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Fluggastrechte bei Streichung meines Langstreckenfluges

20.07.2011 18:38 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anna Göbel


Sehr geehrte Damen und Herren,
um mein Anliegen bezueglich meiner Fluggastrechte fuer meinen Flug von Zurich nach NewYork so klar wie moeglich darzustellen, schreibe ich die Details stichwortartig.
Ich habe bereits mit Swiss Kontakt aufgenommen, aber mir wurde eine, meines Erachtens viel zu tiefe Entschädigung angeboten.

Urspruenglich geplanter Hinflug:
Hinflug: 6. Januar 2011 - LX 14 von Zürich nach JFK wurde gecancelled.
Bei der Ankunkft am Flughafen wurde mir mitgeteilt dass der Flug gecancelled wurde.
Anstatt der Direktverbindung ZRH-JFK, wurde mir ein Flug mit Lufthansa ueber Frankfurt und einer Ankunft in Newark(EWR) anstatt JFK angeboten:
Lx1193 zrh nach fra
Lx484 FRA nach ewr

Mit dem urspruenglich geplantem, direkten Hinflug welcher um 1605 in JFK angekommen wäre, landete ich stattdessen mit Verspätung und Umsteigen um 2021 in Newark und dazu noch auf der komplett anderen Seite von NewYork.
Das verursachte, dass ich einen sehr wichtigen Termin um 1830 nicht wahrnehmen konnte was mir nun viele Probleme bereitet..

Urspruenglich geplanter Rueckflug:
Rueckflug: 9. Januar 2011 - LX 17 von JFK nach ZRH
Als ich am 9. Januar 2011 in JFK ankam, wurde mir am Schalter mitgeteilt mein Name sei nicht auf der Liste und ich haette keine Buchung mehr; diese wurde wahrscheinlich durch einen Fehler von Swiss bei der Umbuchung meines Hinflugs verursacht.
Die EconomyKlasse sei komplett ausgebucht gewesen und damit ich nicht noch einen Termin verpasse wurde mir nach groesserem Verhandeln ein Upgrade in die Business fuer 500USD verkauft damit ich wenigstens im Flieger mitkommen kann.


Ich habe gleich nach dem Flug mit der Swiss im Januar Kontakt aufgenommen und es hatte trotz mehrmaliger Ermahnung erst im Juni mit mir Kontakt aufgenommen.
Mir wurde als Entschaedigung die 500 USD fuer den Rueckflug sowie 200 CHF als Gutschein angeboten.

Nach meiner Recherche der EG261/2004, welche auch fuer den Abflug in der Schweiz gilt, dachte ich, mir stuende eine Entschaedigung durch die Streichung und die Umbuchung des Hinflugs in Verbindung mit der um 4 Stunden verspäteten Ankunft 600 Euro zu.


Daher würde ich dies gerne von Ihnen als Profi beurteilen lassen.
Besten Dank !

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt:


Wie Sie richtig annehmen ist die Verordnung (EG) Nr. 261/2004 auch in der Schweiz auf der Grundlage des bilateralen Luftverkehrsabkommens Schweiz-EG anwendbar.


Für den Hinflug gilt Folgendes:
Da der Flug annulliert wurde haben Sie grundsätzlich gemäß Art. 5 Abs.1 c) der Verordnung in Verbindung mit Art. 7 Abs.1 c) der Verordnung einen Anspruch auf eine Ausgleichsleistung in Höhe von 600 €.
Etwas anderes würde gelten, wenn Ihnen ein Alternativflug angeboten wurde, bei dem Sie nicht weniger als 4 Stunden später ankamen. Nach Ihren Angaben wurde diese Grenze aber überschritten. Zudem wurden Sie auch erst am Flughafen benachrichtigt, was weitere Voraussetzung ist.

