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Forderung Mietkautionskasse

17.10.2018 22:05 |
Preis: 43,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir sind Mitte des Jahres umgezogen. Kurz vor Ende des alten Mietvertrages erhielten wir eine Nebenkostenabrechnung mit einer Nachzahlung von 525 €. Fällig zum 01.07.18. Da wir es im Zuge der Umzugsvorbereitungen versäumt haben den Betrag rechtzeitig zu Überweisen erhielten wir am 08.08.18 Post von der RA Kanzlei des Vermieters. Wir sollten nun die Nachzahlung + ~150€ Anwaltskosten entrichten. 2 Tage später (10.08.) erhielten wir Post von unserer Mietkautionskasse. Mit der Information (keine Zahlungsaufforderung), dass der Vermieter 530,42€ als offen gemeldet hat und wir uns bis zum 19.08. dazu äußern sollen. Wir überwiesen die Nachzahlung zzgl. der Anwaltskosten ( ich habe es als Lehrgeld angesehen) am 16.08.2018 an das Konto des Vermieters. Und informierten am selben Tag auf dem Postweg die Kautionskasse über die Zahlung. Leider ohne Einschreiben, wie sich nun herausstellte. Für uns war die Sache damit erledigt.

Am 05.10. erreichte uns ein Brief ( erstellt am 01.10., Poststempel 04.10.) einer weiteren RA-Kanzlei welche von der Mietkautionskasse bzw. der anhängigen Versicherung beauftragt wurde 680€ Euro einzutreiben. Zu zahlen bis 08.10. (letzte Mahnung, Schufaeintrag, Titel, Pfändung inklusive-das empfand ich schon als ungemein seriös) bezogen auf einen Schadensersatzanspruch der Kautionskasse vom 07.08.2018.

Nach kurzer Fassungslosigkeit entschlossen wir uns bei den 4 Beteiligten Unternehmen telefonisch zu informieren.

1. der ehemalige Vermieter. Hier wurde uns bestätigt, dass die Forderung 2 mal eingegangen ist. Am 16.08. durch uns und am 28.08. von der Kautionskasse. Zitat: es kann schon mal passieren, dass so etwas untergeht. Man ließ uns zumindest einen Auszug unseres im Guthaben befindlichen Mieterkontos zukommen. Eine Aussage was mit den 530€ im Plus passiert erhielten wir nicht.

2. die Mietkautionskasse: man kann gar nichts für uns tun, bitte wenden Sie sich an die zugehörige Versicherung.

3. die Versicherung: 1. Mitarbeiterin: wir hatten keine Adresse von Ihnen, wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Wann und wohin ungewiss... man will Sich dann aber nochmal melden.

4. Rückfrage beim Vermieter: dieser hat unsere Daten inklusive neuer Adresse, Telefonnummer und aktueller E-Mail Adresse an die Kautionskasse übergeben.

5. Da wir die angekündigte Rückmeldung der Versicherung nicht erhielten, riefen wir erneut an. Eine weitere Mitarbeiterin erklärte uns schnell und unfreundlich, dass wir doch einen Brief erhalten hätten-Pech gehabt, wir können nichts für Sie tun. Rufen Sie doch bei unserem Anwalt an.

6. die RA-Kanzlei: wir trauten unseren Ohren kaum-Zitat: Wie wollen Sie denn beweisen, dass wir Ihnen keinen Brief geschrieben haben? Die Erklärung, dass der Absender diesen Beweis zu erbringen hat, habe ich mir erspart. Man sandte uns noch am selben Tag einen erneuten Drohbrief mit 3 Tagen Zahlungsziel, dann wolle man die Forderung gerichtlich durchsetzen.

Wir setzten uns aufgrund der aussichtslosen Lage einer Zielführenden Kommunikation mit unserer Rechtsschutzversicherung in Verbindung. Diese stellte eine Mediatorin, auch diese kam aber nicht wirklich weiter.

Da ich diese Woche vermutlich keinen Anwaltstermin mehr bekomme, versuche ich es nun erstmal hier.

Es sollte noch genannt werden, dass wir selbstverständlich einen Nachsendeauftrag bei der Post laufen haben. Auf diesem Weg bekam ich auch das eine Schreiben der Mietkautionskasse und die der RA-Kanzlei. Unser ehem. Vermieter schrieb uns auf der neuen Adresse.

Wir haben weder eine Zahlungsaufforderung noch eine Mahnung vor dem 01.10. gesehen. Sonst wäre das Ganze viele eher aufgefallen.

meine Frage: muss ich bei diesem Ablauf die Kosten der Anwälte tragen?

Darf der Vermieter bei Inanspruchnahme der Mietkaution „auf erstes Anfordern" zusätzlich (beide am selben Tag 07.08.) eine Kanzlei mit der Beitreibung beauftragen? Er weiß doch, dass er das Geld von der Mietkautionskasse bekommt.

Muss der Vermieter die Begleichung der Forderung an die Kautionskasse melden? Schließlich war unser Geld 2 Wochen eher da.

Welche der 4 Parteien muss ich hier in die Pflicht nehmen?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1) Kosten der Anwälte
Grundsätzlich besteht kein eigener Anspruch der Anwälte, deren Kosten zu tragen. Diese muss zunächst der jeweilige Mandant zahlen. Allerdings kann dieser die Anwaltskosten unter bestimmten Umständen ersetzt die verlangen. Der diesbezüglich häufigste - und hier wohl einzig in Betracht kommende - Fall ist die Geltendmachung als Verzugsschaden. Hierzu müssten Sie sich aber jeweils in Verzug befunden haben. In Verzug gerät man in der Regel erst dann, wenn man auf eine Mahnung nicht leistet. Die Voraussetzungen eines Verzugs hat der betreffende Gläubiger nachzuweisen.
Für Ihren Fall bedeutet dies: Ohne Mahnung keine Anwaltskosten. Und nicht Sie müssen beweisen, eine Mahnung nicht bekommen zu haben, sondern umgekehrt.

2) Wer ist in die Pflicht zu nehmenden
Diesen Teil Ihrer Frage kann ich noch nicht abschließend beantworten, da mir die Rolle der angesprochenen Versicherung noch nicht ganz klar ist. Dato sehe ich aber den Vermieter in der Pflicht, da dieser die Kautionskasse ohne rechtlichen Grund (die Nachzahlung war ja bereits geleistet) in Anspruch genommen hat und nun den erhaltenen Betrag erstatten und für allfällige Folgeschäden aufkommen muss.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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