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Forderung durch UGV Inkasso - nun Gerichtlicher Mahnbescheid

| 17.10.2019 18:16 |
Preis: 25,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich habe einen gerichtlichen Mahnbescheid erhalten.
Es handelt sich dabei um einen Ratenkauf mit der Firma Klarna.

Ich Schlüssel nochmal genau auf:

-- 21.11.2015 Einkauf mit Klarna Ratenkauf --
Ratenzahlung bis 08.02.2017
Dabei wurden laut Klarna 30,36 Euro nicht bezahlt.
Leider habe ich dieses erst jetzt erfahren nach langem E-Mail Kontakt
mit Klarna.

"Forderungssumme Hauptforderung 30,36 Euro, Inkassogebühren 45,00 Euro , Zinsen und Mahnkosten 36,15 Euro. Diese E-Mail mit der Info erhielt ich nach Auskunft per Klarna
Mailkontakt erst am 16.10.2019"

Die Mahnungen durch Klarna wurden per E-Mail im Spam Ordner zugestellt.

Mai 2017 Forderung von IDENT Inkasso mit 111,51 Euro.
Per SMS, per E-Mail aber nie per Post. ???

05.09.2017 Forderung von *** Inkasso. 227,42 Euro.

Forderungsaufstellung Klarna (wurde von denen gekauft.
Jedoch hat es doch schon vorher IDENT gemahnt?

26.09.2017 Hinweis von *** Inkasso das Forderung unbeachtet gelassen wurde.
Neue Frist von denen gesetzt.
Widerspruch durch mich sowie zurückweisung der Forderung da keine Einzelaufstellung über die
geforderte Summe.


02.10.2017 Schreiben von Rechtsanwaltskanzlei am Modenbach per Einschreiben
.
Kontokorrentabrechnung von Klarna Summe 111,51 Euro als Forderung + Gebühren
Gesamt 312,52 Euro. Angebot zur Ratenzahlung etc.
Hinweis auf Verzugszinsen 13,25 %
Summe bei Zustimmung der Zahlung 402,62 Euro.

16.10.2019 Mahnbescheid vom Amtsgericht Mayen
Forderung 356,79 Euro

"Der Antragsteller hat erklärt, dass der Anspruch von einer Gegenleistung abhänge, diese aber erbracht sei" ???


Ist die Forderung rechtens?
Nach Einsicht meiner Unterlagen habe ich damals wirklich einen Fehler gemacht und bei der Überweisung welche Zurückging, genau die Forderung verstrichen.
Den Betrag von 30,36 Euro schuldete ich Klarna wirklich.

Widersprochen habe ich der Forderung.

https://www.dropbox.com/sh/jjbs57e2i8h3ioi/AAByG6wmXvs6EPwf-khbSJk4a?dl=0

In dem Link sind alle Unterlagen geschwärzt Chronologisch sichtbar.
Inkl. einer E-Mail worin mir Klarna bestätigt das die Rechnung bezahlt sei?
Kann dies davon kommen weil das Inkasso diese fehlende Summe gekauft hat?

Wie verhalte ich mich jetzt, komme ich hier noch mit einem blauen Auge davon oder sollte ich den geforderten Betrag zahlen?

Bitte um eine ehrliche Einschätzung.
17.10.2019 | 19:51

Antwort

von


(609)
Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
Tel: 0381-2024687
Web: http://doreen-prochnow.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich habe die Unterlagen gesichtet und habe keine guten Nachrichten für Sie.

Die Kosten für Inkasso und Anwalt sind nicht zu beanstanden. wie sich die Forderungshöhe bei Klarna, sie sprechen nur von 36,00 €, zusammensetzt, weiß ich nicht, denn es geht wohl um eine fast 3-fach so hohe Forderung die jedoch durch Zinsen auf Zahlungsaufschübe ( später Zahlen gegen weitere Kosten) aufgelaufen sein könnten.

Die Rechtsverfolgungskosten sind zunächst nicht zu beanstanden, offensichtlich hat Klarna einen Eintreibungsversuch unternommen ( Inkasso) und dann die Forderung weiterverkauft, wobei die (letzte) Käuferin wiederum einen Anwalt beauftragte. Dies mag bitter sein, ist aber nicht zu beanstanden.

