Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fotoveröffentlichung nach Probearbeit


22.03.2007 20:10 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geehrte Damen und Herren,

vergangene Woche wurde ich von einem Fotostudio zu einem Tag Probearbeit eingeladen. Dazu wurde nichts Schriftliches festgehalten ( außer Terminvereinbarung per e-Mail ).
Das Fotostudio produziert für einen großen Mode-Onlineshop. Nachdem ich dort einen ganzen Tag fotografiert habe, bekam ich mehrere Tage danach eine Absage mit der Begründung, die Fotos seien bei näherer Betrachtung nicht ausreichend.
Gestern stellte ich fest, dass alle meine an dem Tag erstellten Fotos auf der Internetseite zu finden sind. Ein Nutzungsrecht oder andere schriftliche Vereinbarungen wurden von mir nicht unterschrieben!

Meine Frage ist: Habe ich das Recht, eine Rechnung für den Probetag bzw. für meine fotografische Leistung/ Nutzungsrechte zu stellen?


Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind Sie Urheber des Werkes. Die Frage ist nur, welche Rechte der Arbeitgeber (auch wenn es nur ein Tag Arbeit zur Erprobung auf mündlicher Basis war) hat.

Ohne genaue Detailkenntnisse lässt sich dies natürlich nicht abschließend bewerten.

Nach § 43 UrhG sind die §§ 31 ff. auch dann anzuwenden, wenn der Urheber das Werk „in Erfüllung seiner Verpflichtungen aus einem Arbeits- oder Dienstverhältnis geschaffen hat, so weit sich aus dem Inhalt oder Wesen des Arbeits- oder Dienstverhältnisses nichts anderes ergibt“. Aus der Verweisung auf die für die Nutzungsverträge des freien Urhebers mit Dritten geltenden Vorschriften folgt nach ganz hM die sog. Zweckübertragungstheorie, d. h. der Umfang der übertragenen Rechte bestimmt sich nach dem Zweck des zugrunde liegenden Vertrages (Reinecke, Personalbuch 2005, RN 6 zu 421 Urheberrecht).

Bei Auftragswerken ist anzunehmen, dass der Arbeitgeber weite Nutzungsrechte erhält. Auftragswerk sind diejenigen Ergebnisse, die im Rahmen der unmittelbaren Aufgabenerledigung erfolgt sind.

Daher spricht viel dafür, dass tatsächlich ein entsprechendes Nutzungsrecht besteht.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

www.anwalt-for-you.de

Nachfrage vom Fragesteller 22.03.2007 | 21:25

Sehr geehrter Herr Steininger,
vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung meiner Frage.

Mir wurde auch mündlich keine Information bezüglich der Verwendung meiner Arbeitsproben gegeben.
Hätte dies die Firma tun müssen?

Da die Firma meine Fotos verwendet und es sich um eine unentgeldliche Probearbeit handelte, stellt sich mir die Frage, ob ich nun die geleisteten Arbeitsstunden in Rechnung stellen kann ?
Vielen Dank für Ihrer Bemühungen.

mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.03.2007 | 21:29

Im Arbeitverhältnis kann durchaus eine "kostenlose" Probearbeit vereinbart werden. Wenn dies der Fall war, steht natürlich diese Regelung einer Berechnung entgegen.

Eine Aufklärungspflicht vermag ich nicht zu erkennen.

Sollten Sie jedoch getäscht worden sein oder sich aus anderen Umständen ergeben, dass das Nutzungrecht nicht übertragen werden soll, würde sich natürlich die Bewertung ändern. Hierfür habe ich zur Zeit aber keine Anhaltspubkte. Ggf. müsste das "Eintellungsgespräch" analysiert werden.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER