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Frage vor Scheidung

24.04.2018 17:33 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Meine Frau und ich werden uns nach 9,5 Jahren Ehe trennen.
Wir leben mit unseren 2 Kindern im Eigenheim welches meiner Frau gehört (bereits vor der Ehe mit mir zussammen gebaut).
Meine Frau verdient ca 5500 netto plus Dienstwagen, ich verdiene ca 1700 netto.
Wir werden uns trennen und ich plane unseren großen Sohn (9 Jahre) mit zu mir zu nehmen.
Ich habe in den letzten Jahren nicht viel in die Altersvorsorge gesteckt da ich mich zu Gunsten der Karriere meiner Frau um die Kinder gekümmert habe.
Es ist ja eine grundsätzlich ungewöhnliche Situation, aber ich habe das Gefühl die letzten 10 Jahre für sie in den Sand gesetzt zu haben.
Frage ist, ohne meiner Frau schaden zu wollen:

Was steht mir an Trennungsunterhalt, Vorsorgeausgleich und Kindesunterhalt zu?
Gibt es Grenzen beim Trennungsunterhalt? Kann es sein dass mir garnichts zusteht?
Und wie groß sind die Chancen tatsächlich meinen größeren Sohn mitzunehmen? Er möchte es gerne und wir haben ein sehr inniges Verhältnis.

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Guten Abend,
ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich wird Ihnen während der Zeit der Trennung ein Unterhaltsanspruch gemäß § 1361 BGB zustehen. Um die Höhe berechnen zu können, sind weitere Informationen erforderlich, die hier nicht zur Verfügung stehen.Von daher kann auch Ihre Frage nach den Grenzen des Trennungsunterhaltes hier nicht beantwortet werden.
Grundsätzlich ist auch möglich, dass Sie gar nichts bekommen, allerdings halte ich das nach summarischer Prüfung des geschilderten Sachverhaltes eher für unwahrscheinlich.

Wichtig zu wissen ist aber, dass ein solcher Unterhalt erst ab dem Zeitpunkt der Geltendmachung geschuldet wird; von daher sollten Sie, falls noch nicht geschehen, Ihre Frau zur Zahlung oder zumindest zur Auskunfterteilung über ihr Einkommen auffordern, vgl. dazu § 1613 BGB.

Im Rahmen des Scheidungsverfahrens wird der Versorgungsausgleich durchgeführt, bei dem die beiderseitigen Versorgungsanwartschaften, die während der Ehe jeweils erzielt worden sind, ausgeglichen werden. Sie werden in diesem Zusammenhang wahrscheinlich Rentenanwartschaften gutgeschrieben bekommen zulasten des Rentenkontos Ihrer Frau.

Die Frage des Kindesunterhaltes hängt unmittelbar damit zusammen, wo das Kind leben wird. Sofern der Sohn bei Ihnen wohnt, ist Ihre Frau ihm gegenüber barunterhaltspflichtig und muss, abhängig von der Höhe ihres Einkommens, an Sie den Kindesunterhalt zahlen.
Auch hinsichtlich des Kindesunterhaltes gilt, dass er erst ab Geltendmachung geschuldet wird.

Wenn es dem Kindeswohl entspricht, und der Sohn das auch möchte, sind die Chancen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für den Sohn zu erhalten, gut.

Angesichts der Komplexität der Sach- und Rechtslage kann ich Ihnen jedoch nur empfehlen, sich so früh wie möglich anwaltlich vertreten zu lassen, um nicht durch Unerfahrenheit Rechte und Ansprüche zu verlieren.

Mit freundlichen Grüßen

Beachten Sie bitte meine Hinweise zur Datenverarbeitung unter https://www.magentacloud.de/share/qhfwphvs89

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