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Folgekosten durch Falschlieferung v. DHL - Chance auf Erstattung?


| 30.10.2017 12:30 |
Preis: 30,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen & Herren,

uns wurde am 23.10.2017 ein DHL Express Worldwide Brief von der Britischen Botschaft zugesandt.
Der Inhalt war der Reisepass meiner Frau und Ihr erteiltes UK Visa.
Bei dem Brief handelte es sich um eine "signed delivery" Sendung.

Der Brief wurde lt. Online Auskunft am 24.10.2017 um 10:55 Uhr zugestellt. Meine Ehefrau war zu diesem Zeitpunkt zu Hause, es wurde aber nicht geklingelt seitens des Zustellers. Es war auch kein Brief in unserem Briefkasten.
Wir haben den Fall umgehend am gleichen Tag bei der DHL als Verlust gemeldet und gleichzeitig angefangen Zettel in der Nachbarschaft aufzuhängen, dass wir eine wichtige Sendung suchen.
Am 25.10.2017 kamen der zuständige Zusteller und dessen Arbeitgeber (anscheinend Sub-Unternehmer) vorbei um die Sache zu klären und den Brief zu finden - leider erfolglos.

Am 26.10.2017 wären wir um 11:55 Uhr nach London geflogen. Den Flug mussten wir absagen, wodurch uns erhebliche Kosten entstanden sind.
Weiterhin sind uns Übernachtungskosten entstanden.
Nicht zuletzt auch zeitliche Schäden (wir haben 3,5 Stunden zusammen mit dem Sub-Unternehmer am 25.10.2017 Abends gesucht).

Um ca. 21 Uhr am 26.10.2017 hat sich dann eine Nachbarin gemeldet und uns gesagt, dass der Brief in Ihrem Briefkasten war.
Die Nachbarin befindet sich in einem ganz anderen Teil des Hauses.

Die DHL schließt die Übernahme von Folgekosten in ihren AGB's aus.

Meine Fragen:
- Kann man auf Schadensersatz klagen?
- Wie aussichtsreich wäre es zu klagen? Es handelt sich um einen Schaden i.H.v. ca. 600 €.
- An wen würde sich die Klage richten? An die DHL in England, DHL Deutschland oder den Subunternehmer hier in Deutschland?
- Welcher Anwalt und welches Rechtsgebiet ist das richtige in unserem Fall?

Der zumindest meiner Meinung nach grob fahrlässige Fehler des Zustellers hat diesen Fall verursacht, so dass ich nach meinem Rechtsempfinden auch denke, dass dieser bzw. dessen Arbeitgeber am Ende der Kette dafür auch haften muss.

Vielen Dank & freundliche Grüße,
30.10.2017 | 14:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Zunächst ist zu klären ob generell eine Haftung vorliegt. Hierfür ist zu unterscheiden ob der Brief in einen Briefkasten eingeworfen oder bei der Post abgegeben wurde. Aus Ihrer Sachverhaltsdarstellung schließe ich, dass der Brief wohl abgegeben wurde.
Es wurde durch die Abgabe eine Frachtvertrag geschlossen. Dieser ist im HGB geregelt. Aus diesem Grunde finden auch die Haftungsregeln aus dem HGB Anwendung. Gem. § 425 HGB wird für den Verlust der Sendung gehaftet, auch wenn kein Verschulden vorliegt. Allerdings tritt eine Haftung erst dann ein, wenn ein Frachtgut (Brief) verloren gegangen ist (nach 20 Tagen).

Außerdem sind Haftungshöchstgrenzen vorgesehen. Diese knüpfen an das Gewicht des versendeten Gutes an. Um es vereinfacht darzustellen: Wenn Ihr Brief ein Kilogramm gewogen hätte, läge die Haftungshöchstsumme bei 9,94602 €. Hinzu tritt das Porto. Die Haftungshöchstgrenze läge also bei knapp über 10 €. (Klingt in Ihrem Fall wie ein Hohn, ist aber so).

Etwas anderes gilt wenn Sie dem Frachtführer (DHL) Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nachweisen könnten. In diesem Fall muss der tatsächliche Wert ersetzt werden. Das Verhalten des Subunternehmers ist hier DHL zuzurechnen. Es wird tatsächlich so gut wie ausgeschlossen sein dem Auslieferer hier grobe Fahrlässigkeit nachzuweisen. Grobe Fahrlässigkeit wäre gegeben wenn der Auslieferer schon einfachste, ganz naheliegende Überlegungen nicht angestellt und nicht beachtet hat, was im vorliegenden Fall jedem hätte einleuchten müssen. (Hier ist an Überfahren von roten Ampeln etc. gedacht). Der "einfache" Fehler beim Einwurf eines Briefes wird nicht unter grob fahrlässig fallen. Bei der Betrachtung der Fahrlässigkeit darf auch nicht auf die Folgen (so unangenehm diese auch sind) abgestellt werden.
Fazit: Meines Erachtens wird eine Klage hier keine Aussicht auf Erfolg haben und Ihnen nur weitere Kosten bescheren.

Es tut mir leid, Ihnen hier keine für Sie positivere Antwort geben zu können. Der Vollständigkeit halber will ich Ihre konkreten Fragen noch kurz beantworten:

- Kann man auf Schadensersatz klagen?
s.o.

- Wie aussichtsreich wäre es zu klagen? Es handelt sich um einen Schaden i.H.v. ca. 600 €.
s.o. Bei einem Schaden von 600 € müssten Sie im Falle eines Unterliegens nicht nur Ihren eigenen Anwalt, sondern auch den Anwalt der Gegenseite sowie die Gerichtskosten tragen. Diese liegen in Summe bei 682,60 €.

- An wen würde sich die Klage richten? An die DHL in England, DHL Deutschland oder den Subunternehmer hier in Deutschland?
Verklagen müssten Sie den Frachtführer bei dem der Brief aufgegeben wurde.

- Welcher Anwalt und welches Rechtsgebiet ist das richtige in unserem Fall?
Wie schon beschrieben handelt es sich um Handelsrecht. Sie benötigen für diese Angelegenheit keinen spezialisierten Anwalt.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollten dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Kreuckemeyer
Rechtsanwalt



Bewertung des Fragestellers 30.10.2017 | 14:22


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