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Fotos auf privater Homepage

| 15.03.2009 18:40 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich sammle Eintrittskarten von herausragenden sportlichen und kulturellen Veranstaltungen der letzten 100 Jahre (Olympische Spiele, Fußballweltmeisterschaften, Konzerte und so weiter).

Ich möchte über dieses Hobby auf einer Homepage berichten und das Ganze auch mit Fotos dokumentieren. Alle abgebildeten Tickets sind oder waren in meinem Besitz, alle Fotos wurden von mir selbst erstellt. So weit so gut.

Ist das für mein Vorhaben ausreichend, oder sind unter urheberrechtlichen Gesichtspunkten sonst noch irgendwelche Fallstricke zu beachten? Ein Beispiel: könnte ich Schwierigkeiten mit der UEFA oder der FIFA bekommen, wenn ich diese Eintrittskarten auf meiner Homepage ohne Einverständnis abbilde? Die Einholung von Genehmigungen der Veranstalter ist aufgrund der Vielfalt und des Umfangs meiner Sammlung und auch unter dem Gesichtspunkt des zeitlichen Horizonts von rund 100 Jahren nicht ohne weiteres möglich.

Die Homepage hat keinen gewerblichen Hintergrund, dennoch biete ich Tickets, die ich doppelt habe oder die nicht mehr in meine Sammlung passen zum Verkauf an. Könnte das in diesem Zusammenhang ebenfalls ein Problem mit sich führen?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Auskunft.

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


Es gilt zu unterscheiden, ob die dargestellten Tickets urheberrechtlich geschützt sind.

Grundsätzlich setzt dies nach § 2 II UrhG eine gewisse Schöpfungshöhe voraus. Bei herkömmlichen Eintrittskarten wird dies in der Regel nicht der Fall sein. Bei aufwendig gestalteten Tickets wird es sich hingegen in der Regel um urheberrechtlich geschützte Werke handeln.

Handelt es sich um urheberrechtlich geschützte Tickets steht unter anderem die Vervielfältigung (§ 16 UrhG), Verbreitung (§ 17 I UrhG) und öffentliche Darstellung im Internet (§ 19a UrhG) ausschließlich dem jeweiligen Rechteinhaber – in der Regel dem Veranstalter – zu.

Das Fotografieren eines urheberrechtlich geschützten Werkes stellt eine Vervielfältigung dar. Diese ist jedoch grundsätzlich nur mit der Zustimmung des Rechteinhabers zulässig. Für den privaten Bereich kann die Vervielfältigung ggf. nach § 53 UrhG (= Privatkopie) erlaubt sein. Die Darstellung im Internet ist jedoch stets nur mit Zustimmung des Rechteinhabers zulässig.

Insbesondere hinsichtlich der älteren Tickets gilt es zudem zu berücksichtigen, dass der Urheberschutz gemäß § 64 UrhG 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt. Nach Ablauf des Urheberrechtsschutzes werden die betreffenden Werke gemeinfrei und können vervielfältigt und im Internet dargestellt werden.

Letztlich kann die Darstellung von Tickets im Internet ggf. auch einen Verstoß gegen bestehenden Markenschutz (z.B. des FIFA-Logos) zur Folge haben. Dies setzt jedoch eine gewerbliche Verwendung dar, was bei der von Ihnen erläuterten Verwendung eher nicht der Fall ist.


Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.


Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2009 | 20:20

Vielen Dank für Ihre Ausführungen!

Ich hatte meine Frage vor allem auch wegen der zur Zeit herrschenden Abmahnhysterie in Verbindung mit Internetfotos gestellt (z.B. bei eBay), so dass man sich kaum noch traut überhaupt irgendetwas im Internet zu veöffentlichen.

Die Rechteinhaber selber (z.B. die FIFA) machen mir eigendlich weniger Sorgen, ich kann mir nicht vorstellen, dass man sich dort an harmlosen Abbildungen von Einrittskarten auf einer privaten Hompage stört.

Meine Nachfrage: Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sollte ich auf jeden Fall den Anschein eines gewerblichen Hintergrundes vermeiden (z.B. Preislisten etc.). Wenn ich ausschlißlich die Sammelleidenschaft und das Hobby als solches in den Vordergrund stelle, ist die Wahrscheinlichkeit doch eher marginal, dass es zu einem Konflikt kommt, oder ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2009 | 10:49

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Wie hoch die Wohrscheinlichkeit einer Abmahnung ist, kann ich Ihnen nicht beantworten, da dies vollständig von den jeweiligen Rechteinhabern abhängt.

Richtig ist, dass Sie auf jeden Fall deutlich machen sollten, dass bei Ihrer Internetpräsentation kein gewerblicher Hintergrund besteht. Dies senkt die Möglichkeit einer Abmahnung erheblich, schließt sie jedoch nicht aus.

Wie Ihnen bereits mitgeteilt, stellt auch das "Ab-" Fotografieren von urheberrechtlich geschützten Werken grundsätzlich eine Vervielfältigung im Sinne von § 16 UrhG und die anschließende Veröffentlichung auf Ihrer Homepage ein öffentliches Zugänglichmachen nach § 19a UrhG dar. Diese Verwertungshandlungen sind grundsätzlich nur mit der Zustimmung des Urhebers bzw. des Rechteinhabers zulässig. Andererseits macht man sich ggf. schadensersatz- und unterlassungspflichtig nach § 97 UrhG.

Wenn Sie also völlig sicher gehen wollen, holen Sie sich die Zustimmung der Rechteinhaber ein.

Mit freundlichen Grüßen

Fietkau
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.03.2009 | 16:50

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