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Flugstornierung - ist die Fluggesellschaft verpflichtet, mir am Abflugort das Hotel zu zahlen?

11.12.2005 13:27 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann


Sehr geehrte Damen und Herren,

mich würde Ihre Einschätzung folgender Situation interessieren:
- Buchung und Kauf eines Tickets (Kiew, Ukraine <-> München, Deutschland)
- Buchung eines Bahntickets für diesen Tag von München zu anderem Ort in Deutschland
- Flug wird von Fluggesellschaft aufgrund mangelnder Passagiere storniert.

Meine Fragen:
- welche Ansprüche habe ich gegenüber der Fluggesellschaft (Schadenersatz, etc.)
- ist die Fluggesellschaft verpflichtet, mir am Abflugort das Hotel (in welcher Kategorie?) zu zahlen? Und falls ja, für welche Dauer...bis zum nächstmöglichen Flug?
- ist die Fluggesellschaft verpflichtet, mir die aufgrund des nicht stattgefundenen Fluges die Kosten für das Bahnticket zu erstatten?

Für Ihre Antwort herzlichen Dank!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich sogleich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben summarisch beantworten möchte.

1. Fluggäste, deren Flug annulliert wird, können die Rückerstattung des Flugpreises für die nicht geflogene Flugstrecke zurückverlangen. Natürlich steht es Ihnen auch frei, die Umbuchung auf einen anderen Flug der Linie zu verlangen.

Wenn Sie weniger als vierzehn Tage vor dem geplanten Abflug über die Annullierung eines Flugs aus Gründen informiert werden, die von der Fluggesellschaft zu vertreten sind, steht Ihnen ein Ausgleichsanspruch zu, sofern Ihnen keine anderweitige Beförderung angeboten wird, die Abflug und Ankunft am Endziel innerhalb folgender Zeiten ermöglicht (bspw.): Stornierung weniger als sieben Tage vor dem planmäßigen Abflug und Angebot einer anderweitigen Beförderung mit Abflug maximal eine Stunde vor dem ursprünglich geplanten Abflug und Ankunft am Endziel maximal zwei Stunden nach der ursprünglich geplanten Ankunftszeit.
Anspruchshöhe: EUR 250 für Flüge bis zu 1500 km , EUR 400 für Flüge innerhalb der EU über mindestens 1500 km und für alle anderen Flüge zwischen 1500 km und 3500 km
EUR 600 für alle übrigen Flüge. Darüber hinaus gehende Ansprüche sind nicht vorhanden (Bahnticket) .

2. Ein Hotel kann für eine Nacht beansprucht werden, im Zweifel auch ein Essen. Dies ist aber eine Frage der genauen Umstände und kann nur dann verlangt werden, wenn kein zumutbarer Transfer o. Ähnliches möglich ist. Die Hotelkategorie muss mittlerer Art und Güte sein, was auch je nach Abreiseland verschieden zu handhaben sein kann. Andere Vorgaben existieren insoweit auf EU-Ebene jedenfalls nicht.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-


Burgwedel, den 11.12.05
mailabc@anwaltskanzlei-hellmann.de (entferne abc)



Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2005 | 15:05

Sehr geehrter Herr Hellmann,

im betreffenden Fall handelt es sich um eine Absage des Flugs direkt am Flughafen, eine Stunde vor Abflug.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diesen Hinweis noch in Ihre Antwort mit einfliessen lassen würden.

Wenn ich Ihre Ausführung richtig interpretiere, müssten bei dem genannten Flug (Entfernung über 1500km, Ukraine nicht EU) pro Ticket eine Entschädigung in Höhe von € 400,- gezahlt werden.

Für mich ist schwer nachzuvollziehen, dass eine Fluggesellschaft aus wirtschaftlichen Gründen einen Flug stornieren kann, jedoch nicht für die Konsequenzen (Mehraufwand Übernachtungen, ungültiges Bahnticket) haften muss.

Über eine kurze Rückinfo wäre ich Ihnen dankbar.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2005 | 15:21

Ich kann Ihre Einwände verstehen, leider sehen die internationalen Regeln (Warschauer Abkommen) bzw. das Deutsche LuftVG keine andere Haftung vor. Insoweit sind die aufgezeigten Entschädigungsregeln, die wesentlich durch das Europarecht entstanden sind, schon ein immenser Fortschritt!

Ja, auch für außereuropäische Flüge gilt bei der entsprechenden Entfernung, dass eine Entschädigung von 400,-- zu zahlen ist. Die Bahnfahrt wird leider nicht erstattet. Aber Sinn und Zweck der Entschädigung ist es letztlich auch, solche frustrierten Aufwendungen pauschal abzugelten. Aber da Ihnen im Einzelfall auch ein Hotel zusteht, meine ich, dass dieser Mehraufwand auch einzuklagen wäre!

Ich hoffe, nunmehr alle Unklarheiten beseitigt zu haben und wünsche noch einen schönen Sonntag!

Hochachtungsvoll

RA Hellmann

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