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Flugverspätung -Anschlußflug verpasst

| 16.03.2009 18:08 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Folgendes ist am 24.10.2008 passiert:

Wir hatten für 2 Personen einen Flug von Frankfurt über Hongkong nach Hanoi gebucht. Der Flug sollte komplett mit der Cathay Pacific (CP) stattfinden. Der Abflug war für 19:30 Uhr geplant. Aufgrund eines technischen Defektes am Flugzeug (eine Ladelucke konnte nicht geschlossen werden) war der tatsächliche Abflug dann erst um 21:07 Uhr (laut Aussage CP). In diesen fast zwei Stunden mussten wir im Flugzeug warten.

Durch den verspäteten Abflug haben wir dann unseren Anschlussflug von Hongkong nach Hanoi verpasst. Uns wurde in Hongkong ein Flug über Saigon nach Hanoi angeboten. Wir haben nach einer Alternative gefragt, da wir zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Stunden im Flugzeug gesessen hatten und der Umweg über Saigon mind. weitere 4 Flugstunden sowie einen weiteren Umstieg mit Wartezeit bedeutet hätte. Daraufhin hat man uns eine Übernachtung in Hongkong und einen Weiterflug nach Hanoi für den Morgen des folgenden Tages angeboten. Dem haben wir zugestimmt mit dem Hinweis, dass dafür aber eine Kompensation fällig wäre. Das hat man mit dem Hinweis abgelehnt, dass dies nach der Reise schriftlich eingereicht werden müsste. Bei der Prüfung der Sitzplatz-Verfügbarkeit für den nächsten Tag wurde festgestellt, dass lediglich ein Platz bestätigt werden könnte. Die zweite Person hätte keinen bestätigten Flug gehabt. Daraufhin haben wir diese Alternative abgelehnt, da wir nicht das Risiko eingehen wollten, getrennt in Hanoi anzukommen. Uns hat man dann mehr oder weniger gezwungen den Umweg über Saigon anzunehmen, da man uns keine weitere Alternative anbieten wollte oder konnte. Das taten wir letztendlich dann auch. Also flogen wir nach Saigon (Flugzeit 2 Std 10 Min.) und kamen um 17:30 Uhr (Ortszeit) in Saigon an. Dieser Flug war ebenfalls ein CP-Flug. Der geplante Weiterflug nach Hanoi war für 20:10 Uhr mit der Vietnam Airlines vorgesehen. Aber auch hier kam es zu einer Verspätung, so dass wir erst um 22:10 Uhr weiterflogen. Nach einer weiteren Flugzeit von fast 2 Stunden landeten wir letztendlich um 23:45 Uhr in Hanoi, was eine Verspätung von 7 Std und 50 Min. bedeutete.
Nach meiner Beschwerde (fristgerecht innerhalb 14 Tagen per Einschreiben) bekam ich von CP ein Schreiben, in dem die Unannehmlichkeiten bedauert werden, daß es sich um einen nicht vorhersehbaren Defekt gehandelt hätte und dass man uns entsprechend IATA Bestimmungen auf die bestmögliche Verbindung gebucht hätte. Weiterhin wird eine Entschädigung von CP laut EU Verordnung 26/2004 Artikel 6, auf die ich meine Beschwerde begründet habe, abgelehnt, da es nur eine Verspätung von fast 2 Stunden waren und nicht mindesten 4 Stunden.
In der Zwischenzeit gab es noch einmal ein Schreiben von mir, indem ich die Abflugzeit bezweifle, da der Abflug m. M. erst um 21:30 Uhr war und nicht 21:07 Uhr. Weiterhin habe ich CP darauf hingewiesen, dass es in der EU Verordnung nicht nur um verspätete Abflüge sondern auch um verspätete Ankünfte geht. Dazu habe ich mich auf die Artikel 7.1 c sowie 7.2.c und 8.1 b bezogen. Trotz einer nochmaligen Fristverlängerung, hat CP nicht mehr auf mein 2. und 3. Schreiben (Fax) reagiert.

Bei diesem Flug kam es zusätzlich auch noch zu einer verspäteten Gepäckbeförderung. Dazu hat CP mittlerweile unsere Auslagen beglichen.

