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Foreward-Darlehen


20.11.2014 10:52 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Schadens- und Zinsberechnung bei einem Forward-Darlehen unter Berücksichtigung der Schadensminderungspflicht


Ein Freund hat im Jahr 2004 mit seiner Familie ein Einfamilienhaus gebaut und
Darlehen aufgenommen.
Beratende Bank: Deutsche Bank Filiale Stadtlohn

Es wurden Darlehensverträge unterzeichnet, u.a. 1 Darlehen ca. 89tsd €, welches
nicht getilgt wurde, sonderen lediglich die Zinsen wurden belastet.
Darlehensgeber: Ärztekammer NRW - vermittelt Deutsche Bank.

Gleichzeitig wurde seinerzeit ein Foreward-Darlehen unterzeichnet mit dem Inhalt,
dass bei Beendigung der Laufzeit des obigen Darlehens hier ein neues Darlehen über
die Deutsche Bank eingerichtet werden soll mit dem Zinssatz 4,5 %.

Im Jahr 2013 kam es zur Trennung und somit zum Verkauf des Hauses.

Das Darlehen 89tsd. € wurde komplett getilgt.

Die Deutsche Bank war und ist umfänglich informiert.

Jetzt erhebt die Deutsche Bank Schadensersatzanspruch aus der Nichtinanspruchnahme
des Darlehens 89tsd € in Höhe von ca. 22tsd €, da die Zinsen doch stark gefallen sind.

Kurze Anmerkung:
Bei der Auflösung des ersten Darlehens 2013 war der Schadensersatzanspruch ca. 13tsd
€ - jetzt im Jahr 2014 bei der endgültigen Fälligkeit stieg dieser Betrag auf 22tsd €, da
die Zinsen zwischenzeitlich noch einmal gesunken sind.

Frage:

Sind diese Verträge haltbar gegenüber einem Privatmann in dieser Situation und hat die
Bank alle rechtlichen Möglichkeiten, diese Summe hier in Gänze einzufordern, oder muss
sie den tatsächlich entstandenen Schaden nachweisen?


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Bank muss in der Tat den Schadensersatzanspruch (§ 280 Abs. 1 BGB insbesondere: "Verletzt der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis, so kann der Gläubiger Ersatz des hierdurch entstehenden Schadens verlangen. Dies gilt nicht, wenn der Schuldner die Pflichtverletzung nicht zu vertreten hat.")

- nach Grund und Höhe genau darlegen und

- sie hat zudem eine Schadensminderungspflicht (vgl. § 254 Abs. 2 S. 1 BGB: "Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern.").

Das können und sollten Sie verlangen.

Speziell beim Forward-Darlehen gilt:
Zur Berechnung der Nichtabnahmeentschädigung bei diesen Annuitätendarlehen gibt es eine höchstrichterliche Rechtsprechung, vgl. z. B. BGH, Urteil vom 7. 11. 2000 - XI ZR 27/00 - ich zitiere die relevanten Textstellen:

"Nach der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 136, 161, 168 ff.; Urteil vom 1. Juli 1997 - XI ZR 197/96, WM 1997, 1799, 1801) kann eine Bank den Schaden, der ihr durch die Nichtabnahme oder durch die vorzeitige Ablösung eines Darlehens entsteht, sowohl nach der Aktiv-Aktiv-Methode als auch nach der Aktiv-Passiv-Methode berechnen.
Bei der von der Klägerin gewählten Aktiv-Passiv-Berechnungsmethode stellt sich der finanzielle Nachteil des Darlehensgebers als Differenz zwischen den Zinsen, die der Darlehensnehmer bei Abnahme des Darlehens tatsächlich gezahlt hätte, und der Rendite dar, die sich aus einer laufzeitkongruenten Wiederanlage der freigewordenen Beträge in sicheren Kapitalmarkttiteln ergibt. Der Differenzbetrag ist um ersparte Risiko- und Verwaltungskosten zu vermindern und auf den Zeitpunkt der Leistung der Nichtabnahmeentschädigung abzuzinsen.

[...]

"Um dieser fortlaufenden Rückführung des zu verzinsenden Kapitals Rechnung zu tragen, ist bei der Berechnung der Zinsen nach der Cash-Flow-Methode zu verfahren, bei der berücksichtigt wird, dass Zins- und Tilgungszahlungen unterjährig zu verschiedenen Zeitpunkten an die Bank geflossen wären [...]. Der Berechnung ist, da der konkret vereinbarte Tilgungsverlauf zu berücksichtigen ist, der vereinbarte Nominalzinssatz zugrunde zu legen [...]. Der effektive Vertragszins kann allenfalls dann zu korrekten Ergebnissen führen, wenn vertragsspezifische Tilgungsvereinbarungen unberücksichtigt bleiben. Ein Abstellen auf den vereinbarten Tilgungsverlauf und die weiteren Kosten entspricht im übrigen auch dem konkreten Gesamtaufwand, der Grundlage für die Berechnung des Effektivzinses ist.

Die Bank kann also danach durchaus gegen Sie vorgehen, muss sich aber an die oben genannten Anforderungen halten.

Geben Sie das der Bank als Maßgabe schriftlich auf. Blieben Ihnen Zweifel, sollten Sie weitere anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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