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Folgeschäden einer Falschbetankung bei einem Mietwagen

19.11.2009 14:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

folgendes ist mein Problem:

am Samstag, den 14.11.2009 habe ich bei einer großen Autovermietung in Essen einen LKW (7,5 Tonner von Iveco) für einen privaten Umzug ausgeliehen und diesen am Sonntag, den 15.11. in Güstrow wieder abgegeben. 60 km vor Güstrow habe ich diesen fälschlicherweise mit Super statt mit Diesel betankt, aus Gründen, die ich nachfolgend erläutere. 2 km vor dem Abgabepunkt habe ich den Lkw nochmals mit Super betankt, um den Tank vollends aufzufüllen. Ich konnte den Lkw ohne Probleme auf den Parkplatz der Autovermietung bewegen. Diese stellte dann aber am Montag, den 16.11. fest, dass der Lkw nicht mit voller Leistung lief und nach Rücksprache mit mir, dass er falsch betankt wurde. In Folge dessen wurde der Lkw abgeschleppt und in eine Werkstatt gebracht. Die Schadensabteilung der Autovermietung hat die Bearbeitung des Falles übernommen.

Ich habe einen alten Führerschein der Klasse 3, der mich berechtigte, diesen Lkw zu fahren. Des Weiteren habe ich 2000 ein Lkw-Führerschein (ohne Anhänger) bei der Bundeswehr im Rahmen meines Grundwehrdienstes gemacht, diesen aber nie genutzt und 2005 verfallen lassen. Mein technisches Verständnis und insbesondere das von Autos ist leider beschränkt.
Ich versuche nun den Wortlaut des Gespräches zwischen mir und dem Einweisenden wiederzugeben, der mich dazu veranlasste, Super statt Benzin zu tanken (die Einweisung lief bis dahin sehr zufriedenstellend und ausgesprochen locker ab):

Ich: Der tankt ganz normal Super, richtig?
(Ich meinte die Frage vollkommen ernst, der Einweiser verstand dies leider aber wohl als Scherz.)

Einweiser: Ja (Pause)... Es gibt tatsächlich Leute, die mich fragen, ob der Diesel tankt (Pause)... Ich wüßte nicht, ob Iveco in den letzten Jahren etwas hergestellt hat, was etwas anderes tanken würde.
(Der Bezug vom dritten zum zweiten Satz war nicht klar. Für mich hatte er damit eindeutig bestätigt, dass der Lkw Super tankt. Der Lkw machte auf mich einen neuen Eindruck, und es schien mir nicht abwegig, dass man auch Lkw's mittlerweile von Diesel auf Benzin umgestellt hat.)

Bei der Einweisung war ein Freund von mir anwesend, der mir bestätigt hat, dass das Gespräch sehr missverständlich war. Allerdings ist auch er davon ausgegangen, dass ich wußte, das der Lkw Diesel tankt, d.h. ähnlich wie der Einweiser hat er angenommen ich scherze.

Zudem ist zu erwähnen, dass auf dem Tank selber nicht nochmal ein Hinweis auf den zu tankenden Kraftstoff stand. Von Seiten der Autovermietung habe ich noch keine Rechnung erhalten, befürchte aber, dass der auf mich zukommende Betrag nicht klein ausfallen wird.

Daher sind meine Fragen:
Hat das Gespräch mit dem Einweisenden rechtlichen Bestand?
Lohnt es sich, ggf. rechtliche Schritte einzuleiten? Könnten die Autovermietung bzw. der Einweisende haftbar gemacht werden? Oder liegt die Verantwortung der Falschbetankung letztlich doch vollends bei mir (und wenn ja, mit welcher Begründung)?

Vielen Dank schon vorab!
19.11.2009 | 16:34

Antwort

von


(140)
Saarlandstraße 62
44139 Dortmund
Tel: 0231 580 94 95
Web: http://www.rechtsanwalt-do.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Auf Ihr Gespräch mit dem Einweiser wird es wahrscheinlich ankommen.

Denn ein Autovermieter kann gegen den Mieter ein Schadensersatzanspruch (§§ 280 Abs 1, 241 Abs 2) zustehen, wenn der Mieter seine Vertragspflichten (§ 241) vorsätzlich oder fahrlässig verletzt hat, und dies zu einem Schaden geführt hat

Ihre Haftung hängt also davon ab, inwieweit man Ihnen Fahrlässigkeit vorwerfen kann.

Fahrlässigkeit bedeutet, die erforderliche Sorgfalt außer Acht zu lassen.

Grundsätzlich kann eine Falschbetankung zum Schadensersatz führen.

Da Sie sich nach dem richtigen Kraftstoff erkundigt haben, kann Ihnen nicht vorgeworfen werden, sie hätten gedankenlos Super getankt.

Außerdem haben Sie auch nicht fahrlässig ein Schild am Tank missachtet, da keins vorhanden war.

Was dann noch als fahrlässiges Verhalten in Betracht käme, ist, dass Sie, im Bewusstsein der eigenen Unsicherheit bezüglich des richtigen Treibstoffs, nicht noch einmal deutlich nachgefragt und sich vergewissert haben.

An diesem Punkt ist die Frage, wie das etwas kuriose Gespräch zu interpretieren ist. Sie haben sich ernsthaft und ordnungsgemäß erkundigt. Die Frage wurde jedoch als Scherz interpretiert und auf eine so missverständliche Art beantwortet, dass Sie verstanden haben, es sei sonneklar, dass Super getankt werden müsse, während der Mitarbeiter seine Verwunderung darüber ausdrücken wollte, dass manche Leute nicht wissen, dass Diesel getankt werden muss.

Nach meiner Rechtsauffassung stellt dies kein fahrlässiges Verhalten dar. Es handelt sich um ein klassisches Missverständnis. Sie können dem Mitarbeiter ebenso vorwerfen, dass er bei so einer (wie sich herausstellte offensichtlich wichtigen) Frage keine vernünftige Antwort gab.
Nach meiner Auffassung ist eine Haftung ausgeschlossen.

Vorgehensweise: Sie sollten erst einmal abwarten. Erstens, ob der Autovermieter überhaupt auf Sie zukommt. Zweitens, ob eine eventuell vorhandene Vollkaskoversicherung den Schaden übernimmt. Rechtliche Schritte halte ich für den Moment für nicht notwendig.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick geben und meine Antwort hat Ihnen weiter geholfen. Noch Fragen? Dann nutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion.

Wenn ich Sie in der Sache tätig werden soll, rufen Sie mich gerne an. Sie können mir auch eine Email z.B. mit einer Rückrufbitte schicken. Ich melde mich dann bei Ihnen.

Bitte bedenken Sie, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Zu einer umfassenden Beratung gehört, gemeinsam alle relevanten Informationen zu erarbeiten. Das kann diese Plattform nicht leisten. Hier soll nur eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen gegeben werden. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Tatsachen bei Ihrer Schilderung kann sich eine ganz andere rechtliche Beurteilung ergeben.



Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Belgardt
Rechtsanwalt


Kanzleianschrift:
Großholthauser Str. 124
44227 Dortmund

Kontaktmöglichkeiten:

Telefon: 0231. 580 94 95
Fax: 0231. 580 94 96
Email: info@ra-belgardt.de

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