Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Forderung einer Mietnachzahlung ohne Vertrag in nichtehelicher WG

| 25.10.2010 20:43 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mit meiner Freundin zusammen knapp über 1 Jahr in einer Mietwohnung gelebt.

Sie war die Hauptmieterin, hat den Mietvertrag auch allein abgeschlossen. Ich habe mich nach einiger Zeit auf die Adresse umgemeldet, und mich in den Mietvertrag als MITBEWOHNER eingetragen (bei dauerhafter "bewohnung" muss dies ja an den Vermieter gemeldet werden)

Als ich nun von meinen Eltern ausgezogen bin, habe ich viele Persöhnliche Dinge mit in die Wohnung eingebracht.

U.a Bett / Bettwäsche 3 Kommoden Badezimmerschränke, sowie Dinge wie ein Snowboard, Schlittschuhe etc etc.

In der Zeit wo ich mit ihr in dieser Wohnung gelebt habe, hatte ich keine Arbeit und auch kein eigenes Einkommen.

Ich habe ledeglich den Haushalt bewältigt.

Alle Kosten wie Miete / Nebenkosten, Freizeit/Urlaube, sowie Essen und Trinken etc wurden von ihr bezahlt.

Nun haben wir uns getrennt, und ich bin wieder bei meinen eltern eingezogen.

Die Möbel habe ich vorerst bei ihr belassen, damit Sie nicht in einer nackten Wohnung leben muss, solang ich diese nicht irgendwann selber benötige. (Snowboard etc. ist auch dort verblieben, jedoch auf dem Dachboden)

Alle Möbel sind weiterhin nach meinem Auzug in gebrauch!

Nun bin ich seit mehr als 8 Monaten aus der Wohnung raus, habe mich aber erst vor ca. 2 Monaten umgemeldet...

Jetzt ist auf einmal eine schriftliche Forderung von ihr bei mir eingegangen über eine Rückzahlung der von ihr bezahlten Dinge.

Gerechnet für 1 Jahr:

Dabei handelt es sich um die Miete aus unserer gemeinsamen Zeit

Dieser Betrag wurde von ihr einfach durch 2 geteilt sowie der für die "Lebenskosten"

desweitern wurden Forderung an mich gestellt, über Dinge die Sie bezahlt hat wie, Discotheken, Getränke, Freizeit, etc...


Meine Frage ist im Prinzip, MUSS ich diese Forderung bezahlen, wenn zwischen ihr und mir keinerlei Vertrag über Miete etc geschlossen wurde, und Sie blaueugig alles für mich bezahlt hat?

auch unter dem aspekt, das ich in der zeit keine arbeit und einkommen hatte, aber dafür den haushalt gemacht habe?


gruß

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt.

Für die Beurteilung der Frage, ob Ihrer ehemaligen Lebensgefährtin Ansprüche auf Mietnachzahlung, Lebenshaltungskosten und dergleichen zustehen, kommt es entscheidend auf die Vereinbarungen an, die diesbezüglich zwischen Ihnen und Ihrer Ex-Freundin getroffen wurden. Im Verhältnis zum Vermieter sind Sie nur dann aus dem Mietvertrag verpflichtet, wenn Sie Mieter geworden sind. Dies wäre dann der Fall, wenn Sie als solcher den Vertrag mitunterzeichnet haben. In Ihrem Fall, in dem lediglich nachträglich in den Vertrag „Mitbewohner" aufgenommen worden ist, dürfte eine Mietereigenschaft und damit eine Gesamtschuldnerschaft ausscheiden. Somit dürften aus diesem Grund keine Ansprüche aus einem Gesamtschuldnerinnenausgleich seitens Ihrer Ex-Freundin vorliegen.

Davon unabhängig ist jedoch, ob es aus anderen Abreden Ansprüche gegen Sie auf Beteiligung an den Kosten gegeben hat. Solche Abreden sind als Verträge zu qualifizieren und sind auch mündlich möglich. Entscheidend ist hierbei, ob es sich bei den für Sie geleisteten Zahlungen um Darlehen oder um Schenkungen gehandelt hat. Es ist denkbar, dass zwischen Ihnen die Absprache getroffen wurde, dass Ihre Ex-Freundin Ihnen die Kosten vorstreckt bis Sie wieder Arbeit gefunden haben und entsprechende Rückzahlungen leisten können. Ebenfalls ist denkbar, dass Ihnen Ihre Ex-Freundin die entsprechenden Kosten geschenkt hat.

Wenn Ihre Ex-Freundin nun Ansprüche anmeldet, so müsste sie in der letzten Konsequenz darlegen und beweisen, dass es sich im Einzelnen um Darlehen gehandelt hat und nunmehr die Rückzahlung fällig ist. Wenn es keine schriftlichen Unterlagen dazu gibt, dann steht der Zeugenbeweis zur Verfügung. Wenn Ihre Ex-Freundin nicht beweisen kann, dass es sich um Darlehen und nicht um Schenkungen gehandelt hat, dann wird Sie mit einer entsprechenden Klage nicht Erfolg haben. Wenn „Aussage gegen Aussage" steht, dann gilt der Beweis der beweisbelasteten Partei, dies ist grundsätzlich der Kläger (hier Ihre Ex-Freundin), nicht geführt.

Letztlich empfehle ich Ihnen, mit Ihrer Ex-Freundin eine entsprechende Verständigung herbeizuführen. Alles andere (Gerichtsverfahren, Anwälte) ist nur mit Kosten verbunden und wird zu einem Ergebnis führen, dass Sie auch mit vernünftiger Auseinandersetzung, ggfls. mit einem Moderator, erreichen können.

Nachfrage vom Fragesteller 25.10.2010 | 22:47

Vielen Dank für die schnelle und sorgfältige Antwort!

dabei hatte ich ganz vergessen noch zu erwähnen, das ich meine Möbel und peröhnlichen Gegenstände (snoboard etc.) laut Forderung erst wiederbekomme, wenn ich das Geld bezahlt habe, sie werden solang "einbehalten" und weitergenutzt von ihr...?!

ist das so in ordnung?

ausserdem hatte sie in der zeit wo wir in der wohnung gelebt haben, einen kredit aufgenommen (sie allein, war bei der bank, unterschrift etc)

35% von dieser summe gingen an IHRE alten schulden, 65% davon wurden für "uns" verwendet, für miete (urlaub,essen etc)

kann sie mich dafür auch "belangen" obwohl sie selbst diesen kredit aufgenommen hat?


vielen vielen dank schonmal für die antworten

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.10.2010 | 08:10

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfragen.

Ihre Gegenstände kann die Ex-Freundin nicht zurückbehalten. Ein diesbezügliches Zurückbehaltungsrecht besteht nicht. Sie sollten sie auffordern, Ihre Gegenstände herauszugeben und dies notfalls mit gerichtlicher Hilfe klären.

Für die Kreditaufnahme gilt zunächst einmal, dass nur Ihre Ex-Freundin für die Rückzahlung des Kredites haftet, da sie alleinige Vertragspartnerin ist. Wenn es im Innenverhältnis wiederrum keine Abreden darüber gibt, dass Ihnen Geld aus dem Kredit als Darlehen gegeben wurde, dann hat sie keine Ansprüche gegen Sie.

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass nur im Falle eines Darlehens Ihrer Ex-Freundin an Sie Ansprüche bestehen. Dies müsste sie aber beweisen.

Bewertung des Fragestellers 26.10.2010 | 12:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen