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Flug stornieren

28.06.2011 20:36 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anna Göbel


Sehr geehrte Anwälte,

ich habe letze Woche einen Flug bei einem namenhaften Online Reiseservice gebucht für den namenhafte Fussball-Stars Werbung machen.

Bei der Buchung habe ich meine Kreditkartennummer angegeben. Wenig später bekam ich eine Email, dass meine Kreditkarte nicht eindeutig verifiziert werden konnte. Ich sollte eine Kopie der Kreditkartenvorderseite und des Reisepasses/Personalausweises des Inhabers per E-Mail oder per Fax an eine Faxnummer zukommen zu lassen. Dies wollte ich aus Sicherheitsgründen natürlich nicht. Man bot mir außerdem an eine alte Rechnung zuzuschicken um meine Daten zu überprüfen. Dies habe ich dann getan. Darauf hin bekam ich eine Email, dass ich den Rechnungsbetrag innerhalb von 24 Stunden überweisen sollte und eine Kopie des abgestempelten Überweisungsbelegs per Email oder Fax einsenden sollte. Der Rechnungsbetrag wurde dabei einfach um 15 Euro erhöht. Leider war das am Wochenende und meine Bank hat am Wochenende leider nicht geöffnet, demnach konnte ich der Aufforderung nicht nachkommen. Ich habe darauf hin eine Email geschrieben, in der ich den Veranstalter gebeten habe den Flug zu stornieren. Bislang habe ich keine Antwort erhalten.

Was kann ich tun um den Flug (verbindliche Buchungsanfrage) zu stornieren?

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt:

Durch das Abschicken der Buchung haben Sie einen wirksamen und verbindlichen Beförderungsvertrag abgeschlossen.

Ein (kostenfreier) Widerruf des Vertrages ist leider nicht möglich. Zwar handelt es sich bei der Buchung im Internet um einen Fernabsatzvertrag gemäß § 312b Abs.1 BGB, bei dem grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 2 Wochen besteht. Gebuchte Flüge sind allerdings ausdrücklich gemäß § 312b Abs. 3 Nr.6 BGB hiervon ausgenommen.

Zwar können Sie den Beförderungsvertrag gemäß § 649 BGB jederzeit kündigen/stornieren, es kann jedoch weiterhin das vereinbarte Entgelt verlangt werden. Wie hoch die Stornierungsgebühren in Ihrem Fall sind können Sie den allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Bestandteil Ihres Vertrages geworden sind entnehmen. Diese müßten Sie im Internet auf der Seite des Reiseservices finden.
Die Stornierungskosten dürfen nach der Rechtsprechung hierbei aber nicht den vollen Flugpreis ausmachen.

Ob der erhöhte Rechnungsbetrag ebenfalls gerechtfertigt ist -etwa weil eine zusätzliche Gebühr für Überweisungen fällig wird- ist muss sich ebenfalls aus den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ergeben. Selbst wenn dies aber nicht der Fall sein sollte, besteht der Vertrag zu den ursprünglichen Gegebenheiten und das zuvor Geschriebene gilt.

Die Stornierung des Fluges bedarf keiner besonderen Form, ist also mittels E-Mail wirksam möglich. Diese E-Mail muss dem Vertragspartner aber auch zugehen. Das bedeutet Sie sollten sicherstellen, dass die E-Mail auch angekommen ist.
Vielleicht haben Sie aber auch Glück und Ihr Vertragspartner will unter den benannten Umständen (bislang keine Bezahlung) nicht mehr am Vertrag festhalten und storniert die Buchung gebührenfrei, obwohl hierfür keine Rechtspflicht besteht.

Ich bedaure Ihnen kein positiveres Ergebnis geben zu können, hoffe Ihnen aber trotzdem in der Sache weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen bei Ihrem weiteren Vorgehen viel Erfolg und alles Gute!
Über eine positive Bewertung würde ich mich sehr freuen.


Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Nachfrage vom Fragesteller 29.06.2011 | 04:52

Vielen Dank für diese Antwort.

Bislang habe ich eine verbindliche Buchungsanfrage gestellt. Der Flug an sich ist noch nicht seitens der Airline gebucht.

In den AGBs werden keine Preise für einen solchen Fall genannt und aus den zahlreichen Emails gehen verschiedene Preise hervor.

In der ersten Email:

Im Falle einer Stornierung vor Ticketausstellung fallen gemäß AGB Entgelte für die bisherige Bearbeitung Ihres Buchungsauftrages an. Die Höhe des Entgeltes entspricht der Servicepauschale.

Später, als ich meine Kreditkarten Informationen per Email zuschicken sollte: "Wenn Sie dies nicht wünschen, da Ihnen diese Form der
Datenübermittlung zu riskant erscheint, teilen Sie und dies bitte mit, so
dass wir Ihre Buchungsanfrage kostenfrei stornieren können."

Auf was kann ich mich jetzt berufen? Es scheint auch das meine Emails nicht mehr beantwortet werden.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.06.2011 | 09:20

Wenn Ihnen die kostenfreie Stornierung zuletzt ausdrücklich angeboten wurde, so können Sie dieses Angebot annehmen und sich im Folgenden darauf zurückziehen.
Ich empfehle Ihnen eine weitere E-Mail in der Sie sinngemäß schreiben: "Bezugnehmend auf Ihre E-Mail vom... storniere ich hiermit den gebuchten Flug...
wie angeboten kostenfrei. Sollte ich bis ... (Frist von 7-10 Tagen) nichts mehr von Ihnen hören betrachte ich die Angelegenheit als erledigt."

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