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Flugverspätung von 7 Std. - Schadenersatz?


| 17.01.2007 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes



Eine Freundin von mir soll heute um 15 Uhr von Köln/Bonn zurück nach Rio de Janeiro (Brasilien) fliegen. Gestern kam um 14 Uhr eine Email der Chartergesellschaft, dass sich der Flug um mind. 7 Stunden verspäten wird.
Kann Sie den verspäteten Flug in Anspruch nehmen und hat dann hinterher auf Erstattung des Rückflugpreises?

Existiert eine Klausel, nach der eine Charterfirma keinen Ersatz leisten muss, wenn sie die Passagiere 24 Std. vor Abflug über Verpätungen informiert?

Ich habe von einer EU-Richtlinie gelesen, dass dies bei einer Verpätung von mehr als 5 Stunden der Fall sei. (600 Euro bei über 3500 Kilometern und mehr als vier Stunden Wartezeit)
Trifft dies zu?

Ein Anwalt einer Rechts-Hotline sagte mir, die Chartergesellschaft könne in ihren AGBs ihre Haftung selbst bestimmen. Das hieße dann doch auch, dass sie ihre Haftung kategorisch ausschließen kann. Ist dies rechtens? Die AGBs der Firma finden sie hier: http://www.koeln-rio.de/site/1438469137737274/extra/agb/

In der Flugbestätigung steht: "Bitte beachten: Flugzeiten im Charterverkehr sind nicht Bestandteil des Beförderungsvertrages
und sind vorbehaltlich Änderungen seitens der Fluggesellschaft."

Steht dies über der EU-Verordnung?

Meine Freundin ist auf dem Weg zum Flughafen. Wie soll sie sich verhalten?


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Sehr geehrter Fragesteller,

mit Ihrer Frage nehmen Sie Bezug auf die EG-Verordnung Nr. 261/2004 vom 11.02.2004. Diese Verordnung enthält in den Artikels 6 und 7 Regelungen über Ausgleichsansprüche bei Flugverspätungen.

Gem. Artikel 15 der Verordnung darf diese nicht durch abweichende oder restriktive Bedingungen im Beförderungsvertrag eingeschränkt oder ausgeschlossen werden. Die Verordnung geht also dann AGB der Fluggesellschaft vor; diese kann die Haftung nicht einseitig ausschliessen.

Allerdings ist folgendes zu beachten. Der Veranstalter hat mit der gestrigen Mail erst den Abflugtermin konkretisiert. Dies ist im Charterverkehr nicht unüblich. Ein vorherige verbindliche Vereinbarung der Abflugzeit ist nach Ihrer Schilderung nicht erfolgt.

Ihre Freundin wird daher nur dann Ausgleichsansprüche geltend machen können, wenn der tatsächliche Abflug sich gegenüber dem konkretisierten Zeitpunkt verzögert. Die Anwendbarkeit der EU-Verordnung setzt eine verbindliche Flugzeitvereinbarung voraus.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.01.2007 | 12:47

Hallo,

sie hat eine Flugbestätigung als .pdf Datei per Email erhalten.
Darin steht explizit ihre Abflugzeit. In dieser ist eine Telefonnummer angegeben zur Rückbestätigung von Flügen. Zitat:
"Bitte beachten Sie, dass diese Nummern ausschließlich dazu dienen, um sich die Flugzeiten im Zielgebiet rückbestätigen zu lassen".

Meinten Sie das? Wenn ja, woher hätte man wissen sollen, dass eine Abflugsangabe aus der Buchungsbestätigung unverbindlich sein soll und sich um 7 Std. verzögern darf? Wenn die gegebenen Zeiten unverbindlich sind, warum gibt der Veranstalter sie dann überhaupt an?

Was kann man tun, um dennoch nach EU-Verordnung entschädigt zu werden? Meine Freundin musste dadurch schon bestehende Termine zu Hause absagen

Danke für eine Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.01.2007 | 15:23

Mir ist nicht ganz klar, was wann per Email geschrieben wurde. In Ihrer Ausgangsfrage haben Sie angegeben die genannte Zeit 15.00 Uhr sei ausdrücklich nicht Bestandteil des Beförderungsvertrages. Wenn danach weitere Bestätigungen gekommen sind, müsste die Verbindlichkeit der dort genannten Flugzeiten anhand der Unterlagen überprüft werden.

Es bleibt Ihrer Freundin unbenommen, etwaige Ansprüche geltend zu machen. Mehr als ablehnen kann die Fluggesellschaft ihr Ansinnen nicht.

Dazu sollte sich Ihre Freundin die tatsächliche Abflugs- und Ankunftszeit am Flughafen schriftlich bestätigen lassen, um spätere Beweisschwierigkeiten zu vermeiden. Ggf. sind am Schalter auch bereits Schadensformulare erhältlich, mit denen die Ausgleichsansprüche direkt angemeldet werden können.

Mit freundlichen Grüßen

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"Hätte gern gewusst, ob die Charterfirma mit einem simplen Satz in der Buchungsbestätigung sämtliche An- und Abflugszeiten als nicht Vertragsbestandteil erklären kann und demnach haftungsfrei um 7 Stunden dehnen darf. Der Tipp mit den bestätigten Zeiten scheint jedoch hilfreich. Wir werden sehen, was sich ergibt. Danke für die schnellen Antworten. "
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