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Flugverspätung - Flug vorgezogen - Flug verpasst: Was nun?

25.10.2018 12:04 |
Preis: 49,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


13:44
Sehr geehrte Damen und Herren,

am 21.09.18 sollte unser Flug (3Personen) von Köln um 2:30 nach Izmir loslegen. Um 06:30 Uhr sollten wir ursprünglich ankommen.
Vorzeitig am Flughafen angekommen erfuhren wir beim Check-in Schalter, dass der Flug aufgrund von Verspätung auf 06:30 Uhr verschoben wurde. Einen Grund konnte man uns nicht nennen.
Der Check-In wurde durchgeführt, wir erhielten unsere Boardingkarten, worauf als Boarding Time 05:55 Uhr stand.
Außerdem wurden uns 5€ Snack-Gutscheine mitgegeben.

Mit dem Wissen um 5:55 Uhr in den Flieger eintreten zu dürfen haben wir versucht die Zeit am Flughafen totzuschlagen.
Wir haben dann um 4:20 Uhr auf die Flugtafel geschaut, diesmal stand dort als Abflugzeit für unseren Flieger 04:30 Uhr!!! Da wir uns nicht direkt vor dem Gate befanden (wir waren außerhalb der Sicherheitsschleuse) sind wir dorthin gerannt, doch der Flieger war weg.
Das hieß für uns, um unser gebuchtes und im Voraus bezahltes Hotel besuchen zu können, mussten wir weitere 3 Tickets kaufen. Da dies in naher Zukunft in Köln nicht möglich war mussten wir nach Düsseldorf ausweichen. Extrakosten: Beförderungskosten von Köln nach Hause + 3 neue Flugtickets + Beförderung nach Düsseldorf.

Wir kamen am nächsten Tag (22.09.18) um 20:30 Uhr im Hotel und 19:15 Uhr am Flughafen an

Meine Frage diesbezüglich:
Wie sehen unsere Rechte aus?
(Ausgleichszahlung, Ansprüche auf Flugpreis, Extrakostenerstattung etc.)
Wie sieht die Durchsetzbarkeit aus?



25.10.2018 | 13:20

Antwort

von


(371)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.)
Geht man von dem ursprünglich gebuchten Flug und der angekündigten Verspätung aus, so handelt es sich um einen unter Art. 6 I b) der EU-VO 261/04 fallenden Flug (2105 km Entfernung, mehr als drei Stunden Verspätung) und Ihnen würde ein Schadenersatzanspruch in Höhe von je 400,00€ zustehen, Art. 7 I b).

Nunmehr wurde das Boarding aber vorgezogen und der Flug ging dann um 4.30 Uhr, so dass Ihnen für diese Flugverspätung tatsächlich keine Entschädigungsleistung zusteht.


2.) Fraglich ist allerdings, ob Ihnen nicht anderweitige Entschädigungsansprüche zustehen, dadurch, dass Ihnen eine (falsche) Boardingzeit mitgeteilt wurde und Sie dadurch Ihren Flug verpasst haben.

Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass Sie der Boarding-Time der Bordkarten vertrauen durften und daher ein Mitverschulden ausgeschlossen werden kann. In der Regel ist zudem davon auszugehen, dass mitgeteilte Boarding-Times sich eher weiter nach hinten als nach vorne verschieben.

Nur wenn Ihnen weitere Infos an die Hand gegeben wurden, wie etwa regelmäßig zu schauen, ob sich die Boarding- Time nach vorne verschiebt, o.ä. könnte Ihnen möglicherweise ein Mitverschulden unterstellt werden.

Fraglich ist auch, warum Sie nicht mehrfach ausgerufen wurden. Es war doch dem Personal klar, dass Sie Ihre Bordkarten bereits hatten und am Flughafen waren.

Ich sehe hier gute Chancen, Ihre Ansprüche auf Flugtrickets, Extrakosten durchzusetzen.
Gegebenfalls sollte auch versucht werden, aufgrund der dann mit der fehlerhaften Bordkarte einhergehenden Versäumnis des gebuchten Fluges und verspäteter Ankunft am Zielort, die Ausgleichszahlung zu erhalten.

Gerne bin ich Ihnen bei der DUrchsetzung Ihrer Ansprüche behilflich.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 25.10.2018 | 13:40

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

"Nur wenn Ihnen weitere Infos an die Hand gegeben wurden, wie etwa regelmäßig zu schauen, ob sich die Boarding- Time nach vorne verschiebt, o.ä. könnte Ihnen möglicherweise ein Mitverschulden unterstellt werden."
-Dies war nicht der Fall, wir haben aber trotzdem ab und an nachgeschaut. nur zwischen 3:00 Uhr und 4:30 Uhr nicht

"Fraglich ist auch, warum Sie nicht mehrfach ausgerufen wurden. Es war doch dem Personal klar, dass Sie Ihre Bordkarten bereits hatten und am Flughafen waren."
-Theoretisch oder auch praktisch ist das passiert aber wir haben es nicht mitbekommen. Auch am Gepäckservice hat man uns gesagt, dass wir bestimmt 2mal ausgerufen und erst dann die Koffer "ausgeladen" wurden , doch wie gesagt, wir haben es nicht mitbekommen.
Rechte geltend machen würde ich definitiv, wenn eine Durchsetzbarkeit möglich ist.
1) Nur wenn die Fluggesellschaft behauptet, sie habe es getan, bei wem liegt dann die Beweislast?
2) ich gehe mal davon aus, dass wir ausgerufen wurden und wir es nicht gehört haben. Entfällt dann unser Anspruch?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.10.2018 | 13:44

Nein, Ihr Sndpruch entfällt meines Erachtens nicht. Sie sollten Ihre Rechte definitiv durchsetzen.

ANTWORT VON

(371)

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