Sie haben nur die Möglichkeit - so wie Sie es getan haben- einzuwenden, dass es eine Forderung von Klarna gegen Sie nicht bestehe und dass diese zu belegen sei. Ein Widerrufsrecht stünde ihnen wegen sonst vorzuwerfender Treuwidrigkeit nur zu, wenn Sie auch die Ware zurückgeben und vom Händler nicht belehrt wurden. Da Klarna nur ein Zahlungsdienst ist erhalten Sie hier keine eigene Widerrufsbelehrung zu jedem Geschäft. Auf ein Widerrufsrecht gegen die Rechnung können Sie sich also nicht erfolgreich berufen. Bei der Anfechtung müssten Sie einen Irrtum aufgesessen sein, hierfür habe ich keine Anhaltspunkte. Mit diesen Einwendungen werden Sie also nicht weiterkommen.
Ich gehe davon aus, dass Sie wissen dass Sie mit dem Widerspruch , Ihre Daten zu verwenden nicht weit kommen, da ein berechtigtes Interesse besteht.
Auch dass die Mahnungen in Ihrem Spam-Ordner landeten hilft Ihnen nicht, das hätten Sie sicher stellen und kontrollieren müssen. Zum Briefversand ist Klarna nicht verpflichtet, da Mahnungen nicht der Schriftform bedürfen und auch dass Klarna erst jetzt die Forderung aufschlüsslte schützt Sie nicht, denn den Kontakt hätten Sie früher suchen müssen.

Allenfalls, wenn Sie keine Rechnung über Klarna abgewickelt hätten oder aber der Betrag ein anderer war, hätten Sie eine Chance.
Hier habe ich Anhaltspunkte.
Denn die Sie schreiben das Klarna folgende Auskunft gegeben habe:

Forderungssumme Hauptforderung 30,36 Euro, Inkassogebühren 45,00 Euro , Zinsen und Mahnkosten 36,15 Euro. Diese E-Mail mit der Info erhielt ich nach Auskunft per Klarna
Mailkontakt erst am 16.10.2019"

Dies ergibt in Summe die 111,51 € die als Hauptforderung dargestellt sind. Dann aber nochmal die Inkassokosten als Verzugsschaden zu verlangen funktioniert nicht. Hier scheint das Inkasso-Unternehmen 2x versteckt ( !x Hauptforderung, 1x Verzugsschaden) zu sein, denn nur so läßt sich der horrende Verzugsschaden erklären. Da die Inkassokosten aber bereist in der Hauptforderung enthalten sind, ist die anwaltliche Aufstellung und der Mahnbescheid vermutlich in Höhe von 83,54 € falsch ( einmal Rechtsverfolgungskosten zu viel). Die Höhe der Hauptforderung muss also bestritten werden, da in Ihr nicht einfach "Inkassokosten" versteckt werden dürfen. Für die geltendmachung aufgekaufter Forderung dürfen keine gebühren verlangt werden, so dass nur Ident-Inkasso Gebühren berechnen dürfte. Die Geltendmachung eigener (gekaufter) Forderungen ist ein Eigengeschäft und keine Rechtsdienstleistung von Inklasso-Unternehmen.

Aber es mag Gründe geben, dass zweimal Inkassokosten angefallen sind, die berechtigt sind, nämlich wenn die Forderungskäufer selber zunächst ( nach Klarna) einen Inkassodiesnt einschalteten und dann die Forderung noch einmal verkauften, so dass dann vom letzten Käufer ein anwalt beauftragt wurde. Dies wäre absolut zulässig. daher sollte notfalls durch Auskunft der Anwälte versucht werden, den Weg der Forderung nachzuvollziehen. Immer dann wenn der Inhaber wechselt und Inhaber und Inkassodienst auseinanderfallen können berechtigte Gebühren anfallen. Für die Berechtigung der Inkassokosten ist der Gegner beweispflichtig allerdings müssen Sie auch sehen, dass wen Sie diesen widersprechen, dass das Ganze vor Gericht verhandelt und weitere Kosten auslösen wird. Trotzdem habe ich anhand Ihrer Schilderungen und der Schriftstücke nur Anhaltspunkte für einmal berechtigte Inkassokosten gefunden. Hier ist ein Teilwiderspruch beim Mahnbescheid also zumindest nicht von Anfang an aussichtslos.

Die Verzugszinsen könnten auch bestritten werden, allerdings habe ich hier wenig Zweifel, dass der Forderungskäufer diesen Anlageverlust im Ernstfall belegen kann. Das ist also aus meiner Sicht eher nicht sinnvoll.

Was nun tun. Gegen den Mahnbescheid kann zur Vermeidung der (teilweisen) Rechtskraft Widerspruch eingelegt werden. Ein Widerspruch gegen den Mahnbescheid sollte nur als teilweiser Widerspruch ( für 83,54 €) geltend gemacht werden. Kommt dann die Anspruchsbegründung muss begründet werden, dass die Inkassokosten doppelt ( extra ausgewiesen und versteckt in Hauptforderung, welche nur 30.36 € betrug) berechnet wurden.

