Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.881
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Frage an einen Fachanwalt für Baurecht, Architektenrecht

21.10.2017 11:19 |
Preis: 100,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


13:21
Grund meiner Nachfrage ist der Kauf eines 6 Familienhauses:

Der Notarvertrag enthält keine Wohnflächenangaben. Darin garantiert die V. lediglich: "Das Vertragsobjekt, bestehend aus 6 Wohnungen nebst Garagen, ist vollständig vermietet." Sachmängel sind ausgeschlossen, mit Ausnahme vereinbarter Beschaffenheit und der Voraussetzung, dass keine Mängel verschwiegen wurden.

Nach der Übergabe stellten sich gravierende Mängel bei der Wohnflächenangabe heraus, die den gesamten Kauf in Frage stellen: Im Exposè angepriesen wurde ein Haus mit 6 Wohnungen und 443 m2 Wohnfläche. Lt. Bauakte verfügt das Haus aber lediglich über vier zugelassene Wohnungen und 329,89 m2 Wohnfläche. Zwei Apartments im Spitzboden (je 25 m2) sind vermietet, wenngleich die baurechtliche Genehmigung fehlt.

Dies wurde mir verschwiegen. Offensichtlich sogar arglistig, denn die fehlende Genehmigung war der Verkäuferin bekannt: Bereits ein Jahr zuvor hatte eine ehemalige Kaufinteressenten dies bei Überprüfung der Bauakte bemerkt und der Verkäuferin per Email mitgeteilt. Diese Mail wurde mir zur Verfügung gestellt.

Gleichwohl bin ich unfreiwillig Vermieter von nicht zugelassenen Wohnraum mit evtl. fehlenden Brandschutz, Fluchtweg etc geworden und möchte diesen Zustand möglichst umgehend beenden. Mich beschäftigen mehrere Fragen:

1. Was ist zu tun, um Rechtssicherheit für Mieter und Vermieter herzustellen?

2. Kann die Verkäuferin in Regress für Kaufpreisrediuzierung, Rückabwicklung oder Schadensersatz genommen werden?

3. Kann die Verkäuferin zur Herstellung der fehlenden Genehmigung verpflichtet werden?
21.10.2017 | 12:41

Antwort

von


(1778)
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: http://www.anwalt-prime.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen:

1. Was ist zu tun, um Rechtssicherheit für Mieter und Vermieter herzustellen?

Um einen ordnungsgemäß rechtlichen Zustand herzustellen, ist es erforderlich, dass dem Bauamt die Örtlichkeiten bekannt gegeben werden. Es sollte darüber hinaus der jeweilige Antrag gestellt werden, die noch fehlen Genehmigungen einzuholen. Dies sollte in Absprache mit einem Architekten passieren. Es liegt dann an der Baubehörde zu überprüfen, gegebenenfalls in der Zwischenzeit die Wohnungen weiter vermietet werden dürfen. Andernfalls würde vom Bauamt eine entsprechende Nutzungsuntersagung zugestellt werden. Dies wäre zwar nicht die optimale Lösung, würde allerdings die rechtlichen Verhältnisse vollständig erklären.

2. Kann die Verkäuferin in Regress für Kaufpreisrediuzierung, Rückabwicklung oder Schadensersatz genommen werden?

Die Verkäuferin muss sich dennoch sämtliche Angaben aus dem Exposee entgegenhalten lassen. Wenn sich dann aus der Bauakte ergeben sollte, dass sie davon Kenntnis hatte, dass manche Wohnungen keine Genehmigung haben, so ist dies ganz klar als Arglist zu bewerten. Sie haben dabei die Möglichkeit innerhalb eines Jahres den Kaufvertrag anzufechten und ihn komplett rückabzuwickeln. Als weitere Möglichkeit könnten Sie allerdings auch Schadensersatz geltend machen oder auch den Kaufpreis reduzieren. Dies würde ich davon abhängig machen, ob die beiden anderen Wohnungen noch vermietet werden können. Es ist dann eine letztlich wirtschaftliche Erwägung.

3. Kann die Verkäuferin zur Herstellung der fehlenden Genehmigung verpflichtet werden?

Dazu kann sie letztenendes nicht verpflichtet werden. Allerdings könnte dann ein Schadensersatzanspruch gegen sie geltend gemacht werden in Höhe der fiktiven Miete, die Sie bekommen hätten, würde das Exposee zutreffen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2017 | 13:11

Nach einer ersten groben Einschätzung beträgt der finanzielle Aufwand für Architekt, Genehmigung, Brandschutz, Fluchtweg von Wohnungen und Treppenaufgang ca. 30.000 Euro. Kann dieser Betrag als Schadensersatz geltend gemacht werden und wie verhält es sich mit einem Mietausfall während der Bauzeit?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2017 | 13:21

Sehr geehrter Fragesteller,

weil in dem Exposee der entsprechende Zustand mit einer Genehmigung dargestellt worden war, kann dieser Aufwand sodann auch als Schadensersatz geltend gemacht werden. Hinzu kommt sodann der Ausfall der fiktiven Miete laut dem Exposee.
Sie sollten die Verkäuferin Allerdings zuvor erst einmal schriftlich per Einwurf Einschreiben auffordern, die Haftung dem Grunde nach anzuerkennen. Sodann können Sie in Ruhe die jeweiligen Schadensposten geltend machen.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben oder rechtliche Hilfe brauchen sollten, sprechen Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber gerne weitere kostenlose Nachfragen beantworte und sich unsere Kanzlei auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet oder auch erstattet werden, wenn Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
ANTWORT VON

(1778)

Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: http://www.anwalt-prime.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63724 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,2/5,0
Danke, alle Fragen wurden ausreichend beantwortet und ebenfalls eine Empfehlung, wie weiter vorgegangen werden sollte. Danke dafür !. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen dank fuer die ausfuehrliche und gute beantwortung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für die Formulierung eines RA sehr konkret und verbindlich. Richtig bereichert haben die kleinen Beispiele unter den allgemeingültigen Regelungen im betroffenen Rechtsgebiet. Denn allgemeingültige Regelungen findet man auch im ... ...
FRAGESTELLER