz eröffnet, das ich zum ansparen von kleinen Geldbeträgen nutzen möchte. Bei der Eröffnung dieses Kontos sagte mir der Kundenberater, das ich dieses Konto beim Finanzamt nicht melden müsste, da ein teil der Zinserträge von den Schweizer Finanzamt einbehalten würden und diese dann in mein Heimatland anonym abgeführt werden. Er sagte das es ein Abkommen seid 2005 zwischen Deutschland und der Schweiz gibt.
Darf ich dieses Konto ohne bedenken nutzen, oder muss ich den Behörden auskunft darüber erteilen? Die beträge die ich zukünftig monatlich überweisen möchte liegen bei ca. 500 Euro. Da der Staat seid geraumer Zeit zugriff auf alle Kontobewegungen hat, bin ich mir nicht ganz sicher ob dies überhabt erlaubt ist, in ein anderem Land Geld zu sparen.
Bin ich eigentlich dazu verpflichtet eine Steuererklärung zu machen? Ich habe dies noch nie in meinem Leben gemacht. Ich bin 25 Jahre alt, voll berufstätig (ca. 1500 Euro netto im Monat), ledig und Schuldenfrei.

Mit freundlichen Gruß
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Es ist nicht verboten ein Konto in der Schweiz zu führen und dahin Gelder zu überweisen. Auch müssen Sie den Behörden keine Auskunft darüber geben, soweit gewisse Betragsgrenzen nicht überschritten werden. Der Staat kann im übrigen durch das Finanzministerium nicht die einzelnen Kontobewegungen einsehen. Vielmehr kann über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht eine Auskunft über bestehende Konten (Stammdaten) eingeholt werden. Hier werden dann nur die Anzahl und die Art der Konten abgefragt und mit denen in der Steuererklärung abgeglichen. Diese beschränkt sich allerdings auf das Gebiet der Bundesrepublik.

Die Problematik in Bezug auf Schweizer Konten entsteht dann, wenn nicht versteuerte Gelder in der Schweiz angelegt werden und die Zinseinkünfte ebenfalls nicht versteuert werden. Insoweit sind Sie verpflichtet mögliche Zinseinkünfte in Deutschland zu versteuern und eine Steuererklärung hierüber abzugeben. Darin werden Sie anhand der Zinsbescheinigung auch offen legen, woher die Zinserträge stammen.

Gemäß Art 11 des Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz sind Zinsen in dem Land zu versteuern, in dem Sie ansässig sind, also in Deutschland. Die Zinseinkünfte aus der Schweiz sind demnach nur in Deutschland der Besteuerung zu unterwerfen.

Das Schweizer Bundesrecht knüpft für eine unbeschränkte Steuerpflicht an die Ansässigkeit einer Person an. Erzielt eine Person Zinseinkünfte in der Schweiz, ohne dort ihren Wohnsitz zu haben, besteht in der Schweiz lediglich eine beschränkte Steuerpflicht.

Der schweizerische Bundesstaat erhebt auf Zinserträge eine sog. Verrechnungssteuer. Diese Verrechnung stellt für im Ausland Ansässige ist eine endgültige Besteuerung, da diese keine Möglichkeit haben, die Verrechnungssteuer mit einer Einkommensteuerbelastung zu verrechnen.

Auf Antrag des Steuerpflichtigen erstatten deshalb die Schweizer Behörden dem Steuerpflichtigen ganz oder teilweise die gezahlte Verrechungssteuer. In der Regel wird für die Rückerstattung der bereits bezahlten Steuer eine Bescheinigung des Wohnsitzstaates vorausgesetzt

Zudem darf ich mir noch folgenden Hinweis erlauben. Durch die Anlage der Gelder in der Schweiz in Schweizer Währung unterliegen Sie zum einem dem Währungsrisiko Franken/Euro zum anderen sind die Zinssätze in der Schweiz für Geldanlagen in der Regel niedriger als in Deutschland, so dass sich allein aus Ertragsgesichtspunkten eine Anlage in der Schweiz in der Regel nicht rechnet.

Ich hoffe Ihnen einen entsprechenden Überblick verschafft zu haben und stehe Ihnen für eine weitere Beratung gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2006 | 16:39

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Noch eine kurze Frage hätte ich. Sie schreiben das man ab bestimmten Betragsgrenzen eine Auskunft an die Behörden machen muss. Ab welchen betrag muss man dies melden? Ich möchte die Betragsgrenzen natürlich nicht überschreiten.

Vielen Dank im vorraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2006 | 18:42

Ab einem Überweisungsbetrag von € 12.500,- erfolgt seitens der Bank aus statistischen Gründen eine Meldung an die Bundesbank.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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