Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Frage Trennungsjahr

| 13.01.2017 10:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Zusammenfassung: Zur Trennung im Scheidungsrecht und im Steuerrecht.

Guten Morgen

Ich bin verheiratet habe 2 erwachsene Kinder wovon 1 seit dem Sommer mit der Ausbildung fertig ist und eigenes Geld verdient das 2te ist im Febuar fertig mit der Ausbildung.

Ich lebe seit 5 Jahren von meiner Frau getrennt, und habe trotzdem immer wieder versuche unternommen zusammenzufinden.
Das funktionierte funktionierte nicht und haben beschlossen das ich weiter alles zahle bis die Kinder fertig sind mit ihrer Ausbildung was jetzt erfolgt ist.

Deshalb möchte ich jetzt meine Scheidung vollziehen.

Ich habe um alle laufenden Kosten zu decken immer noch meine Steuerklasse 3 meine Frau arbeitet nur auf 450 Euro Basis

Jetzt hat mir ein Bekannter doch ziemlich Angst gemacht das ich ins Gefängniss gehen kann wegen Betrugs.

Ich hatte ursprünglich vor dieses Jahr noch meine Steuerklasse zu behalten,da noch einige Verträge eine Laufzeit haben wie Miete etc und die Trennung ab Januar dieses Jahres zu verkünden.

Meine Frage was kann mir passieren ?

Werde ich bestraft wenn ich Lüge das ich mich erst dieses JAhr getrennt habe.
Was sollte ich machen ?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich kann Sie beruhigen, ganz so dramatisch dürfte es nicht werden.

Für die "Trennung" im steuerrechtlichen Sinne gelten andere Regelungen als für die "Trennung" im scheidungsrechtlichen Sinne.

Im scheidungsrechtlichen Sinne ist die Trennung für den Beginn des Trennungsjahres wichtig, weil eine Scheidung im Regelfall erst nach Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden kann. Auch für den Ehegattenunterhalt hat der Ablauf des Trennungsjahres eine Bedeutung. Aus diesem Grund ist es wichtig, festzustellen, wann die Trennung stattgefunden hat.
Die Trennung als Voraussetzung für die Scheidung liegt in dem Zeitpunkt vor, in dem Sie die Ehe mit Ihrer Frau nicht mehr fortsetzen möchten, sondern von ihr getrennt (" getrennt von Tisch und Bett") leben wollen und ihr dies auch mitteilen. Dies geht auch innerhalb derselben Wohnung, solange keine gegenseitigen Versorgungsleistungen (kochen, Wäsche waschen etc.) mehr erfolgen. Es würde dann nur noch eine Wohngemeinschaft vorliegen.

Nun ist es ganz normal und vom Gesetzgeber auch so gewünscht, dass dieses Trennungsjahr genutzt wird, um Versöhnungsversuche zu unternehmen und möglicherweise die Ehe zu retten. Insofern wäre es kontraproduktiv, wenn jeder Versöhnungsversuch den Trennungszeitraum beenden würde, weil dann nach jedem Versöhnungsversuch das Trennungsjahr erneut beginnen müsste. Dies würde Versöhnungsversuche erschweren.
Deshalb geht die Rechtsprechung davon aus, dass kurzzeitige (auch mehrwöchige) ernsthafte Versöhnungsversuche, die dann scheitern, für den Ablauf des Trennungsjahres unbeachtlich sind. In einem solchen Fall gilt dann weiterhin das ursprüngliche Trennungsdatum, also nicht das Datum des Scheiterns des Versöhnungsversuches.
Für die Scheidung dürfte also der Zeitpunkt vor fünf Jahren als Trennungszeitpunkt anzusehen sein.

Ganz anders ist die Situation im Steuerrecht.
Sofern Sie für irgendeinen (auch sehr kurzen) Zeitraum im Jahr mit Ihrer Frau zusammengelebt haben, können Sie die gemeinsame steuerliche Veranlagung für das gesamte Kalenderjahr wählen, so dass Sie rechnerisch vom Splittingvorteil der Steuerklasse drei für das gesamte Kalenderjahr profitieren.
Das ist auch der Grund für viele Hochzeiten im Dezember, weil dann der Steuervorteil für das gesamte Jahr genutzt werden kann.
Sofern Sie also während eines Kalenderjahres einen (oder mehrere) ernsthafte (!) Versöhnungsversuche unternommen und mit Ihrer Frau wieder (zumindest kurzzeitig) zusammengelebt haben, können Sie die gemeinsame Veranlagung für das gesamte Kalenderjahr nutzen. Damit würde Ihnen also im Ergebnis zulässigerweise der Splittingvorteil von Steuerklasse drei zugutekommen.

Wenn Sie die Scheidung einreichen möchten, benötigen Sie ohnehin einen Anwalt. Sie sollten dann Ihren Anwalt auf diese Thematik hinweisen, damit er im Scheidungsantrag nicht versehentlich missverständliche Angaben macht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 24.01.2017 | 10:15

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die sehr gute und ausführliche Beantwortung !
Sie haben mir damit sehr geholfen.Ich habe bereits zu einem Anwalt kontakt aufgenommen für den weiteren weg.
"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 24.01.2017 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68199 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Fall schien ziemlich eindeutig zu liegen, sodass eine relativ kurze Antwort voll zufriedenstellend war und meinerseits auch keine Rückfragefunktion genutzt werden musste. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich denke meine Fragestellung war nicht so ganz einfach zu beantworten.Möglicherweise ging ich auch von einem unzutreffenden Sachverhalt aus (Beschluss Bundesverwaltungsgericht).In sofern bin ich mit der Beantwortung etc sehr ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke, Top service. ...
FRAGESTELLER