Über den Rest der Forderung (an den Anwaltskosten ändert dies nichts, eventuell lassen sich diese um höchstens 20 % drücken, weil die Forderung um etwa 20 % nichts stimmig ist) werden Sie wohl oder übel begleichen müssen. Eventuell ist hier eine Ratenzahlung noch möglich.
Beachten Sie jedoch, dass die Ratenvereinbarung in der Regel mit einem Schuldanerkenntnis verbunden ist, so dass nichts verjährt. Wird der Mahnbescheid (teilweise) wirksam kann ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden, der einen Titel darstellt. Ab dessen Vorliegen sind auch Schufa-Eintragungen möglich.

Fazit:
Alles in Allem rate ich Ihnen also zum teilweisen Widerspruch beim Mahnbescheid und teilweisen Forderungsausgleich. Nehmen sie Kontakt zu den Anwälten auf, erklären sie das doppelte Inkasso und bieten sie für den Rest die Zahlung an.

Es tut mir leid dass ich keine besseren Auskünfte für Sie habe, sie wollten eine ehrliche Einschätzung. Bis auf die wahrscheinlich doppelt abgerechneten Inkassokosten sehe ich keine Möglichkeit, um die Forderung herum zu kommen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2019 | 20:05

Vielen Dank für ihre sehr Ausführliche Antwort.
Dieses hilft mir sehr.

Ich möchte keinen Schufa Eintrag oder eine Vollstreckung bekommen.
So wie ich es aus Ihrer Mail gelesen habe und es verstanden habe, ist die Sache vom Tisch wenn ich einfach den gesamten Betrag aus dem Gerichtlichen Mahnbescheid an UGV Inkasso überweise?
Sobald ich dies gemacht habe, bekomme ich keinen Schufa-Eintrag oder ähnliches?

Dann muss ich dem Mahnbescheid dennoch widersprechen und bestätigen das Ich die Zahlung geleistet habe?

Ich habe bedenken das dann noch Folgekosten versucht werden einzuklagen?
Die Zinsen müsste ich dann auf dem Tag der Forderung ausrechnen?

Kommunikation per E-Mail mit dem Inkassobüro Ratsam? oder eher Telefon?

Vielen vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2019 | 21:26

Lieber Fragesteller, dies sind noch einmal 6 Fragen, gemessen am Einsatz also nicht so wirklich ein gutes Verhältnis.

Grundsätzlich kann ein Titel ( Vollstreckungsbescheid) zum Schufa- Eintrag führen, weil die Forderung dann rechtskräftig festgestellt wurde. Auch eine unstrittige Forderung kann zum Eintrag führen, hier fehlen mir aber Anhaltspunkte, da Sie widersprochen haben. Ich gehe davon aus dass Sie noch keinenSchufa-Eintrag haben.

Folglich muss nun der Vollstreckungsbescheid verhindert werden, dass geht nur durch FRISTGERECHTE ZAHLUNG ( 14 Tage)

Insofern sollten Sie sofort bezahlen ( beachten Sie die Zahlungsfrist im Mahnbescheid sonst fallen noch Kosten für den Vollstreckungsbescheid an) und dies dem Gegner mitteilen, der dann keinen Vollstreckungsbescheid ( Titel) erlangen kann.

Widerspruch legen Sie in diesem Fall nicht ein, es sei denn sie wollen - mit entsprechenden Kostenrisiko- noch um die 83,54 € kämpfen. Sie Zahlen nur und teilen das am besten auch mit.

Beantragt der Gegner trotzdem einen Vollstreckunsgbescheid bekommt das Gericht die Zahlung auch nicht mit, so muss gegen den Vollstreckungsbescheid sofort Einspruch eingelegt werden, damit er nach Verhandlung aufgehoben wird.

Ich habe bedenken das dann noch Folgekosten versucht werden einzuklagen?- Ich sehe nicht, welche das sein sollten, wenn Sie binnen der 14-Tägigen Frist zahlen. Sonst könnten noch Kosten eines Vollstreckungsbescheides hinzukommen. Daher: Schnell zahlen.

Die Zinsen rechnen Sie bis zu dem Tag aus, an dem das von Ihnen gezahlte Geld beim Gegner eingeht. Überweisen sie also heute noch , sollten Sie noch bis Montag ( besser Dienstag) Zinsen zahlen , denn es ist unsicher ob das Geld gleich morgen ankommt,es ist nach 18 Uhr und dann kommt das Wochenende. zinsen stehen dem Gegner bis zum Eingang des Geldes zu.

Kommunikation sollte stets schriftlich , also per Mail oder fax erfolgen um später Nachweise zu haben.

mit freundlichen Grüßen

Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 17.10.2019 | 22:31

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