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Flug verspätet - Anschlussflug verpasst - Entschädigung - europäische Airline

05.04.2012 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

für den folgenden Fall bitte ich Sie um Ihre Einschätzung.

Es geht um einen verspäteten Flug von Frankfurt nach Rom mit Anschluss nach Tel Aviv. Die Flüge wurden in einem Vorgang auf der Webseite von Alitalia gebucht. Der Flug von Frankfurt nach Rom hatte weniger als drei Stunden Verspätung, ein Grund hierfür konnte nicht mitgeteilt werden. Durch die Verspätung konnte der gebuchte Anschlussflug von Rom nach Tel Aviv nicht erreicht werden. Eine Übernachtung inkl. Verpflegung wurde durch die Fluggesellschaft übernommen. Der Flug von Rom nach Tel Aviv wurde auf den nächstmöglichen umgebucht. Ankunft in Tel Aviv war ca. zehn Stunden später als ursprünglich vorgesehen.

Frankfurt -> Rom (ca. 960km)
Rom -> Tel Aviv (ca. 2260km)
Frankfurt -> Tel Aviv (ca. 2950km)

Kann man in diesem Fall mit einer Entschädigung rechnen? Das Datum des Flugs war der 20.03.2012.

Vielen Dank im Voraus!

Sehr geehrter Ratssuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt dürfte eine Entschädigung leider nicht in Betracht kommen.

Grundsätzlich ist auf den von Ihnen am 20.03.2012 durchgeführten Flug die Verordnung VO (EG) Nr. 261/2004 über Fluggastrechte anwendbar, da nach Art. 3 der VO diese u. a. bei allen Flügen gilt, die von einem Flughaften in der EU (hier Frankfurt bzw. Rom) beginnen.

Dem Reisenden stehen grundsätzlich nach Art. 6 der VO nur Ansprüche zu, wenn es sich um eine erhebliche Abflugverspätung handelt. Erheblich ist eine Abflugverspätung grundsätzlich dann, wenn sich der Abflug für einen Flug über eine Entfernung unter 1.500 km (Frankfurt – Rom) um mindestens zwei Stunden verspätet.

Ein Flug ist als verspätet anzusehen, wenn er entsprechend der Flugplanung durchgeführt wird und sich die tatsächliche Abflugzeit gegenüber der planmäßigen Abflugzeit verzögert (EuGH, 19.11.2009, NJW 2010, 43 – Sturgeon).

Nach dem Wortlaut der Verordnung stehen dem Fluggast grundsätzlich nur Unterstützungsleistungen (Art. 8) und Betreuungsleistungen (Art. 9) zu. Der EuGH hat jedoch mit Urteil vom 19.11.2009 (NJW 2009, 43 – Sturgeon) entschieden, dass Fluggäste verspäteter Flüge im Hinblick auf eine Ausgleichsleistung den Fluggästen annullierter Flüge grundsätzlich gleichgestellt werden und einen Ausgleichsanspruch aus Art. 7 der VO geltend machen können. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie wegen eines verspäteten Fluges einen Zeitverlust von drei Stunden oder mehr erleiden, wobei hier auf die Ankunftsverspätung abgestellt wird.

Nach Ihrem Sachverhalt war der Flug von Frankfurt nach Rom weniger als drei Stunden verspätet, so dass insoweit eine Ausgleichszahlung nach der o. g. VO nicht in Betracht kommt.

Auch hinsichtlich des aufgrund der Verspätung verpassten Anschlussfluges Rom – Tel Aviv können Sie leider keine Entschädigung verlangen. Einem Fluggast, der einen Flug wegen eines verspäteten Zubringerflugs nicht erreicht, steht kein Anspruch auf eine Ausgleichsleistung nach Art. 4 Abs. 3, Art. 7 der Verordnung zu. Dem steht auch nicht entgegen, wenn beide Flüge gemeinsam gebucht sind – wie bei Ihnen, in einem Vorgang auf der Webseite von Alitalia – und von demselben Luftverkehrsunternehmen durchgeführt werden (BGH, Urteil vom 30.4.2009 - Xa ZR 79/08).

Es tut mir leid, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können, hoffe jedoch, Ihnen dennoch einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Ich weise abschließend darauf hin, dass es durch Hinzufügen und Weglassen wesentlicher Umstände im Sachverhalt durchaus zu einer komplett anderen rechtlichen Bewertung kommen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

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