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Frachttransport - Schaden durch Wasser


25.11.2015 12:30 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner, Dipl.-Jur.



Ich habe eine Frachtüberführung von Frankfurt am Main nach Moskau bei einem gröseren Speditiör bestellt. Insgesamt waren es 8 Kartons mit einem Gesamgewicht von. ca 180kg. Der Wert der Fracht betrug insgmt. 65000 T Euro.
Beim empfang im Ausland wurde festgestellt, dass eins der Kartone richtig durchnässt ist, ebenso wie der Inhalt. Das Produkt ist für die medizinischen zwecke gedacht und kann nach so einem Schaden nicht mehr verkauft werden. Der Frachtführer erklärte mir, dass der Schaden aufgrund von undichte im LKW Laderaum enstanden ist. Und schlägt mir eine gesetzliche Entschädigung uin Höhe von 10/kg Fracht vor, diese Entschädigung steht nicht mal nahe zu dem tatsächlichen Verlust. Haftet in diesem Fall der Frachtführer uneingeschränkt?, da das durchsickern des Wassers in einen LKW aufgrund von mangelhaften Instandhaltungsmaßnahmen zurückzuführen ist? Ein separater Speditionsvertrag wurde nicht abgeschlossen, alles beschränkte sich auf Mail-Kontakt und die anschließende Rechungstellung. Von einer Versicherung gab es keine Rede - und ich ging davon aus, dass der Spediteur für alles haftet.

Besten Dank für die Antwort im Vorasu
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Da der Schaden während des Transports auftrat, also während der Frachtführer das Transportgut in seiner Obhut hatte, haben Sie gegen den Frachtführer einen Anspruch auf Schadensersatz, vgl. Art. 17 CMR. Da es sich um einen internationalen Transport handelt, gilt die CMR. Dies ist eine Vereinbarung, die die internationale Beförderung von Gütern auf der Straße rechtlich regelt.

Problematisch sind in Ihrem Fall die Haftungshöchstbeträge gem. Art. 23 CMR. Diese Regelung entspricht § 431 HGB (Handelsgesetzbuch). Danach ist die Entschädigung auf 8,33 SZR/kg. Es handelt sich um das Sonderziehungsrecht des Internationalen Währungsfonds. Der Betrag entspricht ca. 10 Euro pro Kilogramm des Transportguts inkl. Verpackung. Das Gewicht von Paletten ist hinzuzurechnen.

Diese Haftungsbeschränkung kann vermieden werden, indem im Frachtbrief ein Wert des Gutes angegeben wird. Dies ist gegen eine erhöhte Fracht möglich, vgl. Art.24 CMR.
Ihren Schilderungen lässt sich nicht entnehmen, ob Sie der Spedition den Wert Ihres Gutes genannt haben.
Wenn Sie die Spedition im Namen der GmbH beauftragt haben, ist die Kaufmannseigenschaft gegeben, denn die GmbH ist Kaufmann kraft Rechtsform, vgl. §§ 13 Abs.3 GmbHG, 6, 1 HGB. Bei Kaufleuten ist davon auszugehen, dass ihnen die Regelungen des Handelsgesetzbuches oder auch die Bestimmungen der CMR bekannt sind. Sie mussten daher vom Frachtführer nicht entsprechend aufgeklärt werden. Kaufleute werden nicht, wie Verbraucher, geschützt. Bei diesen setzt der Gesetzgeber voraus, dass sie mit den gesetzlichen Regelungen und Handelsbräuchen vertraut sind.

Für Sie bleibt daher nur die Möglichkeit des Art. 29 CMR, der auf § 435 HGB verweist.
Handelt der Frachtführer vorsätzlich oder leichtfertig, dann kann er sich auf die beschränkte Haftung in Höhe von 8,33 SZR/kg nicht berufen. Da Sie dem Frachtführer Vorsatz bzw. Leichtfertigkeit nachweisen müssen, kommt nur die Leichtfertigkeit in Betrag, denn für Vorsatz fehlen Ihnen vermutlich die Anhaltspunkte. Leichtfertigkeit liegt dann von, wenn dem Frachtführer bewusst war, dass der Schaden mit Wahrscheinlichkeit eintreten wird.
Da Sie während des Transports nicht anwesend waren, können Sie dem Frachtführer die Leichtfertigkeit nicht ohne Weiteres nachweisen, daher gelten für Sie Beweiserleichterungen.
Sie müssen stichhaltige Anhaltspunkte vortragen, aus denen sich die Leichtfertigkeit ergeben kann.
Ich kann den Sachverhalt zwar nur anhand Ihrer knappen Angaben beurteilen, dennoch erscheint mir die Möglichkeit des unsachgemäß gewarteten Fahrzeugs als Anhaltspunkt für Leichtfertigkeit. Hiermit könnten Sie den Spediteur entsprechend konfrontieren.
Achten Sie darauf, stets ausreichend Beweise zu sichern, falls es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen sollte.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner
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