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Forderung vom Fitnessstudio

| 27.02.2012 19:04 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Sehr geehrte Damen und Herren,

2008 habe ich mich bei einem Fitnesstudio angemeldet, bin allerdings anschließend nie dort hingegangen. Wie schlau das war, brauch man nicht diskutieren, genauso wenig, nach einiger Zeit die Zahlungen einzustellen. Ein großer Fehler von mir, aber aktuell auch nicht das eigentliche Thema. Letztes Jahr habe ich dann überraschend Post von diesem Fitnessstudio bekommen - wohlgemerkt über 1 Jahr nach dem letzten postalischen Kontakt (genauer gesagt dem bösen gelbem Brief des Amtsgerichts). In dem Schreiben wurde eine Forderung von 740 € aufgerufen, die ich innerhalb von 5 Tagen zu bezahlen hatte. Da ich diesen Betrag nicht mal eben zur Verfügung habe, habe ich auf die Karte Kulanz gesetzt und ein Entgegenkommen von 500€ als Antwort bekommen - auch diese zur Sofortzahlung veranlagt. Natürlich hatte ich auch 500€ nicht sofort parat und habe darauf hingewiesen, dass ich das Angebot in Verbindung einer Ratenzahlung sehr gerne annehme und auch direkt die erste Rate überwiesen.

Nun habe ich jeden Monat 100€ überwiesen und die letzte Rate im Dezember gezahlt. Heute war in der Post ein erneuter Brief. Man verweist darauf, dass das Angebot der 500€ nur bei gleichzeitiger Sofortzahlung golt und fordert mich auf, die restlichen 240 innerhalb der nächsten 5 Tage zu zahlen - natürlich ebenfalls sofort und am Stück. Dazu sei gesagt, dass während der gesamten Ratenzahlung kein Schreiben oder eine Ablehnung der Ratenzahlung kam - ganz im Gegenteil wartet man wieder 2 Monate bis zur nächsten Forderung.

Was kann ich tun?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die maßgeblich zu beantwortende Frage in Ihrem Fall ist, ob Ihr Angebot, die Angelegenheit durch Zahlung von 500,- EUR in monatlichen Raten von 100,- EUR zu erledigen von dem Gläubiger angenommen wurde.

Das urspründliche Angebot des Gläubigers- Sofortzahlung von 500,- EUR - haben Sie juristisch betrachtet abgelehnt, indem Sie eine "modifizierte Annahme" erklärt haben ( 500,-EUR ja,aber nur gegen Raten ),§ 150 Abs. 2 BGB. Zugleich haben Sie damit ein neues Angebot unterbreitet. Diese hat der Gläubiger ausdrücklich nicht angenommen. Möglich ist aber auch eine stillschweigende Annahme.

Dafür spricht, dass die Raten über 5 Monate akzeptiert worden sind, ohne dass auf einen entgegenstehenden Willen bezüglich Ihres Angebotes hingewiesen wurde.

Dennoch muss man stets zurückhaltend bei "stillschweigenden rechtsgeschäftlichen Erklärungen" sein.

Es könnte insofern auch auf den genauen Wortlaut der Erklärungen ankommen.

Leider kann ich Ihnen also abschliessende, klare Antwort in diesem Fall nicht geben. Es spricht aber zumindest nach Ihrer Schilderung hier vieles dafür, dass eine stillschweigende Einigung über den Betrag von 500,- EUR , zahlbar in fünf gleichen Raten , zustande gekommen ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha Steidel, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.02.2012 | 20:40

Hallo Herr Steidel,

ich habe eben fleißig gesucht und das Schriftstück vom Fitnessstudio gefunden. Darin heißt es vom 19. Juli 2011:

in der vorbezeichneter Angelegenheit beziehen wir uns auf Ihr Schreiben vom 21.12.2010. Ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage bieten wir Ihnen folgenden Vergleich an:

Sie zahlen auf unsere berechtigte Gesamtforderung in Höhe von derzeit ca. EUR 820,00 bis spätestens zum 15. August 2011 einen Betrag in Höhe von EUR 500,00 auf unser angegebenes Konto. Nach Eingang dieses Betrages werden wir dem Gericht gegenüber die Angelegenheit als erledigt erklären und keine weiteren Forderungen aus der hier in Rede stehenden Mitgliedschaft gegen Sie geltend machen.

Nach fruchtlosem Ablauf der vorgenannten Frist werden wir ohne weitere Abmahnung unseren berechtigten Anspruch dem Gericht gegenüber begründen.

Hierzu sei noch gesagt, dass ich auf das Schreiben vom 21.12 vorerst keine Antwort bekommen habe und am 19.01.2011 nachgehakt habe. Meine Antwort (am 01.08.2011) auf das o.g. Schreiben lautete wie folgt:


vielen Dank für Ihr Entgegenkommen in dieser Sache und die Reaktion auf mein Schreiben vom 21.12.2010.

Ich nehme Ihr Angebot gern an, allerdings ist es mir momentan in meiner jetzigen Situation unmöglich, den geforderten Betrag sofort gesamt zu begleichen. Ich bitte Sie daher um eine Ratenzahlung von jeweils 100 € pro Monat.

Die erste Zahlung würde wie von Ihnen gewünscht am 15.08.2011 erfolgen, die weiteren Zahlungen am 15.09.2011, am 15.10.2011, am 15.11.2011 und am 15.12.2011 erfolgen.

Ich hoffe aber- und letztmalig auf Ihr Entgegenkommen und würde mich über eine schnelle und positive Antwort sehr freuen, sodass die Angelegenheit für beide Seiten schnell beigelegt werden kann.

Insgesamt habe ich sogar 600€ überwiesen, da ich direkt am 15.08.2011 eine Rate überwiesen habe und anschließend direkt wieder am 30.08.2011 und jeweils zum 30. eines jeden Monats überwiesen habe - 5 Monate lang bis zum 30.12.2011.

WIe bereits geschrieben, bekam ich das letzte Schreiben vom Fitnessstudio am 19.07.2011, während der Ratenzahlung überhaupt nichts und jetzt erst wieder am 27.02.2012. Macht insgesamt 7 Monate Funkstille.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.02.2012 | 21:35

Der Wortlaut der Schreiben ist etwa so wie erwartet. Einen eindeutigen Schluß lässt der Schriftverkehr nicht zu, da auf Ihr letztes Schreiben keine Reaktion mehr erfolgt ist.

Zu beachten ist aber, dass der Gläubiger angekündigt hatte, die gerichtlichen Maßmahnen fortzusetzen, sollten Sie die Zahlungsfrist nicht einhalten. Weitere Maßmnahmen wurden dann aber in der Folgezeit nicht ergriffen, was dafür spricht, dass Ihr Ratenangebot stillschweigend akzeptiert wurde.

Bewertung des Fragestellers 04.03.2012 | 12:50

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