Frage:
1) Besteht aus Ihrer Sicht die Möglichkeit auf eine Entschädigung von CP zu bestehen
2) Besteht die Aussicht auf Erfolg bei einer evtl. Klage? Laut EU-Verordnung wären bei 8-stündiger, verspäteten Ankunft 600,- €/Person fällig, die ich auch eingefordert habe.
3) Welche Entschädigung kann aus Ihrer Sicht gefordert werden?
4) Bezieht sich die EU Verordnung wirklich nur auf den Abflug der ersten Verbindung und lässt damit jegliche Anschlussflüge außer Betracht?
5) Ist eine defekte Ladeluke ein Defekt, der als unvorhersehbar anzunehmen ist und dadurch eine Entschädigung ausschließt?

Sehr geehrter Fragesteller,

1. Leider nein. Eine Entschädigung käme nur im Falle der Nichtbeförderung oder Annullierung des ursprünglichen Flugs in Betracht. Da Ihr Flug jedoch noch stattgefunden hat, liegt eine Verspätung vor. Hier sieht die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 über Fluggastrechte keine Entschädigung in Geld vor (Art. 6 der Verordnung verweist nicht auf Art. 7), sondern nur Unterstützungsleistungen wie z. B. Hotelunterbringung gemäß Art. 9, die sie erhalten haben.

2. Für den ursprünglichen Flug besteht, wie gesagt, kein Anspruch auf Entschädigung. Und für den Anschlussflug ist die EG-Verordnung gar nicht anwendbar: Die Verordnung gilt nur für Fluggäste, die auf Flughäfen im Gebiet eines EU-Mitgliedstaats einen Flug antreten, oder bei Flügen eines EU-Luftfahrtunternehmens von einem Drittstaat in die EU zurück (Art. 3 Abs. 1 der Verordnung). Das war bei dem Anschlussflug nicht der Fall, die Verordnung ist daher insoweit nicht anwendbar.

3. Ein pauschaler Entschädigungsanspruch besteht nicht (s. o.). Wenn Sie einen finanziell bestimmbaren Schaden erlitten haben, dann können Sie allerdings evtl. Schadensersatz nach dem Montrealer Übereinkommen über die Beförderung im internationalen Luftverkehr verlangen. Dazu müssten Sie Schadenspositionen konkret beziffern.

4. Ja (siehe oben unter 2.).

5. Diese Frage wird nur ein Sachverständiger beantworten können. Ich würde allerdings davon ausgehen, dass ein Defekt in der Regel kein unvorhersehbares Ereignis ist. Diese Gefahr von Defekten entstammt voll der Sphäre der Fluggesellschaft und kann insb. durch Wartung ausgeschlossen werden. Im Prozess müsste sich die Fluggesellschaft insoweit entlasten, d. h. es wäre an ihr genauer vorzutragen, wieso der Defekt unvorhersehbar gewesen sein sollte. Diese Frage spielt allerdings für die Entschädigung nach der Fluggastverordnung keine Rolle, da schon der Tatbestand der Entschädigungsnorm nicht erfüllt ist. Nur im Rahmen der Verschuldensprüfung nach dem Montrealer Abkommen wäre dies noch relevant (wenn Sie aber keinen finanziellen Schaden erlitten haben, kommt es darauf auch nicht mehr an).


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.03.2009 | 20:21

Sehr geehrter Herr Juhre,

vielen Dank für die Auskunft. Ich habe noch eine Rückfrage. Entsprechend Ihrer Antwort, hätte man als Passagier also keinerlei Rechte (oder Entschädigungsanspruch), wenn durch Verschulden der Fluggesellschaft eine von der gleichen Gesellschaft durchgeführter Anschlußflug verpasst wird, so lange der Abflug des ersten Fluges innerhalbe der 4-Stundenfrist liegt.
1) Ist das richtig?
2) Zum Punkt 2) Ihrer Antwort, möchte ich fragen, ob dies auch gilt wenn der gesamte Flug von einer Fluggesellschaft durchgeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.03.2009 | 20:59

Zu Ihrer Nachfrage:

1. Keinerlei Rechte stimmt so nicht. Es gibt natürlich (wie überall) einen verschuldensabhängigen Schadensersatzanspruch, der sich im Flugrecht nach dem erwähnten Montrealer Abkommen bestimmt. Den verschuldensunabhängigen Entschädigungsanspruch nach der Fluggastrechteverordnung gibt es leider nicht im Fall der Verspätung.

2. Es ändert sich leider nichts, da die Voraussetzung für den Entschädigungsanspruch, nämlich Annullierung eines Flugs, nicht erfüllt ist. In dem Fall sind Sie, wie gesagt, auf den "normalen" verschuldensabhängigen Schadensersatz angewiesen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.03.2009 | 13:29

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