Somit besteht der Anspruch, außer das Luftfahrtunternehmen kann darlegen, dass die Annullierung auf außergewöhnlichen Umständen beruht. Nach der Rechtsprechung des BGH sind hierfür technische Defekte allerdings nicht ausreichend. Da in Ihrem Falle aber noch keine solchen Umstände vorgetragen worden sind, würde ich davon ausgehen, dass diese auch nicht bestehen und Ihnen der o.g. Betrag zusteht.

Etwas anderes gilt auch dann, wenn Sie bereits von Dritten Ausgleichszahlungen für das Vorkommnis erhalten hätten, wovon ich ebenfalls nicht ausgehe.


Für den Rückflug gilt Folgendes:

Hier greift die benannte Richtlinie vom sachlichen Anwenungsbereich her nicht, da hiervon nur Nichtbeförderungen, Annullierungen und Verspätungen erfasst sind.
Laut Ihren Schilderungen wurden Sie aber letztlich doch mit dem gebuchten Flug rechtzeitig befördert. Für den entstandenen Schaden (Aufpreis) wurde Ihnen Ersatz angeboten, so dass ich hier keine weiteren Ansprüche erkennen kann.

Ich hoffe Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die rechltiche Situation verschafft zu haben und wünsche Ihnen bei Ihrem weiteren Vorgehen viel Erfolg und alles Gute!
Über eine weitere Beauftragung würde ich mich sehr freuen.



Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Nachfrage vom Fragesteller 20.07.2011 | 23:59

Sehr geehrte Frau Göbel,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Verstehe ich dies richtig, dass mir die 600 Euro zustehen weil die Verspätung mehr als 4 Stunden beträgt? Wie kann ich dies am Besten nachweisen?

Ist die Beförderung auf einen anderen Flughafen als den gewünschten auch relevant?

Für den Rückflug habe ich die 500 USD als Entschädigung angeboten bekommen:
Würde im Falle einer "Klage" mir maximal die 600 Euro zustehen oder wäre dies 600 Euro plus die 500 CHF Entschädigung weil der Fall ja aufgrund der Umbuchung des Mitarbeiters entstand und nicht von meiner Seite?

So wie ich recherchiert habe würde der Zivilprozess aufgrund des Streitwertes ermittelt:
Würde sich eine Klage in solch einem Fall lohnen oder wäre es besser die 500 USD + 200 CHF zu akzeptieren?

Besten Dank und viele Gruesse

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.07.2011 | 15:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben richtig verstanden, dass Ihnen 600 € zustehen. Der Anspruchsgrund ist, dass Ihr Flug insgesamt annulliert wurde.
Hätte man Ihnen allerdings einen Alternativflug anbieten können, bei dem Sie weniger als 4 Stunden später angekommen wären, so wäre der oben benannte Betrag zu veringern. Dies war aber ja nicht der Fall.
Die Beförderung an den anderen Flughafen ist hierfür irrelevant.
Ein Nachweis dafür, dass Sie den anderen Flug angetreten haben wäre z.B. Ihre Boardingkarte oder irgendwelche andere Unterlagen diesbezüglich.

Sollten Ihnen die beiden Beträge tatsächlich nur für den Rückflug angeboten worden sein, so wäre es ratsam dies anzunehmen und anschließend die 600 € für den Hinflug zu fordern.

Ob sich eine Klage "lohnt" liegt natürlich im Auge des Betrachters. Bei völligem Obsiegen, wovon ich bei Ihrer derzeitigen Schilderung ausgehen würde, müssten Sie natürlich auch die Zeit rechnen, die hierfür Ihrerseits investiert werden müsste, für ein weiteres Vorgehen. Weiter müssten Sie mit Gerichtskosten usw. in Vorleistung treten und ein gewisses Prozessrisiko muss einkalkuliert werden. Dies würde durch das Bestehen einer Rechtsschutzversicherung minimiert.

Unbenommen bleibt Ihnen jedoch zunächst die Fluggesellschaft unter Verweis auf die Richtlinie zur weiteren Zahlung unter Androhung weiterer rechtlicher Schritte aufzufordern.

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