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Fotos von einer Hochzeit veröffentlicht

21.11.2011 11:03 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Guten Tag

mein Hobby ist die Fotografie.
Ich hab auf empfehlung eine Hochzeit Fotografiert, bei einem Paar das mir unbekannt war.

Ich habe für diesen Aufwand nur eine kleine Geldentschädigung verlang um die Umkosten (Miete der Geräte, Zeit der Bearbeitung, Kosten der Entwicklung, und Beschaffung von Material) zu Decken.

Diese Bilder habe ich allerdings, 6 Monate später bei einem sozialen Netzwerk veröffenlicht, Weil ich diese Bilder sehr ansprechend fand.
Auf den Bildern ist nur das Brautpaar zu erkenne

am heutigen Tag schrieb mich eine Bekannte dieses Paares an, und meinte, das das teuer für mich werde, weil die bilder ohne einverständniss der Abgelichteten Person veröffentlicht wurden.
Fakt ist, das ich keine einverständniss von diesem Paar habe.

ich habe daraufhin die Bilder sofort runtergelöscht.

Ich habe dieser netten Dame versichert, das ich damit kein Geld verdiene und diese Bilder nicht misbräuchlich behandele.

Jetzt zu meiner Frage:

Wie soll ich mich jetzt verhalten ?
was kommt auf mich zu?
Bei wem liegen die Bilderrechte?

Sehr geehrter Fragesteller/in,
vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzten kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Nun zu Ihrer Frage, welche ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Bei wem liegen die Bilderrechte?
Zunächst ist vorliegend zwischen den Begriffen Urheberrecht und Nutzungsrecht zu unterscheiden. Das alleinige Urheberrecht liegt bei Ihnen. Das Urheberrecht haben Sie, da Sie die Bilder gemacht haben. Das Urheberrecht ist grundsätzlich nicht übertragbar.

Davon zu unterscheiden ist das so genannte Nutzungsrecht. Dieses Recht ist streng zu unterscheiden vom Urheberrecht. Grundsätzlich haben Sie das Urheberrecht an den einzelnen Bildern. Dieses Recht kollidiert aber mit den Rechten „am eigenen Bild". Das Recht am eigenen Bild steht dem Paar zu. Dieses allgemeine Persönlichkeitsrecht ist im Ergebnis höher zu bewerten als das Urheberrecht. Aus diesem Grund dürfen Sie trotz Ihrer rechtlichen Stellung als Urheber der Fotos nicht nach Belieben damit verfahren, insbesondere diese nicht ohne oder gegen den Willen des Paares veröffentlichen oder weitergeben.


Was kommt auf mich zu?
Strafrechtlich:
Verletzungen des Rechts am eigenen Bild können gemäß §33 KUG auf Antrag des Verletzten mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe belegt werden. Dieser Fall ist außerordentlich selten und halte ich vorliegend für ausgeschlossen. Ferner wird bestraft, wer eine solche Aufnahme, die vielleicht einmal befugt hergestellt wurde, missbräuchlich an Dritte weitergibt. Auch dies halte ich bei Ihnen für ausgeschlossen.

Zivilrechtlich:
Vorliegend kann ein Schadensersatzanspruch in Betracht kommen.
Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass ein Hochzeitsfotograf die Persönlichkeitsrechte des Brautpaares verletzt, wenn er ohne dessen Einwilligung Bilder der Hochzeit in einer Zeitschrift veröffentlicht. Dem geschädigten Brautpaar wurde als Wertersatz eine Entschädigung von 2500 EUR pro Person zugesprochen. Die Höhe orientiert sich an den fiktiven Lizenzgebühren.

Wie soll ich mich jetzt verhalten?
Zunächst müssen Sie auf jeden Fall sicherstellen, dass die betreffenden Bilder nicht mehr öffentlich zugänglich sind.

Darüber hinaus sollten Sie nichts unternehmen.

Gegebenenfalls wird man von Ihnen eine Unterlassungserklärung verlangen. Diese sollten Sie auf jeden Fall abgeben, jedoch nicht bevor sie von einem Anwalt gesichtet worden ist.

Bezüglich des Schadensersatzanspruches sollte zunächst abgewartet werden, ob überhaupt solch ein Anspruch geltend gemacht wird. Gegebenenfalls kann man sich dann im Wege eines außergerichtlichen Vergleiches einigen.

Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

André Neumann
Rechtsanwalt

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