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Forderung gegen Miterben

21.11.2013 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Guten Tag,
ich habe eine Frage zu einem Problem, das sowohl das Erbrecht, vor allem aber wohl das Insolvenzrecht berührt. Folgende Situation:
Ein Miterbe und ich haben je 1/2 Anteil am Erbe. Der Anfang 2013 verstorbene Erblasser und mein Miterbe haben 2001 gemeinsam einen Ratenkredit aufgenommen, der allerdings ausschließlich dem Miterben zugute kommen sollte. Nachdem mein Miterbe 2005 Privatinsolvenz angemeldet hatte, mussten die monatlichen Raten vom Erblasser allein beglichen werden, was dieser bis zu seinem Tod auch tat. Vom Kredit war zu diesem Zeitpunkt noch ein kleinerer vierstelliger Betrag übrig geblieben. Nach Ablauf der Wohlverhaltensphase erhielt mein Miterbe 2011 eine Restschuldbefreiung.
Meine erste Frage lautet: Kann ich gegenüber dem Miterben hinsichtlich der verbliebenen Restschuld aus dem Kreditvertrag die Forderung geltend machen, diesen Betrag von seinem Erbteil abzuziehen, oder ist er im Hinblick auf die Restschuldbefreiung des Miterben auf beide Erbteile je hälftig anzurechnen?
Meine zweite Frage knüpft daran an: Entsteht eventuell auch aus den vom Erblasser geleisteten monatlichen Raten für mich eine Forderung an den Miterben?

Im Voraus vielen Dank für eine kompetente Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Durch die Restschuldbefreiung sind alle Forderungen gegen den Miterben nicht mehr durchsetzbar, § 301 InsO. Gegenüber einem Mitschuldner wird der Insolvenzgläubiger hinsichtlich der gemeinsamen Schulden befreit. Dies bedeutet für Sie, dass die vom Erblasser bereits beglichenen Raten nicht mehr vom Ihrem Miterbe zurückgefordert werden können. Da das Erbe aber auch mit den noch verbliebenen Schulden belastet ist, müssen die Verbindlichkeiten von beiden Erben beglichen werden. Daher können die noch verbliebenen Schulden vom Vermögen abgezogen werden. Das verbleibende Vermögen wird dann jeweils zu Hälfte an die Erben ausgezahlt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Diplom - Jurist, LL.M. Sebastian Scharrer, Rechtsanwalt


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