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Forderung mydays - AB + Gutschein wegen falscher Mailadresse nicht erhalten

22.07.2017 12:56 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Guten Tag,

ich wollte am 24.03.2016 auf der Homepage von mydays eine Städtereise buchen. In den AGB hieß es, mit Zustellung der Auftragsbestätigung wäre der Kaufvertrag abgeschlossen und die Zahlung fällig. Durch einen Tippfehler habe ich eine Mail-Adresse angegeben, die es nicht gibt (Martina.keger@web.de anstatt Martina.kreger@web.de). Das war mir allerdings nicht aufgefallen. Nachdem ich nun vergeblich auf die Bestätigung, Gutschein und Überweisungsdaten gewartet hatte, ging ich davon aus, dass mein Kauf nicht stattgefunden hat, weil Server während des Vorgangs abgestürzt war.

Nun erhalte ich von der Pair Finance GmbH ein Schreiben mit der Aufforderung 129,00 Euro plus Zusatzkosen = insgesamt
165,00 Euro zu überweisen. Es wäre ein ordnungsgemäßer Kaufvertrag zustande gekommen. Nach Zahlungseingang würde mir mydays den Gutschein natürlich gerne nochmal zukommen lassen. Ich möchte aber keinen Gutschein mehr und ich möchte auch keine 165,00 Euro bezahlen für etwas, was ich nicht in Anspruch genommen habe.

Wie sieht die Rechtslage aus, muss ich zahlen? Wenn nein, wie teile ich das dem Inkassodienst mit?

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Martina Kreger

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Meines Erachtens ist hier kein wirksamer Vertrag zustande gekommen, da Ihnen die hierfür erforderliche Annahmeerklärung in Form der Auftragsbestätigung nicht zugegangen ist.

Zwar könnte man hier aufgrund Ihres Tippfehlers eine Zugangsvereitelung diskutieren und Ihnen deshalb ggf. ein Berufen auf den fehlenden Zugang der Bestätigung versagen. Da dieser Tippfehler aber ein unbeabsichtigtes Versehen war, handelt es sich nur um eine fahrlässige Zugangsvereitelung. Der Anbieter hätte daher weiter versuchen müssen, die Auftragsbestätigung zuzustellen, z.B. postalisch. Und zwar spätestens als er gemerkt hat, dass die Zahlung nicht erfolgt.
Hierbei sollte auch § 312i BGB beachtet werden, danach hat der Anbieter "angemessene, wirksame und zugängliche technische Mittel zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe der Kunde Eingabefehler vor Abgabe seiner Bestellung erkennen und berichtigen kann." Dies scheint in Ihrem Fall nicht erfolgt zu sein. Denn ich gehe davon aus, dass Sie die E-Mail-Adresse nicht mehrmals falsch eingegeben haben, also kein Kontrollmechanismus wie die übliche zweite Eingabe der Adresse vorhanden war und auch keine vorgeschaltete E-Mail zur Bestätigung der Adresse (Double Opt-In) verschickt wurde. Selbst bei wirksamen Vertragsschluss könnte sich hieraus dann ein Schadensersatzanspruch in Höhe der entstandenen Kosten ergeben.
Nimmt man hinzu, dass Sie aufgrund des Serverabsturzes auch nicht mit einer Zustellung rechnen mussten, sehe ich hier auch keine weitere Pflichtverletzung im Sinne einer fehlenden Nachforschung Ihrerseits gegeben.

Wenn die gebuchte Städtereise an keinen bestimmten Termin gebunden war, kann hilfsweise auch ein Widerruf in Betracht kommen. Auch eine Anfechtung wegen Erklärungsirrtum aufgrund des Tippfehlers gemäß § 119 BGB wäre denkbar.

Da es zu dieser eher außergewöhnlichen Konstellation aber weder gesetzliche Regelungen noch nach meinem Wissen höchstrichterliche Rechtsprechung gibt, verbleibt leider ein gewisses Risiko, dass das zuständige Gericht im Streitfalle zu einer anderen Einschätzung kommt. Deshalb sollte hier unter Vortrag der genannten Argumente versucht werden, eine gütliche Einigung mit dem Anbieter zu finden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 22.07.2017 | 14:16

Ein kurzer Hinweis noch: Da Sie die Frage nicht vertraulich gestellt haben, ist der Text frei im Internet aufrufbar. Sollte es sich bei den angegebenen E-Mail-Adressen um die tatsächlichen Adressen handeln, sollten Sie den Betreiber dieses Portals daher besser um Anonymisierung bitten.

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