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Frage zu Strafantrag/Geschäftsführung ohne Auftrag

28.03.2015 00:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


01:55
Guten Tag,

Ist es Möglich einen Strafantrag als "Geschäftsführung ohne Auftrag" zu stellen?

A hat B vor 4 Monaten mit einigen WhatsApp-Nachrichten die an mich gingen, schwer beleidigt. Ich möchte nun, dass dies verfolgt wird, bin aber nicht antragsberechtigt.
B ist leider in diesem Monat gestorben. B war eine Jugendliche und wurde ermordet.

Könnte ich jetzt also bei der Polizei form- und fristgerecht einen Strafantrag wegen Beleidung/Verleumdung/Üble Nachrede stellen und welches von diesen Straftaten ist erfüllt?

A ist auch eine Jugendliche. Kann da aber aufgrund der Umstände trotzdem mit einer Verfolgung und Hauptverhandlung gerechnet werden?

Einsatz editiert am 28.03.2015 00:34:40

Einsatz editiert am 28.03.2015 00:38:00
28.03.2015 | 01:21

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1. Können Sie einen Strafantrag stellen?

Sowohl bei der Beleidigung als auch bei der üblen Nachrede und Verleumdung handelt es sich um Antragsdelikte (§ 194 Abs. 1 StGB). Ohne einen wirksamen Strafantrag kann daher kein Strafverfahren geführt werden.

Antragsberechtigt ist üblicherweise nur die geschädigte Person. Bei Minderjährigen sind allerdings die gesetzlichen Vertreter antragsberechtigt, also die Eltern (§ 77 Abs. 3 StGB).

Sie selbst haben dagegen kein Antragsrecht. Als Außenstehender haben Sie lediglich die Stellung eines Zeugen.


2. Welche Straftat liegt vor?

Welche konkrete Straftat verwirklicht wurde, hängt vom genauen Inhalt der WhatsApp-Nachrichten ab. Sofern falsche Tatsachen behauptet wurden, liegt eine üble Nachrede bzw. Verleumdung vor (§ 186, § 187 StGB). Wurden dagegen ehrverletzende Werturteile und Kraftausdrücke verschickt, so handelt es sich um eine Beleidigung (§ 185 StGB).

Falls Sie es wünschen, werde ich hierauf gerne genauer eingehen. Teilen Sie mir hierzu einfach den Wortlaut der Nachrichten mit.


3. Kann mit einer Hauptverhandlung gerechnet werden?

Beleidigungen, üble Nachreden und Verleumdungen werden nur selten angeklagt. Wegen Arbeitsüberlastung stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren üblicherweise ein und verweist die Antragsberechtigten auf den Privatklageweg.

Eine Anklageerhebung kann ich mir in Ihrem Fall daher nur vorstellen, falls die Chat-Nachrichten mit dem Mord in Verbindung stehen. Sollte dies nicht der Fall sein, würde es trotz Strafantrags aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu einer Hauptverhandlung kommen.

Eine Privatklage der Eltern als „private Staatsanwälte" wäre im Übrigen unzulässig. Bei Jugendlichen ist eine Privatklage gesetzlich ausgeschlossen (§ 80 Abs. 1 JGG).




Ich hoffe sehr, Ihnen mit meinen Antworten geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich für eine Rückfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.03.2015 | 01:33

Guten Abend,

Ich bedanke mich für die Antwort, möchte aber nochmal fragen ob ein Strafantrag mit "Geschäftsführung ohne Auftrag", also Handeln in Fremdem Interesse in diesem möglich wäre? Oder warum nicht?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.03.2015 | 01:55

Vielen Dank für die Nachfrage.

Wer antragsberechtigt ist, ergibt sich ausschließlich aus § 77 und § 77a StGB. Eine Geschäftsführung ohne Auftrag ist im Strafgesetzbuch nicht vorgesehen. Als Außenstehender und Nicht-Verwandter haben Sie daher leider kein Antragsrecht.


Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Franz

ANTWORT VON

(81)

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60311 Frankfurt
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