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Forderung für Bankschulden durch Inkassobüro für Konto ohne Schufa Eintrag

27.11.2012 17:29 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Im Jahr 2006 habe ich ein Konto eröffnet, als Gehaltskonto und nach geraumer Zeit auch einen gewissen Dispo eingeräumt bekommen.
Im Jahre 2008 wurde dieser Dispo aufgrund verschiedener hoher Zahlungeingänge auf das knapp Vierfache erhöht.

Aufgrund meiner prekären wirtschaftlichen Situation (Nachwuchs, Arbeitslosigkeit, etc.) habe ich keine andere Chance gesehen, als diesen neuen Dispo auszunutzen. Ich vermute, er wurde vom System eingeräumt, da sich meine Bank nie mit mir deswegen in Verbindung gesetzt hat.

2009 wurde das Konto nebst Karte und Online-Zugang gesperrt und das Konto wurde 2009 aufgelöst. Die Bank schickte mir einen Brief, in dem ich aufgefordert wurde, darzustellen, wie ich mir die Rückzahlung vorstelle.
Denselben habe ich ignoriert und seitdem nichts mehr von der Bank gehört.

Ich bin fast ein Jahr ohne eigenes Konto ausgekommen.

2010 habe ich bi einer anderen Bank ein neues Konto eröffnet, ohne jegliche Schwierigkeiten. Ich habe meinem neuen Berater von der Situation erzählt, er hat eine Schufa-Auskunft eingeholt und festgestellt, dass das bisherige Konto dort nicht vermerkt war.

Vor einigen Wochen erhielt ich ein Schreiben eines Inkassobüros, das den offenen Betrag nun einfordert, entweder mittels Rückzahlung von ca. 60% der Forderung bis zu einem festgelegten Termin oder aber in Form von Raten, die ca. 6 pro Mille der Gesamtforderung betragen.

Nun ist meine Situation seit geraumer Zeit nicht mehr prekär, jedoch würden mir auch die 60% das Genick brechen, genauso wie Raten, die ich ca. 13 Jahre abbezahlen könnte.

Die Frage nach der Verwerflichkeit meiner jetzigen Anfrage kann ich mir selbst beantworten, aber es gibt eine Verjährung, die meines Wissens drei Jahre beträgt. Kann die hier greifen (zum 01.01.2012)?

Weiterhin, was hat es mit dem nicht vorhandenen Schufa Eintrag auf sich? Ich war immer der Meinung, jedes Konto, speziell wenn mit Dispo habe einen solchen Eintrag.

Im Voraus vielen Dank.






Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1)
In Ihrem Fall kommt die regelmäßige Verjährungsfrist gem. § 195 BGB zur Anwendung, welche drei Jahre beträgt. Entgegen Ihrer Annahme beginnt der Fristablauf jedoch erst mit Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

Entstanden ist der Anspruch mit Kündigung des Dispokredits im Jahr 2009, da die Bank mit der wirksamen Kündigung einen fälligen Rückzahlungsanspruch hinsichtlich des Ihnen eingeräumten Dispokredits erlangt.

Die Frist begann demnach am 31.12.2009 um 24.00 Uhr abzulaufen. Von diesem Zeitpunkt ausgehend müssen Sie die drei Jahre hinzurechnen.

Mithin wären Sie erst mit Ablauf dieses Jahres, also am 31.12.2012 um 00.00 Uhr berechtigt die Zahlung zu verweigern.

2)
Ich sehe es daher als ratsam an, das Angebot des Inkassounternehmens anzunehmen.

Dies aus folgendem Grund:
Da Verjährung droht, wird sich das Inkassobüro veranlasst sehen bis zum Ablauf dieses Jahres zivilrechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten.
Daher besteht die Gefahr, dass das Inkassounternehmen entweder ein gerichtliches Mahnverfahren gegen Sie einleitet und auf diese Weise einen Vollstreckungstitel gegen Sie erwirkt oder Zahlungsklage gegen Sie erhebt. Denn nur so wird die Forderung der Verjährung entzogen werden können. Beides ist mit zusätzlichen Kosten in nicht unbeträchtlicher Höhe verbunden.

Da die Forderung (so ich Sie richtig verstanden habe) unstreitig ist, sollten Sie dies unter allen Umständen vermeiden.


3)
Die sachdienlichste Lösung erscheint mir daher, wenn Sie sich persönlich mit dem Inkassobüro in Verbindung setzen und einen Rückzahlungsplan erstellen der Ihre Liquidität sicher stellt.

Möglicherweise besteht Spielraum dahingehend einen geringeren Teilerlass bei längerer Zahlungsfrist zu verhandeln.

4)
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass eine solche Vereinbarun eine Form des Schuldanerkenntnisses darstellt, mit der Folge, dass die Verjährungsfrist nach § 212 BGB neuem beginnt.

5)
Hinsichtlich des Schufa-Eintrags lässt sich nur spekulieren weshalb kein Schufa-Antrag vorliegt.
Eine naheliegende Erklärung besteht aber darin, dass die Information über das Bestehen des Kontos mit Auflösung des Kontos gelöscht wurde.

Die ausstehende Forderung mag deswegen nicht eingetragen sein, da sie nicht gemahnt wurde, was eine Voraussetzung der Eintragung darstellt.

Einen Einfluss auf die Frage des Bestehend der Schuld hat die fehlende Eintragung jedoch nicht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
André Meyer, Rechtsanwalt


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