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Forderung aus Guthaben bei einer GmbH

25.11.2011 15:46 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Ich war bis 2008 einer von mehreren Gesellschaftern einer GmbH. 2008 habe ich meinen Anteil für je einen Euro an die verbliebenen Gesellschafter verkauft. Zu diesem Zeitpunkt hatte jeder Gesellschafter und ich ein Guthaben von etwa 20.000 Euro bei der GmbH. Nach einem älteren Gesellschafterbeschluss dürfen aus diesem Guthaben nur Auszahlungen mit Beschluss der Gesellschafterversammlung erfolgen. Im Kaufvertrag für meine Anteile ist festgelegt, dass bei etwaigen Auszahlungen aus den Guthaben der verbliebenen Gesellschafter auch eine Auszahlung in gleicher Höhe aus meinem Guthaben an mich erfolgen muss. Zur Kontrolle sollte ich zu jedem Jahresabschluss einen vom Steuerberater der GmbH beglaubigten Auszug erhalten, aus dem die Entwicklung der Guthaben aller Gesellschafter zu entnehmen ist, was aber nicht passiert ist.

Kann ich Auszahlungen aus meinem Guthaben auch ohne Zustimmung der Gesellschafterversammlung verlangen? In welcher Form muss das erfolgen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Sie haben zunächst einen Anspruch auf Auskunft gegen die GmbH Gesellschafter, der sich aus dem Kaufvertrag Ihres Anteils ergibt. Ihnen muss mitgeteilt werden, ob eszu Auszahlungen an die anderen Gesellschafter gekommen ist. Sie können als Beleg, wie vereinbart, die Aufstellung des Steuerberaters verlangen.

Sollte sich aus der Auskunft ergeben, dass es Auszahlungenvon Guthaben an die anderen Gesellschafter gegeben hat, dann hätten Sie einen Auszahlungsnanspruch. Ein entsprechender Beschluss der Gesellschafterversammlung läge dann wohl ohnehin vor, weil es ja einen älteren entsprechenden Beschluss gegeben hatte. Ändern die Gesellschafter diese Praxis, dann würde dies auch für Sie gelten.

Generell hat der ausscheidende Gesellschafter einen Abfindungsanspruch. Sie hätten also zumindeste einen Anspruch auf Erlass eines entsprechenden Beschlusses der Versammlung.

Um Ihre Frage entgültig beantworten zu können, müsste man aber den Gesellschaftsvertrag, die maßgeblichen Beschlüsse und den Übertragungsvertrag Ihres Anteils im Wortlaut kennen.



Bitte bedenken Sie, dass jede Ergänzung des Sachverhalts zu einer veränderten Beurteilung führen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht

Paulistr. 10
31061 Alfeld
Tel. 05181/5013 od. 5014
Fax: 05181/24163
email: anwaltwoehler@googlemail.com



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