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Formulierung Testament bei Pflichtteil Ehegatte und Erben Kinder

16.02.2015 19:53 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Die Eheleute leben im Güterstand der Gütertrennung. Sie haben 4 Kinder. Die Kinder sollen zu gleichen Teilen erben. Der überlebende Ehegatte soll maximal den Pflichtteil erhalten.Beide Ehepartner werden ein separates Testament machen. Der Hausrat soll ebenfalls an die Kinder gehen. Hierzu 3 kurze Fragen:

- Ist es ausreichend im Testament die Kinder namentlich mit Geburtstag und Adresse zu nennen mit dem Hinweis, dass sie die "ausschließlichen Erben zu gleichen Teilen" sind und der jeweilige Ehegatte "nur den gesetzlichen Pflichtteil" erhalten soll? Was ist ggf. zu beachten/ändern?
- Ist es richtig, dass der Ehegatte dann 1/4 des Erbes erhält und die 4 Kinder sich die restlichen 3/4 aufteilen?
- Kann formuliert werden, dass sämtlicher Hausrat "ausschließlich auf die 4 Kinder verteilt werden soll"? Müsste hier klargestellt werden, dass es zu gleichen Teilen sein soll oder kann das den Kindern überlassen werden?

Sehr geehrte Ratsuchende,

! Zu beachten ist, dass vermutlich im Ehevertrag Regelungen zum Erbe getroffen wurden. Diese Regelungen können nicht einseitig abgeändert werden. Lassen Sie sich diesbezüglich von einem Kollegen / einer Kollegin für Erbrecht umfassend unter Vorlage aller Unterlagen zur Gütertrennung beraten!

Unterstellt es gibt keine entgegenstehenden Regelungen um Ehevertrag, lauten die Antworten wie folgt:

1.
Die von Ihnen gewählte Formulierung für die Erbeinsetzung der Kinder ist ausreichend.

Die Erwähnung des Ehegatten als Pflichtteilsberechtigter ist nicht erforderlich.

Er ist enterbt und hat einen Anspruch auf den Pflichtteil (§ 2303 Abs. 2 S. 1 i.V.m. Abs. 1 BGB).

2.
Die Kinder sind Erben und erhalten das Vermögen des versterbenden als Ganzes als Erbengemeinschaft (§ 1922 Abs. 1 und Abs. 2 BGB).

Der Pflichtteil des Enterbten ist ein reiner Anspruch auf Geld. Der überlebende Ehegatte hat einen Anspruch auf die "Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils".

Der gesetzliche Erbteil des Ehegatten ist in § 1931 Abs. 1 S. 1 BGB geregelt und beträgt neben den Kindern als Erben der ersten Ordnung 1/4.

Da nicht der gesetzliche Güterstand vorliegt, kommt es nicht zu einer Erhöhung des Erbteils.

Der überlebende Ehegatte hat damit einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 1/8 des Nachlasses.

7/8 des Wertes des Nachlasses verteilen sich auf die Kinder.

3.
Es kann grundsätzlich formuliert werden, den Hausrat auf die Kinder zu verteilen. Die Aufteilung kann den Kindern überlassen werden.

Eine ausdrücklichen Regelung ist nicht notwendig, weil durch die Enterbung des Ehegatten, dieser keinen Anspruch auf "die zum Haushalt gehörenden Gegenstände" hat (Umkehrschluss aus § 1932 Abs. 1 BGB).

Ich hoffe Ihnen weiterholfen zu haben.

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