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Forderung der Versicherung

| 25.09.2007 15:14 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Hallo,
am 05.02.07 wurde uns vom Kunden ein Wasserschaden gemeldelt. Der Schaden wurde behoben. Da Wasser in die Decke gelaufen war, wollte Kunde einen Sachverständigen beauftragen. Ausserdem teilte sie mit, den Schaden hätte sie ihrer Gebäudeversicherung gemeldet. Die Gebäudeversicherung würde den Schaden vorab bei Vorlage des Gutachtens zahlen und uns dann zur Zahlung auffordern. Bis heute haben wir weder vom Kunden noch der Versicherung etwas gehört.
Frage: In welcher Zeit muss uns die Versicherung mitteilen, wie hoch der Schaden ist? Sind hier Fristen einzuhalten?
Danke im voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Aus der Fragestellung entnehme ich, dass Sie wohl der Verursacher des Wasserschadens sind. Sie fragen also hinsichtlich der Regressansprüche der Gebäude-Versicherung gegen Sie.

Ansprüche auf Leistung in der (Gebäude-, bzw. Sach-) Versicherung verjähren grundsätzlich in zwei Jahren, § 12 VVG. Sie sind gehemmt, laufen also nicht, solange die Versicherung noch keine abschließende Entscheidung getroffen hat. Den genauen Wortlaut können Sie unten nachlesen.dies betrifft aber nur die Ansprüche, die Kundin gegenüber der Versicherung hat.

Sollte die Kunden Ihnen gegenüber einen Schadensersatzanspruch haben (wovon ich aufgrund ihrer Fragestellung ausgehe), dann geht diese Forderung gemäß Paragraph 67 VVG auf die Gebäudeversicherung über, sobald die bezahlt hat. Für Sie ist interessant, wann diese Ansprüche verjähren.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre, § 195 BGB und beginnt mit dem Schluss des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist. Solange kann die Versicherung im Regresswege den Schaden bei ihnen geltend machen.

Mit freundlichen Grüßen
Wiebersiek
Rechtsanwalt



§ 12 VVG

(1) Die Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag verjähren in zwei Jahren, bei der Lebensversicherung in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluß des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann.

(2) Ist ein Anspruch des Versicherungsnehmers bei dem Versicherer angemeldet worden, so ist die Verjährung bis zum Eingang der schriftlichen Entscheidung des Versicherers gehemmt.

(3) (...)



§ 199 BGB
Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist und Höchstfristen

(1) Die regelmäßige Verjährungsfrist beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem

1. der Anspruch entstanden ist und
2. der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

(2) Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit beruhen, verjähren ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.

(3) Sonstige Schadensersatzansprüche verjähren (...)

Nachfrage vom Fragesteller 26.09.2007 | 16:17

Sehr geehrter Herr Wiebersiek,
die Gebäudeversicherung der Kundin kann also ihre Forderung bis zum Ende des Jahres 2010 geltend machen - auch ohne Rechnungsstellung. Hätte Sie die Rechnung 2007 gestellt, würde diese auch im Jahr 2010 verjähren.
Ich hatte vermutet, die VS müsste den Schadensanspruch sofort anmelden.
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.09.2007 | 19:09

Achtung! Sie spekulieren vielleicht darauf, dass die Kundin irgendwann nicht mehr bei ihrer Wohngebäudeversicherung Ersatz bekommt und dann kein Regress mehr gegen Sie möglich ist.
Es ist zwar richtig, dass die Kundin ihrer Versicherung gegenüber eine vertragliche Verpflichtung hat (man spricht hier von Obliegenheiten), so muss sie unverzüglich die Schadenanzeige machen und den Schaden gering halten, etc.
Aber: sie kann sich auch direkt an Sie wenden und das bis zum Ablauf der Verjährung. Ggf. haben auch Sie eine Betriebshaftpflichtversicherung, der sie den Schaden melden sollten. Falls dann ein Anspruchsschreiben kommt, brauchen Sie dies nur weiterzuleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Wiebersiek
Rechtsanwalt

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