Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Forderung Seiler & Kollegen


| 13.12.2010 22:06 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren,
wir bekamen vom Gerichtsvollzieher am 5.9.10 eine Zwangsvollstreckungsbescheid mit dem Satz "Die Höhe der Forderung beträgt ca. 171,10 EUR." Zunächst versuchten wir von Seiler & Kollegen eine Forderungsaufstellung anzufordern. Diese wurde von Seiler & Kollegen am 24.9.2010 abgelehnt mit der Begründung "Bei Vorliegen eines rechtskräftigen Titels sind die von Ihnen gemachten Einwändungen ausgeschlossen, wir werden Ihnen dshalb keine Unterlagen zusenden." In diesem Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass es sich um einen vollstreckbaren Titel für eine Forderung der Deutschen Telekom aus dem Jahre 1999 handelt. Leider besitzen wir keinen vollstreckbaren Titel mehr dazu und sind uns nicht sicher,ob wir überhaupt eine Mahnbescheid dazu im Jahre 2001 erhalten haben. Wir haben danach trotzdem umgehend den Betrag von 171,10 überwiesen, was uns der Gerichtsvollzieher schriftlich bestätigte. Der Titel wurde uns jedoch nicht ausgehändigt, mit der Begrundung,dass es sich um eine Teilforderung handele. Weiterhin wurde uns mitgeteilt, dass dieser Schuldtitel an den Gläubigervertreter zurückgesendet wurde. Am 3.12.10 bekamen wir wieder eine Aufforderung in oben genannter Sache über die Zahlung von diesmal ca. 476,03 EUR für die Forderung. Wir haben immer noch keinerlei Unterlagen zu dieser Forderung. Wie können wir Einsicht in den Titel nehmen und die endgültige genaue Höhe der Forderung erfahren. Können wir auf Zahlung der Gesamtschuld bestehen, da wir vorher keinerlei Ratenzahlung angefordert haben?
Inwieweit ist der Gerichtsvollzieher verpflichtet, genaue Angaben zu den Gesamtkosten zu machen (nicht ca Angaben)

Mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Hinsichtlich des damaligen Mahn- und Vollstreckungsbescheides können Sie sich bei dem zuständigen Mahngericht nach einer Abschrift erkundigen. Gemäß § 915 d ZPO können Sie einen Abdruck der Eintragung im Schuldnerverzeichnis einfordern, um zu sehen, welche titulierte Forderung gegen Sie vorliegt.

2. Der Gläubiger ist in der Tat nicht verpflichtet Ihnen entsprechende Unterlagen zuzusenden, außer beispielsweise bei einer außergerichtlichen Schuldenregulierung.

Allerdings hat der Gerichtsvollzieher gem. § 755 ZPO eine vollstreckbare Ausfertigung aus der sich die Gesamtforderung ergibt. Nur mit dieser kann er die Zwangsvollstreckung betreiben.

3. Auch kann der Titel Ihnen nicht ausgehändigt werden, wenn die Forderung nicht vollumfänglich beglichen wurde. Daher können Sie erst nach vollständiger Begleichung die Herausgabe des vollstreckbaren Titels verlangen und notfalls klageweise durchsetzen, § 757 ZPO.

4. Gem. § 760 ZPO können Sie Akteneinsicht in die Akte des Gerichtsvollziehers nehmen und dadurch die Höhe des Titels erfahren. Die Zahlung gegenüber dem Gerichtsvollzieher richtet sich nach dem Antrag des Gläubigers. Soweit dieser nur eine Teilforderung im Wege der Zwangsvollstreckung geltend macht, wird der Gerichtsvollzieher auch nur diese Beitreiben.

Gleichwohl ergibt sich aus dem Titel die Gesamtforderung, so dass Sie nach Zahlung dieser Gesamtforderung den Titel herausverlangen können. Die Verpflichtung des Gerichtsvollziehers Angaben zu machen, wird durch die mögliche Akteneinsicht gewährleistet.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe Ihnen bei einer Nachfrage weiter zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2010 | 18:06

Sehr geehrter Herr Schröter,
vielen Dank für die Auskunft. In der Zwischenzeit wurde mir versichert, dass ich nach zahlung der restlichen Forderung den Titel erhalte. Da ich keinerlei Unterlagen zu diesem Vorgang, der auf eine Telekom Rechnung von 1999 beruhen soll, habe, ergibt sich für mich die Frage, inwieweit kann man eine ausführliche Auflistung der Telefonverbindungen, die der Forderung zugrunde liegen, anfordern.

Gibt es die Möglichkeit des Widerspruches, falls sich herausstellt, dass diese Forderung der Telekom bereits von uns bezahlt wurde?

Gibt es die Möglichkeit, Einspruch zu erheben, falls ich noch einmal Zahlungsaufforderungen von einem Gerichtsvollzieher bekomme, die ich nicht nachvollziehen kann und wo ich mir nicht sicher bin, überhaupt jemals einen Mahnbescheid erhalten zu haben. Zum Beispiel kann ja durch Umzug ein solcher Bescheid nicht zugestellt worden sein?


Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank im vorraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2010 | 21:03

Vielen Dank für die Nachfrage. Eine Aufstellung der Telefonverbindung werden Sie leider nicht verlangen können. Die Telekom hat die Forderung tituliert, so dass diese rechtskräftig festgestellt ist. Daher wird die Telekom nicht zu einem weiteren Nachweis verpflichtet werden können, zumal die Informationen auch nicht mehr vorliegen dürften.

Wenn Sie nachweisen können, dass die Forderung bereits gezahlt wurde, können Sie Vollstreckungsgegenklage erheben.

Eine weitere Möglichkeit ist die Widereinsetzung in den vorigen Stand, wenn es Ihnen nicht möglich war, rechtzeitig auf den Mahn- und Vollstreckungsbescheid zu reagieren, z.B. da dieser an eine falsche Adresse gesendet wurde, weil Sie umgezogen sind. Allerdings müßten Sie auch darlegen, dass Sie den Adresswechsel angezeigt haben.

Insoweit bestehen durchaus noch Möglichkeiten gegen eine titulierte Forderung vorzugehen, die Hürden sind allerdings sehr hoch.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit besten Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2010 | 21:03

Vielen Dank für die Nachfrage. Eine Aufstellung der Telefonverbindung werden Sie leider nicht verlangen können. Die Telekom hat die Forderung tituliert, so dass diese rechtskräftig festgestellt ist. Daher wird die Telekom nicht zu einem weiteren Nachweis verpflichtet werden können, zumal die Informationen auch nicht mehr vorliegen dürften.

Wenn Sie nachweisen können, dass die Forderung bereits gezahlt wurde, können Sie Vollstreckungsgegenklage erheben.

Eine weitere Möglichkeit ist die Widereinsetzung in den vorigen Stand, wenn es Ihnen nicht möglich war, rechtzeitig auf den Mahn- und Vollstreckungsbescheid zu reagieren, z.B. da dieser an eine falsche Adresse gesendet wurde, weil Sie umgezogen sind. Allerdings müßten Sie auch darlegen, dass Sie den Adresswechsel angezeigt haben.

Insoweit bestehen durchaus noch Möglichkeiten gegen eine titulierte Forderung vorzugehen, die Hürden sind allerdings sehr hoch.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit besten Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.12.2010 | 18:09


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war sehr verständlich"